Allgemeine Berichte | 30.11.2016

Informationsveranstaltung des Flüchtlingshelferkreis Rheinbach

Sie sollen gut ankommen

Flüchtlinge bei der Apfelernte. privat

Rheinbach. Spätestens nach der dritten Folie des PowerPoint-Vortrags wurde allen Zuhörern bewusst, welches Potenzial im Flüchtlingshelferkreis Rheinbach (FHKR) vorhanden ist und wie viel Zeit dieser aufbringt, damit die Asylbewerber und anerkannten Flüchtlinge nach ihrer Flucht in der Voreifelstadt gut ankommen können. In seiner zweiten Informations- und Werbeveranstaltung machte das Leitungsteam mit Susann Heilmann, Dirk Frankenberger und Gert-Uwe Geerdts deutlich, dass rund 16 Arbeitsgruppen tätig sind, um diesen Neubürgern, wie sie von ihnen genannt werden, den Weg zu ihrer Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern.

„Café International“

Zentrale Anlaufstelle ist das „Café International“, das montags von 10 bis 12 Uhr im Jugendzentrum „Live“ in der Bachstraße geöffnet ist. Dort finden die ersten Begegnungen mit den Helferinnen und Helfern in ungezwungener Atmosphäre statt. Bei Tee oder Kaffee werden Fragen beantwortet, amtliche Schreiben erläutert und die Bewältigung des Formulardschungels mithilfe von „Bürokratielotsen“ angeboten. Dort werden die Daten aufgenommen, die später für die Betreuung hilfreich sind, sei es für die Einzelpersonen, Kinder oder Familien. Notwendig ist diese „Registrierung“, da der Datenschutz es der Stadt Rheinbach verbietet, dem Helferkreis Angaben über den Namen die Nationalität oder Ähnliches weiterzugeben. Dafür weiß der Helferkreis aber jetzt, welche Sportarten die Flüchtlinge gerne betreiben und welche Berufe sie in ihrem Heimatland hatten.

Integration durch Arbeit

So ist es in Zusammenarbeit mit den Neuen Pfaden und deren Arbeitgeberlotsen, Gernolf Karrer, möglich, gezielt Praktikumsplätze auszuwählen, vorausgesetzt, die Rheinbacher Gewerbetreibenden bieten solche an. Den Arbeitgebern wird hierbei die bürokratische Arbeit mit den Behörden abgenommen, beziehungsweise sie werden von ihm unterstützt und rechtliche Fragen geklärt. Vorrangig notwendig für diese Praktika sind aber Deutschkenntnisse. Diese werden zuvor von vielen ehrenamtlichen Sprachvermittlern in unterschiedlichen Sprachkursen angeboten, bis dann, leider ofterst nach Monaten, die Entscheidung über die Anerkennung als Flüchtling erfolgt. Danach muss dann der offizielle Integrations-, sprich Deutschkurs verpflichtend besucht werden, vorausgesetzt, es stehen genügend qualifizierte Lehrer zur Verfügung. Und hier stößt die VHS bereits zahlenmäßig mit dem Lehrpersonal an ihre Grenzen. Doch auch die ehrenamtlichen Sprachvermittler können hierbei weitere Unterstützung gebrauchen. Oft wird schon damit geholfen, dass man einfach im Unterricht neben einem Deutschlernenden sitzt und ihn hierbei unterstützt.

Kleiderstube kein Basar

Gerne besucht wird auch am Montag die Kleiderstube im ehemaligen Netto-Markt in der Bachstraße. Dort müssen die Neubürger feststellen, dass diese Kleiderstube kein Basar ist, denn bei den schon niedrigen Anerkennungspreisen lassen die dortigen Helferinnen nicht mit sich handeln, wie Dirk Frankenberger schmunzelnd berichtet.

Kooperationspartner

Doch ohne die zahlreichen Kooperationspartner, so wurde deutlich gemacht, könnte auch der Helferkreis seine Arbeit nicht so effizient gestalten. Hierzu gehört der St. Georgsring mit seinem Möbellager und der Fahrradwerkstatt, wo unter fachkundiger Anleitung gespendete Fahrräder von Flüchtlingen verkehrssicher gemacht werden. Das Möbellager ermöglicht, eine Grundausstattung für eine Wohnung zu erstehen, soweit sie überhaupt angemietet werden konnte. Der knappe Wohnraum in Rheinbach ist ein großes Problem für die anerkannten Flüchtlinge, wie bedauernd hervorgehoben wurde. Denn die Miete wird vom Jobcenter übernommen, bis eine reguläre Arbeit gefunden wurde. Neben der Diakonie ist die Caritas und andere Partner am Runden Tisch vertreten. Und bei den Aktionen und Unternehmungen von Abenteuer- Pur gehören Flüchtlingskinder inzwischen ebenfalls zu den Teilnehmern. Bei einigen Sportvereinen wird die Sprache im wahrsten Sinne des Wortes spielend erlernt, wobei Fußball die beliebteste Sportart ist. War die Beziehung zur Stadt Rheinbach anfangs durchaus nicht harmonisch, so trifft sich inzwischen das Leitungsteam monatlich mit der Spitze der Verwaltung auf Augenhöhe und kann anstehende Probleme im Lenkungsgremium Asyl direkt klären.

Kulturelle Begegnung

Gemeinsames Kochen von Migrantenfrauen und Deutschen, Bastelnachmittage, eine Garten-AG und auch die vom St. Georgsring organisierte Apfelernte tragen dazu bei, sich näher zu kommen und besser zu verstehen. So wird auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt, wie im letzten Jahr, erneut Selbstgebackenes gegen eine Spende angeboten.

Helfer gesucht

Es sind immer noch 473 Asylbewerber und Flüchtlinge, die in Rheinbach eine neue Heimat gefunden haben. Damit sie hier gut ankommen und der soziale Friede in der Voreifelstadt weiterhin gewährleistet ist, braucht der Flüchtlingshelferkreis weiterhin tatkräftige Hilfe. Den zeitlichen Rahmen kann jeder für sich selber festlegen. So muss zum Beispiel die Homepage gepflegt und bei Arztbesuchen begleitet oder Behördengänge organisiert werden. Interessierte können sich auch mit der Teamleitung per Email unter info@fluechtlingshilfe-rheinbach.de in Verbindung setzen. „Oder sie kommen montags einfach einmal zu einer Tasse Kaffee ins Café International“, so Susann Heilmann.

Flüchtlinge bei der Apfelernte. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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