Allgemeine Berichte | 18.06.2025

Schneller, günstiger, umweltschonender: Innovatives Verfahren zur Kanalsanierung

Servicebetriebe sanieren in der Deichstraße 130 Jahre alten Kanal

Verkehrseinschränkungen für Anwohner bis Ende Juli

Servicebetriebe sanieren in der Deichstraße 130 Jahre alten Kanal

Neuwied. Der Abwasserkanal in der Deichstraße wird saniert. Das Bauwerk ist etwa 130 Jahre alt und in die Jahre gekommen. Die Servicebetriebe Neuwied (SBN) haben einen Weg gefunden, den Kanal nicht komplett aufbaggern zu müssen. Der Zugang erfolgt stattdessen über mehrere Löcher. Das geht schneller und ist günstiger.

Einschränkungen für die Anlieger können dennoch nicht ganz vermieden werden. Derzeit ist die Deichstraße zwischen Schloßstraße und Deichkrone gesperrt. Anfang Juli beginnen die Arbeiten auch im zweiten Abschnitt, zwischen Deichkrone und Pegelturm. Bei guter Witterung werden die Arbeiten bereits Ende Juli abgeschlossen sein.

Die Servicebetriebe setzen bei der Sanierung auf das sogenannte „Schlauch-Liner-Verfahren“. Dabei wird ein stabiler Folienschlauch in den vorhandenen Kanal eingezogen. Mit UV-Licht bestrahlt, schmiegt sich das Material an die Wandung des alten Kanals und härtet aus.

Das ist nötig, damit der alte Kanal auch in Zukunft sicher betrieben werden kann. Würde er undicht, hätte das zwei schwerwiegende Folgen: Erstens könnte das umliegende Erdreich durch Abwasser verunreinigt werden; zweitens könnte Grundwasser in den Kanal eintreten, das dann die Menge des in der Kläranlage zu behandelnden Schmutzwassers erhöhen und zu Kostensteigerungen für die Gebührenzahler führen würde. Eine zügige Sanierung des Kanals trägt also auch zur Gebührenstabilität in Neuwied bei.

Das Schlauch-Liner-Verfahren ermöglicht dabei eine kürzere Bauzeit und weniger Einschränkungen für die Anlieger. Außerdem ist es deutlich günstiger als der Kanalneubau: „Eine klassische Sanierung wäre in etwa doppelt so teuer gewesen und hätte mindestens sechs Monate gedauert – das konnten wir in diesem Fall vermeiden“, freut sich Ingenieur Tobias Kux, Bereichsleiter Kanalnetz bei den Servicebetrieben Neuwied. Ein weiterer Vorteil: Es müssen keine größeren Erdmassen in direkter Nähe zum Deich bewegt werden.

Den Zeitpunkt der Baustelle hat in diesem Fall die Witterung bestimmt. Zügig gebaut werden kann nur, wenn der Rhein wenig Wasser führt und der Grundwasserpegel gering ist. Im Sommer also – zur Ferienzeit, die ohnehin gern für Bauarbeiten genutzt wird.

Günstig für den Verkehr: Aufgrund der Baustelle in der Schloßstraße gibt es zurzeit keinen Durchgangsverkehr in der Deichstraße. Betroffen von der Sperrung sind lediglich die direkten Anwohner. Wann immer möglich, werden die ausführenden Baufirmen die Zufahrten zu Garagen und Stellplätzen freihalten. Gewährleistet werden kann das allerdings nicht. Die Servicebetriebe bitten um Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme.

Pressemeldung der Servicebetriebe Neuwied

Foto: Foto: Servicebetriebe Neuwied

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