Allgemeine Berichte | 10.10.2018, 10:50 Uhr

3. Poetry Slam begeisterte mit jugendlicher Ernsthaftigkeit

Selbstbewusst, verantwortungsvoll und kritisch

Poetry Slam … die Teilnehmer/innen auf der Bühne des Drehwerks 17/19.  Privat
52

Wachtberg-Adendorf. Zum „Wettstreit der Worte“ trafen sich kürzlich fünf junge Slammer aus Wachtberg und Umgebung im Drehwerk in Adendorf. In zwei Runden hatten sie die Gelegenheit zu zeigen, wie geschickt sie mit ihren Worten und ihren Vortragskünsten umgehen konnten.

In maximal sieben Minuten pro Vortrag wurden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Von der Frage, ob man der Versuchung nach einem Rindfleisch-Burger nachgeben sollte, bis hin zu Suizid und der Gefühlswelt von Geflüchteten war viel dabei.

Ausverkauft

Zum dritten Mal luden die Wachtberger Jugendfachkräfte Claudia Schmidt (Gemeinde Wachtberg) und Frank Fongern (Evangelische Kirchengemeinde Wachtberg) zu einem Poetry Slam ins Drehwerk ein. Nach einem großartigen Erfolg 2016 musste die Veranstaltung 2017 mangels Teilnehmern und Zuschauern kurzfristig abgesagt werden. In diesem Jahr nun kann wieder von einem vollen Erfolg gesprochen werden - die Veranstaltung war ausverkauft. In dem Bestreben, die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Wachtberg weiter auszubauen, haben Schmidt und Fongern, die eigentlich aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Wachtberg stammen, auch das Jonglieren mit Wörtern aufgenommen.

Vielschichtige Themen

Dabei durfte das Thema Jugendsprache nicht zu kurz kommen, dem sich Joshua, 24 Jahre, widmete. Er erinnerte daran, dass „man sich um Sprache kümmern muss.“ Mit zwölf Jahren der jüngste Teilnehmer war Benjamin; er machte mit seinem Slam klar, dass man auch nach Rückschlägen nicht den Mut verlieren darf und weiter machen muss, bis man am Ende gewinnt.

Siegerin des Abends war Charlotte, 15 Jahre, aus Wachtberg. In ihrem ersten Slam ging es um ihre eigene Innenwelt und der Frage, wie sie sich selbst sieht. Sie findet für sich den Sinn des Lebens darin, die Gefühle, die das Leben zu bieten hat, zu durchleben und weiß sicher: „Ich verstell mich nicht für andere“. In ihrem zweiten Slam, der eine Dauer von 6:36 Minuten hatte, widmete Charlotte sich dem Thema Freundschaft und versicherte in ihrem Text, „dass sie die eine sei, die bleiben würde, auch wenn alle anderen gehen“. Den zweiten Platz belegte Maike, 18 Jahre, ebenfalls aus Wachtberg. In ihrem Text rief sie dazu auf, dass alle Menschen sich in der Verantwortung sehen müssten, sich um die hohe Zahl von Suizidgefährdeten zu kümmern. Auch in ihrem zweiten Slam scheute sie nicht davor, sich einem eher schwierigen Thema zu stellen - dem Umgang der Menschen mit ihrem eigenen Planeten. Maike schreibt, dass die Welt sich nicht bessern kann, solange „die westliche Welt [..] ihren Kuchen nicht teilen [will]“.

Humorvoll war ebenso der spontanste Text des Abends. Michael, 15 Jahre, aus Wachtberg, ist mit seiner politischen Satire circa vier Stunden vor Beginn des Poetry Slams fertig geworden und endete provokant mit der Frage: „Politik – wer braucht schon sowas in einem Wirtschaftsstaat?“

Das Pausenprogramm

Das Pausenprogramm zwischen den zwei Slam-Runden wurde in diesem Jahr übernommen vom Jugendpfleger des Rhein-Sieg-Kreises, zuständig für Alfter, Swisttal und Wachtberg, Jan Viell. Ausgestattet mit einer Gitarre spielte er sowohl eigene als auch Coversongs.

Kurz vor Beginn der zweiten Runde hatte auch die Moderatorin des Abends, Nour Kharabsheh, die auch selbst slammt, die Möglichkeit, ihren Text zum Thema Hochzeiten vorzutragen. Auf humorvolle Weise kategorisierte die Vorsitzende des Wachtberger Jugendrats die verschiedenen Typen von Hochzeitsgästen.

Erfolgreicher Poetry Slam

Am Ende des Abends blickten die Organisatoren Schmidt und Fongern auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück. Davon beflügelt begannen gleich die Überlegungen, ob es im nächsten Jahr einen Slam gibt oder doch erst wieder 2020.

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Drehwerk 17/19 selbst sowie dem Verein Kunst und Kultur in Wachtberg, der auch in diesem Jahr wieder eine Geldspende von 300 Euro für die Veranstaltung bereitstellte.

Die restlichen Kosten wurden aus weiteren Spendengeldern für die Jugendarbeit in Wachtberg finanziert.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Poetry Slam … die Teilnehmer/innen auf der Bühne des Drehwerks 17/19. Foto: Privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Heimat aktiv erleben, Kreis AW
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv AW
Imageanzeige
Anzeige Allerheiligen
05-Marktbericht 2026
Imageanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild A1. Foto: Pixabay.com
153

Region. Wie soll die A1 künftig durch die Eifel verlaufen? Welche Bereiche sind von der Planung betroffen und welche Maßnahmen sind zum Schutz von Natur und Umwelt vorgesehen? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der neue digitale Projektatlas zum A1-Lückenschluss. Die Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH hat die interaktive Anwendung für den geplanten Südabschnitt zwischen Adenau und Kelberg veröffentlicht.

Weiterlesen

Die Verantwortlichen des Andernacher Karnevals trafen sich zum Pressegespräch.Fotos: WAMFO.DE
236

Andernach. Zu einer Pressekonferenz hatte der Andernacher Festausschuss eingeladen, um das geplante Programm für die Karnevalssession 2026/2027 vorzustellen. Zum ersten Mal begrüßte Andreas Karbach die Anwesenden als Festausschusspräsident. Dabei dankte er insbesondere für die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Kampagne.

Weiterlesen

20

Rheinbach. Die Stadt Rheinbach erhält weitere finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, überreicht Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel den Förderbescheid zum ersten Änderungsantrag des städtischen Wiederaufbauplans. Mit zusätzlichen Fördermitteln in...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Hier entsteht das neue Twin. Foto: ROB
727

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Neubau des nach der Flut abgerissenen Hallen- und Freizeitbades Twin in Bad Neuenahr nimmt zumindest so langsam Fahrt auf. Der Stadtrat hat im September ein auf solche Vorhaben spezialisiertes Projektsteuerungsbüro beauftragt. Die Antragstellung für die zugesagte Landes- und Bundesförderung ist weit vorangeschritten. Der Sportstättenausschuss und der Sportstättenbeirat...

Weiterlesen