Allgemeine Berichte | 05.12.2023

Vollbesetzte Hocheifelhalle in Adenau beim Konzert der Magic Gregorian Voices

Sieben bulgarische Sänger begeisterten

Gregorianische Musik gab es in der vollbesetzten Hocheifelhalle zu hören.  Foto: Werner Dreschers

Adenau. War die erste Hälfte des Konzertes durch christlich-mittelalterlichen Gesang der Liturgie bestimmt, so wandte sich die zweite Hälfte Klassikern der Popmusik zu. Songs wie das berühmte „Hallelujah“ von Leonhard Cohen, der „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel, auch „Amazing Grace“ von Andrew Lloyd Webber als eine Komposition mit Spiritualitätshintergrund kamen bestens an. Insgesamt war die Repertoireauswahl geeignet, ein emotionales Klangerlebnis zu verschaffen, die Zuhörer in eine faszinierende Welt abseits des Alltäglichen zu entführen, magische Momente zu erleben, wie der Name der Sängergruppe es vorgibt. Die Sänger verstanden es, dem Publikum die eigenen Emotionen authentisch zu vermitteln, sie in ihren Bann zu ziehen. Die musikalisch-künstlerische Leitung oblag Georgi Pandurov, er ist renommierter Opernsänger.

Mystische Atmosphäre, unterstrichen durch die zurückhaltende Bühnengestaltung in magischem Rot, machte den besonderen Reiz aus, die Kleidung der Sänger entsprach gängiger Vorstellung von traditionellen Mönchskutten des Mittelalters. Seit Jahrhunderten begeistert gregorianischer Gesang die Menschen, vermittelt der Gesang meditative Stimmung in hoher Intensität. Der Name leitet sich von Papst Gregor dem Großen ab (540-604, Pabst ab 590). Die einstimmige Musik wirkt betont einfach und schlicht, teils geradezu asketisch, verzichtet auf musikalische Kontraste und auf instrumentale Begleitung. Sie geht auf die Liturgie der katholischen Kirche zurück, gilt als ein musikalisches Fundament der abendländischen Musikkultur. Die getragenen Melodien in Latein sind möglicherweise ohnedies besonders geeignet eine festliche Stimmung zu erzeugen. Gregorianische Choräle für den liturgischen Gebrauch finden sich in bekannten Choralbüchern wie etwa dem „Graduale Romanum“.

Nach einer deutlich wahrzunehmenden Wiederbelebung der gregorianischen Musik im 19. Jahrhundert wurde sogar gelegentlich versucht, ein gewisses esoterisches Wohlgefühl durch den Gesang zu vermitteln, gab es zahlreiche pubikumszugängliche Interpretationen gregorianischer Musik. Der Gesang fand Einzug in zeitgenössische Werke, die große Popularität erlangten, dies nicht zuletzt sehr kassenwirksam. Möglicherweise ist der Erfolg der Pop-Klassiker mit gregorianischen Elementen aber auch auf eine vielleicht unbewusste Sehnsucht nach Spiritualität zurückzuführen, wie es gelegentlich heißt, ein Gegengewicht zum allzu Vordergründigen und Materiellen der aktuellen Zeit?

In Adenau trafen sich Mittelalter und Gegenwart formidabel in einem Konzerterlebnis besonderer Art, das großen Anklang fand. Mehrere Zugaben waren da selbstverständlich.

Gregorianische Musik gab es in der vollbesetzten Hocheifelhalle zu hören. Foto: Werner Dreschers

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