Allgemeine Berichte | 24.07.2016, 12:00 Uhr

DRK-Rettungskräfte auf besondere Einsatzsituationen vorbereitet

Selbstverteidigungskurs für die Mitarbeiter

Immer wieder kommt es zu tätlichen Übergriffen auf Rettungskräfte. Andreas Müller (2.v.l.), Trainer im Ju-Jutsu Club Tanaka Rieden, und Kathrin Müller unterrichteten die Rotkreuzler in einer eigens konzipierten Fortbildung. Thorsten Trütgen
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Kreis Ahrweiler. Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist 365 Tage im Jahr im Einsatz, um Menschen in Not zu helfen. Ob Sommer oder Winter, frühmorgens oder mitten in der Nacht, die Retter vom DRK sind für ihre Mitbürger in Bereitschaft. Aber nicht immer ist der Empfang der Hilfskräfte freundlich. Seit einigen Jahren stellen bundesweit, und auch bereits vereinzelt im Ahrkreis, Angriffe auf Rettungskräfte ein Problem dar. Um in einer solchen Situation besonnen zu handeln, wurde durch den Ju-Jutsu Club Tanaka Rieden 1996 e.V. für die Rettungsdienstmitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler e.V. eine spezielle Fortbildung zur Deeskalation und notfalls auch zur Selbstverteidigung durchgeführt. Andreas Müller, Trainer im Ju-Jutsu Club Tanaka Rieden mit vielen Jahrzehnten Erfahrung in der Selbstverteidigungsausbildung spezieller Zielgruppen, leitet die Fortbildung. Unterstützt wird er dabei von seiner Tochter Kathrin, die auch seit vielen Jahren im asiatischen Kampfsport Ju-Jutsu aktiv ist. Thorsten Brustmann, Mitarbeiter im DRK-Rettungsdienst des Kreises Ahrweiler und in seiner Freizeit ebenfalls Ju-Jutsu-Sportler, brachte seine Erfahrungen als Rettungskraft in die Fortbildungsvorbereitung ein. Dadurch wird ein sehr guter Praxisbezug für die Kollegen gewährleistet. Rund 60 Rotkreuzmitarbeiter und somit zweidrittel des im Rettungsdienst des DRK im Ahrkreis tätigen Personals nehmen an den drei angebotenen Fortbildungswochenenden teil. Der Schwerpunkt der jeweils zweitägigen Kurse liegt in der Deeskalation. „Eine energische und laute Ansprache müssen manchmal auch gestandene Männer erst lernen“, erklärt Andreas Müller. Oft sei das richtige Auftreten ausreichend, um sich in kritischen Situationen Respekt zu verschaffen und mögliche Angreifer von ihren Taten abzuhalten. Sollte es dennoch zu Übergriffen auf die Retter kommen, wurden zum Eigenschutz Fallübungen, einfache Grundkenntnisse der Angriffsabwehr und für absolute Notfälle auch Selbstverteidigungstechniken der asiatischen Kampfsportart Ju-Jutsu vermittelt. Die neuen Kenntnisse wirken sich auf das Selbstbewusstsein und das sichere Auftreten der Einsatzkräfte aus und tragen somit zur Deeskalation bei.

„Seit vielen Jahren sind Übergriffe gegen Rettungskräfte bundesweit ein zunehmendes Problem. Auch im Kreis Ahrweiler hat es schon Übergriffe gegen Rettungskräfte im Einsatz gegeben. Vor einigen Wochen wurde der Vorschlag unterbreitet, ein zielgruppenorientiertes Selbstverteidigungstraining für unsere Rettungsdienstmitarbeiter durchzuführen“, beschreibt DRK-Kreisgeschäftsführer Frank Trömel, wie diese Fortbildung zustande kam. Dabei geht es keinesfalls um krankheitsbedingte Tätlichkeiten, wie Trömel erklärt: „Dass Menschen mit psychischen Erkrankungen auffällig oder Angehörige von Notfallpatienten manchmal gereizt reagieren, ist unseren Mitarbeitern durch ihre Ausbildung und Erfahrung natürlich bekannt. Seit einigen Jahren kommt es aber immer wieder vor, dass beispielsweise ohne Grund Schaulustige an Einsatzstellen aggressiv gegenüber Rettungskräften werden. Um genau diesen Personen richtig gegenüber treten zu können, führen wir diese Fortbildung durch.“

DRK Kreisverband Ahrweiler

Immer wieder kommt es zu tätlichen Übergriffen auf Rettungskräfte. Andreas Müller (2.v.l.), Trainer im Ju-Jutsu Club Tanaka Rieden, und Kathrin Müller unterrichteten die Rotkreuzler in einer eigens konzipierten Fortbildung. Foto: Thorsten Trütgen Foto: Thorsten Truetgen

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