Northamptonshire, Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis
Seit 35 Jahren partnerschaftlich verbunden
Jubiläum wurde mit einem gemeinsamen Treffen begangen
Rhein-Lahn-Kreis. Als im Frühjahr 1981 die Partnerschaft zwischen den Kreisen Westerwald und Rhein-Lahn und der englischen Grafschaft Northamptonshire formell besiegelt wurde, hatten drei kommunale Gebietskörperschaften beschlossen, in Fortführung der bestehenden Verbindungen des damaligen Regierungsbezirks Montabaur dauerhafte freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Seit diesem „Brückenschlag für die Völkerverständigung“ sind jetzt 35 Jahre vergangen.
Kontakt riss nie ab
Während in dieser Zeit zahlreiche partnerschaftliche Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden in Northamptonshire und den beiden Landkreisen Westerwald und Rhein-Lahn und zwischen Schulen und Vereinen entstanden sind, riss auch der Kontakt zwischen den Kreisverwaltungen und der Grafschaftsverwaltung in Northampton nie ab. Der nach der Kommunalwahl 2014 neu zusammengestellte gemeinsame Partnerschaftsausschuss aus Kommunalpolitikern der beiden Kreise unter dem Vorsitz von Landrat Frank Puchtler hatte im Mai 2015 beschlossen, die englischen Freunde im Jubiläumsjahr einzuladen.
Der letzte Besuch fand vor fünf Jahren statt; damals hatte der Westerwaldkreis unter dem Vorsitz von Landrat Achim Schwickert die Geschäftsführung für die Partnerschaft inne. Auch er befürwortete eine Einladung Richtung England, und so besuchte jetzt eine neunköpfige Delegation unter der Leitung von Gill Mercer, der Geschäftsführerin des County Twinning Committee, und dem langjährigen Vorsitzenden des Committee, David Atkinson, die Partnerregion von Rhein-Lahn und Westerwald.
Strukturelle und wirtschaftliche Gemeinsamkeiten
Auf der Agenda stand ein vielfältiges und abwechslungsreiches Besuchsprogramm. Sehr interessiert waren die Gäste bei der Vorstellung des zwischen der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Rhein-Lahn und der Uni Koblenz geschlossenen Vertrags zur Zusammenarbeit, um junge Leute in der Region zu halten. Denn strukturell und wirtschaftlich gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Northamptonshire und den hiesigen Landkreisen.
An einer ganztägigen Informationsfahrt durch die Rhein-Lahn-Region und den Westerwald nahmen auch einige Mitglieder des Partnerschaftsausschusses teil. Die Teilnehmer waren von den einzelnen Besuchspunkten beeindruckt, denn unter anderem gehörten eine interessante Werksführung durch das Unternehmen Schaefer-Kalk in Hahnstätten, eine Draisinenfahrt auf der Aartalstrecke und das Konversionsprojekt „Quartier Süd“ in Montabaur mit dazu. Die Landräte Achim Schwickert und Frank Puchtler betätigten sich gerne als Gästeführer und stellten informativ und leidenschaftlich die Projekte und Betriebe vor.
Limeskastell und Blumenkorso
Aber auch ein Unterhaltungsprogramm gehörte mit zum Aufenthalt der Gäste. Sie waren begeistert vom Pohler Limeskastell, vom Bad Emser Blumenkorso und vom Fashion Outlet in Montabaur. Auch wenn die hochsommerlichen Temperaturen die Gäste und Gastgeber so manches Mal ins Schwitzen brachten, konnten die partnerschaftlichen Verbindungen in jeder Hinsicht aufgefrischt werden.
Die „Brücke der Völkerverständigung“ soll auch weiter bestehen bleiben, und so wird es wohl schon sehr bald zu einer Einladung vonseiten der englischen Freunde kommen.Pressemit-
teilung des Rhein-Lahn-Kreises
Im tiefsten Loch von Rheinland-Pfalz, dem Steinbruch des Unternehmens Schaefer-Kalk in Hahnstätten, informierten sich die englischen Gäste über die Aktivitäten dieses weltweit agierenden Unternehmens aus dem Rhein-Lahn-Kreis. Im Anschluss warteten zwei Handhebeldraisinen des Förderkreises Artalbahn auf den Gleisen der Aartalstrecke, um die Gäste nach Holzheim zu bringen. Landrat Frank Puchtler betätigte sich hierbei als Fahrer, der die Draisine mit Muskelkraft über die Schienen steuerte.Foto: privat
