Allgemeine Berichte | 20.06.2025, 09:13 Uhr

480 Tonnen im Fluss: Meilenstein beim Brückenneubau in Koblenz

Schwergewichte im Einsatz: Neue Stahlteile für Pfaffendorfer Brücke eingehoben

Auf der Baustelle für den Neubau der Pfaffendorfer Brücke wurde das erste größere, rund 480 Tonnen schwere Stahlbauteil mit Präzisionsarbeit eingehoben.  Fotos: Stadt Koblenz/Andreas Egenolf
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Koblenz. Die Arbeiten am Neubau der Pfaffendorfer Brücke schreiten sichtbar voran. Im Bereich des Rheins wurden nun erstmals tonnenschwere Stahlbauteile der neuen Brückenkonstruktion mit Hilfe eines Schwimmkrans eingehoben.

Seit dem 10. Juni hebt der Kran, der auf einem Ponton im Rhein positioniert ist, insgesamt sieben Brückenteile in ihre endgültige Lage. Neben einer Behelfsbrücke, die die Verbindung zwischen der Westrampe auf der Schlossseite und der neuen Brücke im Fluss herstellt, wurden ein Querträger auf dem bereits betonierten Flusspfeiler sowie zwei Streben montiert. Die vier Bauteile waren zuvor per Tieflader in mehreren Lkw-Ladungen zur Baustelle gebracht worden.

In der Woche nach Fronleichnam werden drei weitere Stahlbauteile eingebaut, die in den vergangenen Monaten im Mannheimer Stadtteil Rheinau endgefertigt wurden. Ende letzter Woche wurden sie auf den unter niederländischer Flagge fahrenden Koppelverband „Innovation/Innovation II“ verladen. Das Schiff verließ am Freitagabend mit einer Ladung von insgesamt rund 870 Tonnen den Mannheimer Hafen und erreichte am Samstagnachmittag Koblenz.

Am Montag wurde das schwerste der drei Bauteile – ein sogenannter „Schuss“ mit einem Gewicht von 480 Tonnen – eingehoben. Die beiden übrigen Teile, mit Gewichten von 120 und 270 Tonnen, sollen im Laufe der Woche ebenfalls vom Koppelverband per Schwimmkran gehoben und an Ort und Stelle montiert werden.

„Der Einhub der tonnenschweren Stahlbauteile ist für uns ein wichtiger Schritt im Verlauf der Bauarbeiten, denn mit ihm wird die neue Pfaffendorfer Brücke in Seitenlage deutlich sichtbarer“, erklärte Tiefbauamtsleiter Dr.-Ing. Kai Mifka am Montag während der Arbeiten am schwersten Brückenteil. Seinen Dank richtete er an das Baubüro unter der Leitung von Martin Becker sowie an alle beteiligten Unternehmen und Ingenieurbüros der Bauarbeitsgemeinschaft Pfaffendorfer Brücke, die hochpräzise Arbeit leisten würden.

Nach dem Einbau der ersten Stahlteile auf der Schlossseite sollen im Herbst und Winter 2025 weitere Bauteile auf der Pfaffendorfer Seite folgen. In der vergangenen Woche wurde dort bereits die Betonage des zweiten Flusspfeilers abgeschlossen.

Die Fertigstellung der neuen Pfaffendorfer Brücke, deren Spatenstich im Januar 2023 stattfand, ist derzeit für das Jahr 2029 geplant. Verzögerungen ergaben sich unter anderem durch aufwendige Kampfmittelsondierungen, zwei Bombenfunde, das diesjährige Niedrigwasser sowie hohe Pegelstände des Rheins im vergangenen Jahr. Hinzu kommt die besonders komplexe Ausführung der Schiffsabweiser, die nach Vorgaben der Bundesanstalt für Wasserbau umgesetzt wird. BA

So mancher Zuschauer wollte sich den spektakulären Einhub nicht entgehen lassen.

So mancher Zuschauer wollte sich den spektakulären Einhub nicht entgehen lassen.

Beim passgenauen Einheben des neuen Stahlbauteils war Millimeterarbeit angesagt.

Beim passgenauen Einheben des neuen Stahlbauteils war Millimeterarbeit angesagt.

Seit dem 10. Juni werden folgende Brückenteile eingehoben:Brückenbauteil („Schuss“) 1 - Brückenbauteil („Schuss“) 2 - Brückenbauteil („Schuss“) 3 - Querträger A - Strebe B - Strebe C. Grafik: Stadt Koblenz/Koblenz Touristik

Seit dem 10. Juni werden folgende Brückenteile eingehoben:Brückenbauteil („Schuss“) 1 - Brückenbauteil („Schuss“) 2 - Brückenbauteil („Schuss“) 3 - Querträger A - Strebe B - Strebe C. Grafik: Stadt Koblenz/Koblenz Touristik

Auf der Baustelle für den Neubau der Pfaffendorfer Brücke wurde das erste größere, rund 480 Tonnen schwere Stahlbauteil mit Präzisionsarbeit eingehoben. Fotos: Stadt Koblenz/Andreas Egenolf

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