Eine-Welt Linz e.V. informiert:
Seidenschals aus „gewaltfreier“ Seidenproduktion
Linz. Wer sich für Seidenschals interessiert, sollte in diesen Wochen im Weltladen vorbeischauen. Viele schöne Seidenschals gibt es zu bewundern, die in Indien unter fairen Handelsbedingungen hergestellt werden.
Seidengewebe verfügt über einen eigenen natürlichen Glanz und ist verglichen mit Baumwolle oder Leinen knitterarm. Seide besteht aus einem feinen und leichten Stoff, der schnell trocknet und einen temperaturausgleichenden Effekt hat – das sorgt für das ideale Wohlfühlklima auf der Haut.
Die Seidenraupen werden nicht immer fair behandelt
Bei der Herstellung der im Fairen Handel angebotenen Seidenschals wird darauf geachtet, dass sowohl die Menschen, die Seide verarbeiten, als auch die für die Seidenproduktion verantwortlichen Raupen fair behandelt werden. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.
Seide ist ein nachwachsender Rohstoff und kompostierbar. Z.B. werden für ein T-Shirt rund 500 Kokons benötigt oder 32 kg Maulbeerblätter (Quelle: SABA-Projekt, Alkena) Der Speichelfaden ist nur 30 tausendstel Millimeter dick und man braucht mindestens vier für einen Seidenfaden (Quelle: Dipl. Ing. I. Kosik). Oft werden die Larven in den Kokons entweder mit Wasserdampf, mit Heißluft oder durch die Mikrowelle getötet. Anschließend gibt es noch ein heißes Bad, damit sich der Klebstoff löst, der die Seidenfäden im Kokon zusammenhält. Dann erst kann der Faden abgewickelt werden.
Ein anderer Weg ist die „gewaltfreie“ Seidenproduktion
Ein anderer „fairer“ Weg ist die „gewaltfreie“ Seidenproduktion. Mit Ahimsa-Seide hergestellte Seidenschals gibt es im Weltladen. Ahimsa-Seide (von indisch Ahimsa, wörtlich das Nicht-Verletzen) bezeichnet eine alternative Seidenraupenzucht im Freiland, bei der der Seidenfaden erst vom Kokon gehaspelt wird, nachdem die Puppe aus dem Kokon herausgenommen wurde oder der Falter aus ihm geschlüpft ist.
Fair gehandelte Seidenschals im Weltladen
Schöne Seidenschals erhält der Weltladen unter anderem von dem in Nordstemmen ansässigen Fair-Handels-Unternehmen EL Puente. EL Puente bezieht die aus „gewaltfreier“ Seidenproduktion bestehenden Seidenschals über die indische Organisation EMA (Equitable Marketing Association), die vor den Toren Kalkuttas Produktionsstätten unterhält.
Die Arbeit bei EMA bedeutet für viele Menschen, erstmals jeden Tag eine warme Mahlzeit sowie ein festes Einkommen zu bekommen. Die Produzenten erhalten Unterstützung im Verkauf ihrer Produkte und durch Schulungen. Auch Schulstipendien werden an die Kinder von Familien vergeben, um diese aus dem Kreislauf von Armut und Abhängigkeit zu befreien.
Es muss möglich sein, Unternehmen haftbar zu machen
Soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Ökologie, Klimawandel, Klimaschutz, Umweltschutz, Artensterben, Plastik, E-Mobilität und vieles mehr sind Themen, mit denen sich die Menschen seit längerer Zeit ausgiebig beschäftigen. Z.B. Klimaschutz ist für die fair gehandelten Produkte der Weltläden schon immer eine Selbstverständlichkeit gewesen. Daher finden Chemikalien wie Pestizide und Glyphosat bei den Bio-Produkten der Weltläden keine Verwendung!
Über die leider immer noch zu oft vorhandenen Menschenrechtsverletzungen sowie die noch nicht gesetzlich verankerte Unternehmerhaftung für im Ausland tätige Unternehmen informiert der Weltladen im September während der Fairen Woche. Stichwort: NAP - Nationaler Aktionsplan.
Toleranz, Transparenz und Respekt bilden das Fundament, auf dem das indische Unternehmen EMA nachhaltiges Wachstum aufbaut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EMA sind stolz auf die sozialen, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Prinzipien, die sie in ihrem Bestreben verfolgen, den Menschen ein sinnvolles, lebenswertes Dasein zu bieten. Foto: EL Puente Nordstemmen
