BTHVN 2020 ist auch linksrheinisch ein großes Thema
Sechs Bürgermeister und ein Landrat freuen sich auf Beethovens 250. Geburtstag
Vom 16. Dezember 2019 bis zum 17. Dezember 2020 gibt es im linksrheinischen Teil des Kreises eine Fülle von Veranstaltungen rund um das Musikgenie
Schloss Miel. Wie wichtig die linksrheinischen Kommunen das Jubiläumsjahr „BTHVN 2020 im Rhein-Sieg Kreis“ nehmen, machte ein absolutes Novum deutlich: Zum ersten Mal seien sämtliche sechs Bürgermeister der Städte und Gemeinden im linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg Kreises und auch noch der Landrat wegen einer einzigen Kulturveranstaltung zusammengekommen, wusste Thomas Wagner, Kulturdezernent des Kreises. „Das zeigt einerseits die Tragweite der Veranstaltung und anderseits die Einigkeit der Kommunen bei deren Unterstützung“, bestätigte Landrat Sebastian Schuster (CDU) bei einem Pressegespräch in Schloss Miel. Die Bundesstadt Bonn feiere den 250. Geburtstag seines berühmtesten Sohnes Ludwig van Beethoven im kommenden Jahr, und der Rhein-Sieg-Kreis feiere mit. „Der Schwerpunkt des Jubiläumsjahres liegt natürlich in Bonn - aber das, was wir hier auf die Beine stellen, macht besonders viel Spaß“, wusste der Kreischef.
Vom 16. Dezember 2019 bis zum 17. Dezember 2020 gebe es eine Fülle von Veranstaltungen rund um das Musikgenie und seine Werke, erklärte Wagner. „Dabei wollen wir nicht nur die kulturelle Elite ansprechen, sondern Beethoven der Gesamtbevölkerung näherbringen, vor allem den Familien und jungen Menschen.“ Schließlich sei Beethoven in seinen jungen Jahren selbst in sehr vielen Ortschaften des heutigen Rhein-Sieg-Kreises unterwegs gewesen und habe in zahlreichen Kirchen die Orgel gespielt. Zudem habe er bis ins hohe Alter eine unverbrüchliche Heimatverbundenheit an den Tag gelegt, seine Jugendzeit in Bonn betrachtete er als „eine der glücklichsten Begebenheiten meines Lebens“.
An einem passenden historischen Ort
Dies griff die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) in ihrem Grußwort auf: „Was könnte besser sein, um einen Künstler und sein Werk vorzustellen, als in die Erlebnissphäre, die historische Umwelt und die Gedankenwelt an einem passenden historischen Ort einzutreten.“ Gebe es doch eine Reihe von Verbindungen von Beethoven zum Schloss Miel. So sei dessen Erbauer Caspar Anton Freiherr von der Heyden, besser bekannt als „Graf Belderbusch“, nicht nur der erste Minister Kurkölns gewesen, sondern zugleich der Patenonkel und Namensgeber des jüngeren Bruders von Ludwig van Beethoven, Kaspar Anton Karl van Beethoven. Zudem habe Belderbusch-Neffe Anton in zweiter Ehe Beethovens Jugendfreundin Babette Koch geheiratet. Bonn und die Linksrheiner seien sich der Ehre bewusst, Heimat eines Genies wie Beethoven zu sein.
Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles (CDU) hatte sogar eine eigene humorvolle Interpretation von Beethovens Vornamen Ludwig parat: „Linksrheinische und dauerhafte wunderbare interkommunale Gemeinschaft.“ Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Feierlichkeiten Strahlkraft auch in die folgenden Jahre entwickeln könnten, um die „Beethoven-Region“ weiter und stärker zu verbinden. Alfters Bürgermeister Dr. Rolf Schumacher (SPD) schwärmte ebenso von dem großartigen Veranstaltungsangebot in seiner Gemeinde wie Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD). „Ich bin ungeheuer stolz auf unsere Stadt, das Programm kann sich wirklich sehen lassen.“ Los gehe es mit dem Neujahrskonzert am 1. Januar in der Herseler Rheinhalle.
Echte Gemeinschaftsleistung ermöglicht Qualität
Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) aus Rheinbach merkte an, dass es nur durch diese echte Gemeinschaftsleistung möglich geworden sei, ein Programm in dieser Größe und Qualität auf die Beine zu stellen, „wenn wieder jeder nur für sich gewurstelt hätte, wäre bei Weitem nicht das herausgekommen“, war er sich sicher. Beethoven sei nun mal der musikkulturelle Botschafter der Region in der ganzen Welt. Deshalb freue er sich umso mehr auf den Beitrag der Chöre aus den Partnerschaftsvereinen der linksrheinischen Kommunen, denn deren Auftritte trügen zum europäischen Gedanken bei. Ohnehin wusste Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD), Beethoven sei ein überzeugter Europäer gewesen. Deshalb gelte: „Von Beethoven lernen, heißt, Europa lieben“.
Thomas Wagner wies besonders auf die „Ouvertüre“ des Beethoven-Jahres 2020 im Rhein-Sieg Kreis hin, die bereits im November 2019 vonstattengehe. So gastiert das Bonner Beethoven Orchester vom 8. bis 10. November in Rheinbach. Am Freitag, 8. November, trifft sich der renommierte Klangkörper von 15 bis 18 Uhr zur Generalprobe im Stadttheater. Am Sonntag, 10. November, steht der ganze Tag im Stadttheater im Zeichen des großen Komponisten, mit Auftritten des Bonner Jugendsinfonieorchesters, des sinfonischen Blasorchesters der Tomburg Winds und des Beethoven Orchesters Bonn mit der Geigensolistin Judith Stapf.
Beethoven-Rundgang und Musikpicknick geplant
Der Beethoven-Rundgang in der „BTHVNregion“ sei ebenfalls bereits installiert und stelle einen wesentlichen Teil der internationalen Vermarktung dar. Mit einem knappen Dutzend wichtiger Stationen im Leben des großen Komponisten sei der Rhein-Sieg-Kreis dort vertreten, die entsprechenden Info-Stelen seien bereits aufgestellt.
Ein besonderer Glanzpunkt sei aber voraussichtlich das „Musikpicknick“ vom 10. Mai bis 16. August 2020 mit dem Dreiklang „sechs Burgen, sechs Kommunen, sechs Termine.“ Außerdem stehe die Orgel, die Königin der Instrumente, im Fokus bei der Veranstaltungsgruppe „Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis“ mit Konzerten, Exkursionen, einem Orgelcamp für Nachwuchs-Organisten und einem „Orgelerlebnis“ für Grundschulen an Orgeln vor Ort. Und mit der Reihe „Ludwig goes Kita“ (LuKi) sei es sogar gelungen, 2000 Kinder an 28 Kindertagesstätten in 19 Städten und Gemeinden des Kreises in Zusammenarbeit mit zehn Musikschulen mit elementarer musikalischer Bildung zu begeistern.
Das komplette Programm des Jubiläumsjahres „bthvn2020“ gibt es im Internet unter www.bthvn2020.de.
JOST
