Allgemeine Berichte | 11.11.2016

August-Horch-Schüler aus Andernach besuchen Polen

Sechs Nationen - ein Unternehmen

Die internationale Gruppe macht Station auf einer Apfelplantage. privat

Andernach. Im Rahmen des Erasmus+ Programmes trafen im Oktober Schüler der Berufsoberschule II ihre Partner aus sechs Ländern in der polnischen Stadt Konskie, rund 100 km südwestlich von Warschau gelegen. Die einwöchige Begegnung stand unter dem Projekttitel „Apples – Applied Pupils Project for Learning Entrepreneurial Skills“, wobei jede Partnerschule eine Abteilung in einem „multinationalen Unternehmen“ verkörpert und entsprechende Aufgaben übernimmt. In den vorausgegangenen Treffen stand in Kroatien zum Beispiel die Produktion und Veredelung von Äpfeln im Vordergrund, in der „Marketingabteilung“, dem Partnergymnasium in Vilnius/Litauen, die Verpackung und Vermarktung von selbsterzeugten Apfelprodukten. Im Konskier Marie-Curie-Gymnasium, in diesem Fall die Personalabteilung, drehte sich diesmal die Arbeit in internationalen Gruppen vor allem um die Schwerpunkte Bewerbung und Vorstellungsgespräch, Gesundheit am Arbeitsplatz, Stressbewältigung und gesunde Ernährung. In Videos, Faltblättern und auf Plakaten stellten die Schüler dann den anderen Gruppen sowie den Lehrern und der Schulleitung ihre Produktergebnisse vor – und das alles auf Englisch. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch einen Tag in Warschau, eine Fahrt auf der „Apfelroute“ nach Sandomierz, Renaissancekleinod, ehemalige Königsstadt und Handelsknotenpunkt an der Weichsel. Auf der Rückfahrt machte die Reisegruppe Halt in Kielce, dem barocken Zentrum der Wojewodschaft Swietokrzyskie, bevor es wieder in die Partnerstadt gehen sollte. Die Andernacher Schüler, die wie ihre Kollegen aus den anderen sechs Partnerländern, alle in Familien untergebracht waren, waren begeistert von Land und Leuten. Alle Familien waren sehr herzlich, überaus gastfreundlich und interessiert.

Zwischenmenschliche Erfahrungen statt Hotelbesuch

Dazu Simon Runge: „Mich haben diese zwischenmenschlichen Erfahrungen am meisten beeindruckt und geprägt. Innerhalb einer Woche hat sich eine starke Bindung aufgebaut. Eine Unterbringung im Hotel ist daher keine Alternative“ und Sabrina Könntgen ergänzte: „Polen ist ein sehr interessantes Land, mit tollen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, die Landschaft ist eine ganz andere als in Deutschland. Schwerpunkte werden anders gesetzt, so wird in Polen beispielsweise mehr auf Sauberkeit geachtet“. Der Aufschwung ist überall zu spüren und steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem blauen Sternenkranz der EU-Kofinanzierungsschilder, deren Fördermittel hier unmittelbar zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger investiert werden. Fast alle historischen Gebäude der besichtigten Innenstädte waren renoviert und strahlten, Fußgängerzonen wurden völlig barrierefrei und durch unterschiedliche Pflasterornamentik auch optisch sehr ansprechend gestaltet. „Ich fühle mich auch als Europäerin“, meinte Natalia Stawica, eine Schülerin, die in Deutsch ihre Abiturprüfung ablegen wird und bereits mehrmals Preisträgerin des Goetheinstitutes war, „aber zuerst bin ich Polin und glücklich, hier zu leben“. Die Europäische Union wird von ihr, wie von vielen anderen Polen vor allem aufgrund der beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven und auch der gewährten Strukturhilfen grundsätzlich positiv bewertet. Daher betrachten die polnischen Lehrerkolleginnen den „Brexit“, aber auch die „Flüchtlingspolitik“ unserer Regierung mit großer Sorge. Sie befürchten, dass viele der im Ausland lebenden Polen ihren Arbeitsplatz verlieren und in ihre Heimat zurückkehren müssen, entweder durch die restriktivere Migrationspolitik der britischen Regierung oder durch den zunehmenden Verdrängungswettbewerb in Deutschland, was die Arbeitslosigkeit in der Heimat nach oben treiben könnte. „Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit wahrnehmen konnte, weil jeder sollte mal eine Erfahrung wie diese machen“ meint Tim Theisen, eine Meinung, die auf die Zustimmung aller Teilnehmer traf.

Die internationale Gruppe macht Station auf einer Apfelplantage. Foto: privat

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