Allgemeine Berichte | 21.02.2020

Rhein-Mosel-Werkstatt kooperiert mit Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen

„Sichtwechsel durch Schichtwechsel“

Studenten und Mitarbeiter der Werkstatt tauschten die Rollen

Am Ende der beiden Tage gab es nur strahlende Gesichter. Fotos: Rhein-Mosel-Werkstatt

Koblenz/Andernach. Einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel haben vor einigen Tagen die Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Mayen, und die Mitarbeiter der Rhein-Mosel-Werkstatt in Koblenz vorgenommen.

Die Studenten haben im Rechtsgebiet „Soziale Sicherung“ den Schwerpunkt Eingliederungshilfe behandelt. Dort werden sie unter anderem zukünftig für Einrichtungen der Behindertenhilfe, beispielsweise für Werkstätten, zuständig sein.

Im Rahmen dieser zukünftigen Arbeit geht es dann auch darum, Reha-Instrumente zu kennen, Teilhabebedarfe zu beurteilen und Inklusionsbemühungen in der Praxis zu unterstützen.

Vor diesem Hintergrund hatte der zuständige Dozent Jürgen Maximini die Idee, mit einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Kooperation zu treten und neben dem theoretischen Input im Hörsaal auch die Realität und das Leistungsangebot einer solchen Einrichtung kennenzulernen und hinter die Kulissen zu schauen.

Mit der Rhein-Mosel-Werkstatt in Koblenz fand sich dann ein Partner, der aktuell sehr innovativ und offensiv den Wandel von einer klassischen Behindertenwerkstatt zu einem modernen Anbieter von Teilhabe am Arbeitsleben interpretiert und umsetzt. Und so kam es zum Plan, dass Mitarbeiter aus der Koblenzer Werkstatt eine Lehrveranstaltung an der Fachhochschule in Mayen gestalten und im Umkehrschluss die Mayener Studenten in der Koblenzer Werkstatt mitarbeiten.

Den Auftakt des Projekts machten die beiden Werkstattmitarbeiter Johannes Diederichs und Stefan Zeidan mit einem Vortrag im Hörsaal in Mayen. In vier sehr kurzweiligen Stunden berichteten sie den Studenten aus ihrer Sicht, was Teilhabe am Arbeitsleben ausmacht, wie sie Persönlichkeitsförderung erfahren, was die UN-Behindertenrechtskonvention aus ihrer Sicht gebracht hat und wie sie ihre berufliche Perspektive sehen. Anschließend wurde gemeinsam mit den Hochschulvertretern diskutiert und auch sehr persönliche Sichtweisen geteilt.

Nach diesem Auftakt fand dann an nächsten Tag der „Schichtwechsel“ statt. 20 Studenten und ihr Dozent reisten nach Koblenz und arbeiteten in den verschiedenen Bereichen der Werkstatt mit (unter anderem Schreinerei, Schlosserei, Bürodienstleistungsbereich, Wäscherei).

Neben dem gemeinsamen Arbeiten wurden auch durch Betriebsleiter Dirk Schaal alle Facetten der Werkstatt dargelegt, von der Kundenstruktur bis zum gemeinsamen Mittagessen. Am Ende der Arbeitseinheit stand dann auch eine gemeinsame Auswertung des „Schichtwechsels“.

Der Verwaltungsnachwuchs zeigte sich beeindruckt von der Offenheit, der wertschätzenden Atmosphäre, der Professionalität und dem gelebten Inklusionsgedanken am Arbeitsplatz für Menschen mit Einschränkungen.

Eine Studentin merkte abschließend an: „Niemand kann die Einzigartigkeit der Werkstätten und der Menschen dahinter besser vermitteln als die Mitarbeiter selbst – der Rollenwechsel hat mir eine deutliche andere Sicht auf Teilhabe ermöglicht.“

Auch die Werkstattvertreter zeigten sich zufrieden: „Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind innovative Orte der beruflichen und sozialen Inklusion sowie der Wertschätzung des Einzelnen und seiner Möglichkeiten. Durch Projekte wie ‚Sichtwechsel durch Schichtwechsel‘ wollen wir uns der Öffentlichkeit präsentieren und zeigen, dass Werkstätten, entgegen eventuell vorherrschender Ansichten, keine ‚Verwahranstalten‘ sind, sondern moderne Unternehmen, die eine passgenaue Qualifikation und personenorientieren Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen anbieten.“ Pressemitteilung der

Rhein-Mosel-Werkstatt gGmbH

Unter anderem in der Wäscherei lernten die Studenten das inklusive Arbeiten kennen.

Unter anderem in der Wäscherei lernten die Studenten das inklusive Arbeiten kennen.

Stefan Zeidan berichtet eindrucksvoll von seiner beruflichen Perspektive.

Stefan Zeidan berichtet eindrucksvoll von seiner beruflichen Perspektive.

Mit einem eindrucksvollen Vortrag von Johannes Diederichs und Stefan Zeidan vor den Studenten in der Hochschule in Mayen startete das Projekt.

Mit einem eindrucksvollen Vortrag von Johannes Diederichs und Stefan Zeidan vor den Studenten in der Hochschule in Mayen startete das Projekt.

Am Ende der beiden Tage gab es nur strahlende Gesichter. Fotos: Rhein-Mosel-Werkstatt

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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