Eindrucksvoller Vortrag im katholischen Forum
„Sie haben alles verloren, außer ihren Glauben“
Bruder Andreas Knapp sprach über die Verfolgung der Christen im Nahen Osten
Koblenz. Einen Einblick in die politische Lage im Nahen Osten und das Leid der dortigen Christen hat Bruder Andreas Knapp während des katholischen Forums im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz gegeben. Der Theologe, Priester und Dichter Knapp lernte in Leipzig Christen aus Mossul, einer Stadt im Norden des Iraks, kennen. „Sie waren meine Nachbarn und luden mich ein, mit ihnen Fotos ihrer alten Heimat zu schauen.“ Die vielen Bilder von Kirchen, die durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) zerstört wurden, berührten den Gefängnisseelsorger. Knapp reiste 2015 mit seinem Nachbar Yousif in den Nordirak. „Die Christen wurden als Verbündete der westlichen Staaten angesehen und vom IS diskriminiert, zu hohen Schutzgeldern gezwungen und ermordet.“ Ihnen blieb nur die Wahl zwischen Konvertieren oder Flucht. Viele verließen ihre alte Heimat in Richtung des autonomen Kurdengebiets und leben dort bis heute in Flüchtlingscamps. „Sie haben alles verloren, außer ihren Glauben!“ Knapp brachte den Zuhörerinnen und Zuhörern das Leid und das Schicksal der christlichen Flüchtlinge näher. Zusätzlich beleuchtete er die Vorgehensweisen des IS im Irak.
Nächstes Forum
Das nächste katholische Forum findet am Montag, 23. April um 19 Uhr im Klangraum des Cusanus-Gymnasiums statt. Der Kunsthistoriker und Geschäftsführer des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Dr. Martin Bredenbeck, spricht über das Thema „Kolumbarium, Vereinsleben, Kletter- oder Konzerthalle? Die Zukunft unserer Kirchen“. Weitere Informationen gibt es bei der Katholischen Erwachsenenbildung, Fachstelle Koblenz unter Tel. (02 61) 9 63 55 90 oder per Mail an keb.koblenz@bistum-tier.de.
