Allgemeine Berichte | 04.10.2014

Calmont-Region trifft Schweizer Bergwelt

Siegerfeier im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb

Bremm, Ediger-Eller und Neef zu Gast in Vals, Kanton Graubünden

Die Abordnung der Calmont-Region nahm den Preis in Vals (Schweiz) entgegen. privat

Cochem-Zell. Anlässlich der Siegerfeier im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2014 hatte der Preisträger aus dem Jahr 2012 die Siegergemeinden 2014 nach Vals in die Schweiz eingeladen. Darunter die Calmont-Region mit den Gemeinden Bremm, Ediger-Eller und Neef, die im Wettbewerb 2014 einen hervorragenden zweiten Platz belegte und für eine ganzheitliche, nachhaltige, mottogerechte und zukunftsfähige ländliche Entwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet wurde. Die interdisziplinär zusammengesetzte internationale Jury konstatierte allen 29 teilnehmenden Bewerbern aus ganz Europa, die im Jahr 2014 unter dem Motto „besser leben“ am Wettbewerb teilgenommen haben, ein hohes Niveau. Sieger und Träger des Europäischen Dorferneuerungspreises 2014 wurde die Gemeinde Tihany aus Ungarn. Tihany (1.400 Einwohner) ist ein Ort auf der gleichnamigen Halbinsel am nördlichen Ufer des Plattensees. Der Ort gehört zum Komitat Veszprém im westlichen Zentralungarn. Die Landschaft ist reich an historischen Denkmälern und Naturschätzen. Tihany beeindruckte mit einem beispielhaften Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. „Dass erstmals der Teilnehmer eines Landes, das bis 1989 hinter dem Eisernen Vorhang gelegen ist, mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet wurde, macht deutlich, welch große Entwicklungsfortschritte dort im letzten Vierteljahrhundert erreicht werden konnten“, so der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll.

Die Calmont-Region vertrat Rheinland-Pfalz bravourös. Sie und der gleichnamige Förderverein setzen auf die zukunftsfähige Entwicklung der vorhandenen Stärken. Durch den Erhalt des Steillagenweinbaus gibt es ein klares Bekenntnis zur Weinkulturlandschaft Mosel und den landschaftsprägenden Terrassen und damit unmittelbar zusammenhängend auch zum Qualitätstourismus. Ebenfalls untrennbar in Verbindung dazu steht die Förderung von Kunst und Kultur mit der Ruine des Klosters Stuben als kulturellem Zentrum. Im Rahmen des Programms „Mehr Grün durch Flurbereinigung“ und Dank des Pilotprojektes „Roter Moselweinbergpfirsich“ in den Jahren 2000 bis 2010 hat diese Besonderheit der Moselregion eine Renaissance erfahren. Der hohe Vernetzungsgrad der gesetzten Maßnahmen und klare Strategien zur Erreichung der Ziele und Visionen sind in hohem Maße gegeben und werden „gelebt“, so die Laudatio anlässlich der Siegerfeierlichkeiten in Vals.

Insgesamt waren zu den Feierlichkeiten der Preisverleihung über 1.000 Gäste nach Vals eingeladen. Neben der offiziellen internationalen Jury und zahlreichen Delegationen der teilnehmenden Gemeinden und Regionen, darunter eine 34 Personen umfassende Gruppe aus der Calmont-Region, konnte Vals die offiziellen Vertreter der ARGE, Vertreter der Euroäpischen Union, des Bundes und des Kantons Graubünden begrüßen. Die kleine Bergdorfgemeinde Vals hatte sich mächtig herausgeputzt, um sich und ihre Kultur ihren Gästen zu präsentieren. Das dreitägige Programm umfasste zahlreiche Führungen durch das Dorf Vals, das Kraftwerk der Zervseila AG mit dem Stausee, ein Tuffsteinwerk und die Valser Mineralquellen. Auf einem Dorfmarkt wurden Valser Produkte und Spezialitäten angeboten. Ein besonderes Erlebnis für alle Gäste war der Alpabzug. Die Landwirtschaft hat neben dem Tourismus mit 18 Betrieben in Vals noch immer eine große Bedeutung.

Mittelpunkt und zugleich Höhepunkt des dreitägigen Festes war der große Festakt am Freitag Nachmittag. Im Rahmen des Festaktes wurden die am Wettbewerb teilnehmenden siegreichen Gemeinden in Wort und Bild vorgestellt und die Preise verliehen. Hierfür hatte die Gemeinde Vals ein großes Festzelt aufgestellt und festlich geschmückt. Die 29 teilnehmenden Gemeinden und Regionen präsentierten in kleinen Nischen eingegliedert ins Zelt die Besonderheiten ihrer Region, kulinarische und kulturelle Schätze und trugen neben einheimischen Vereinen mit gekonnten Darbietungen aus ihren Regionen zur Unterhaltung der Gäste bei. Die Ausstellungs- und Begegnungsräume boten dabei eine hervorragende Grundlage für einen intensiven Erfahrungsaustausch unter den Wettbewerbsteilnehmern.

Bei einem gemeinsamen Abendessen der Vertreter aus der Calmont-Region würdigten Landrat Manfred Schnur und Bürgermeister Helmut Probt, die mit nach Vals angereist waren, die Verdienste der Akteure aus der Heimatregionen. „Der Landkreis Cochem-Zell und auch ich sind mächtig Stolz auf die Calmont-Region und die hier im Ehrenamt gelebten Leistungen. Ich kann der Calmont-Region und den Menschen in der Region nur gratulieren. Ein besseres Beispiel für ein ehrenamtliches Engagement kann ich mir nicht vorstellen“, so Schnur. „Ein Preis und eine Ehre“, so Probst weiter, „den die Menschen in der Calmont-Region, wie ich finde, verdient haben. Ein Erfolg, den ich in meiner bisherigen Dienstzeit noch nicht erlebt habe und in meiner restlichen Amtszeit als Bürgermeister voraussichtlich nicht mehr erleben werde. Ich hoffe und wünsche mir, dass das, was in der Calmont-Region in den letzten 15 Jahren gewachsen ist, noch lange Bestand hat, das Gemeinschaftsgefühl erhalten bleibt und Projekte und Ideen auch in der Zukunft fort- und weiterentwickelt werden“.

der VG Cochem

Die Abordnung der Calmont-Region nahm den Preis in Vals (Schweiz) entgegen. Foto:

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