Fotowettbewerb des Vereins zur Förderung der Partnerschaft zwischen Quesnoy-sur-Deûle und Swisttal
Siegerfoto: "Europa für alle"
Swisttal-Heimerzheim. Ein Fotowettbewerb bringt es mit sich, dass ein Foto für den ersten Preis ausgesucht werden muss. Oftmals ist dies schwierig, aber bei dem Ende des vergangenen Jahres ausgelobten Wettbewerb des „Vereins zur Förderung der Partnerschaft zwischen Quesnoy-sur-Deûle und Swisttal“ gab es ein eindeutiges Votum. Die Jury, bestehend aus der Vorsitzenden Monika Wolf-Umhauer, ihrer Stellvertreterin Stéphanie Duhr, Bürgermeister Eckhard Maack und als Profi der Fotograf Wolfgang Henry, sah das Foto „Europa für alle“ weit vorn. Beim Fest zum 20. Geburtstag der Städtepartnerschaft in Quesnoy gab es wie immer bei solchen Anlässen einen Festzug mit Musik zum dortigen Soldatenfriedhof, wo einst der Gedanke eines freundschaftlichen Austausches begann. An diesem Tag hatte eine Grundschullehrerin ihre Schulklasse aktiv in das Geschehen mit eingebracht und sie mit Partnerschafts-T-Shirts und Europafähnchen ausgestattet. Ihren ersten Preis konnte Catherine Mille leider nicht selbst in Empfang nehmen, aber der Partnerschaftsverein hat sie zum nächsten Besuch aus Quesnoy, der für den 18. und 19. Mai mit einem Chortreffen vorgesehen ist, eingeladen. Der 2. Preis wurde dem Foto „Beginn einer Freundschaft“ zuerkannt, das die französische Gastmutter Rosine mit dem deutschen „Austauschenkel“ Daniel beim ersten Treffen zeigt. Fotograf Dieter Trammer konnte sich über einen Gutschein freuen, der ihm ein Jahr lang eine kostenlose Teilnahme am regelmäßigen Jour Fix garantiert. Für das Foto „Gemischtes Doppel beim Tischtennis“ erkannte die Jury auf den 3. Preis. Es zeigt die drei Kinder einer französischen Familie beim Besuch in Swisttal mit den beiden Kindern ihrer Gastgeber beim gemeinsamen Tischtennisspiel. Ein Gutschein über 50 Euro geht an Laurence Rutecki nach Frankreich.
Persönliche Kontakte
„Die vielen persönlichen Kontakte unterhalb der großen Politik sind das Fundament einer wirklichen Freundschaft zwischen zwei Nationen“, begründet Monika Wolf-Umhauer den Einsatz des Partnerschaftsvereins, die seit über 30 Jahren andauernde Freundschaft zwischen der nordfranzösischen Stadt Quesnoy-sur-Deûle und Swisttal immer wieder mit Leben zu füllen. Waren es zuerst private Kontakte zwischen dem Sportverein Hertha Buschhoven und dem Spielmannzug der Freiwilligen Feuerwehr zu Frankreich, so wurden 1990 in einem feierlichen Akt im Swisttaler Rathaus offiziell Partnerschaftsurkunden ausgetauscht. Der 2006 gegründete Swisttaler Partnerschaftsverein lädt alle Swisttaler ein, an dieser Freundschaft aktiv mitzuwirken (kontakt@swisttal-quesnoy.de).
50 Jahre Élysée-Vertrag
Für die große Politik war dann Karl-Heinz Lamberty aus dem Bundespresseamt zuständig. In seinem Festvortrag zum 50-jährigen Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages gelang es ihm eindrucksvoll, den schwierigen, aber von vorausschauenden Politikern für unbedingt notwendig erachteten Schritt einer Aussöhnung und Zusammenarbeit zwischen den einstigen „Erbfeinden“ Frankreich und Deutschland darzustellen. „Der Vertrag ist trotz anfänglicher Skepsis ein großer Erfolg geworden“, so Lamberty. Dazu beigetragen haben die seinerzeit im Elyseepalast vereinbarten regelmäßigen Konsultationen, in der alle Politikbereiche bearbeitet und so zu einem Motor der europäischen Einigung geworden sind. „Es gebe natürlich immer wieder mal Meinungsverschiedenheiten, aber bisher sind die beiden Staaten dabei immer wieder gut herausgekommen“, meinte der Festredner und schloss mit dem § 3 des Rheinischen Grundgesetzes, „es hät noch emmer joot jejange“.
Festredner Karl-Heinz Lamberty spricht über die Erfolgsgeschichte „Èlysee-Vertrag“.
