Allgemeine Berichte | 12.02.2020

Bundesweiter Vorlesewettbewerb in Rheinbach

Silas Worm gewinnt den Kreisentscheid

Schüler des Sankt-Joseph-Gymnasiums ist der fünfte Siege in Folge aus der Glasstadt

Am Ende strahlten alle und freuten sich mit dem verdienten Sieger. Fotos: privat

Rheinbach. Fast 400 Besucher ließen sich in der Aula des Städtischen Gymnasiums (Stadttheater) von Büchern und hoher Vorlesekunst begeistern. Die Rheinbacher Schulsieger überzeugten in der von Christel Engeland und Julius Esser kurzweilig moderierten Veranstaltung.

Seit 1959 richtet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Vorlesewettbewerb für Sechstklässler aus. Bereits zum vierten Mal wurde der Kreisentscheid in Rheinbach durchgeführt. Die Buchhandlung Kayser, in Kooperation mit der öffentlichen Bücherei St. Martin und dem Verein „Rheinbach liest“, fungierte als lokaler Veranstalter. Diesmal war, wie schon 2017, das Städtische Gymnasium Gastgeber. Die Schule hatte die Bühne mit Unterstützung der Technik- bzw. der Kulissen-AG prächtig hergerichtet. 17 Schulsieger aus Bornheim, Meckenheim, Königswinter, Bad Honnef, Hennef, Alfter und Rheinbach gingen in zwei Veranstaltungsblöcken an den Start und sorgten für ein Fest des Vorlesens. Erstmals waren auch Klassen von weiter her angereist.

Maja Niebes, Schulsiegerin der Gesamtschule, las als vierte Starterin aus Kirsten Boies „Ein Sommer in Sommerby“. Die Jury um WDR-Sprecherin Regina Münch war beeindruckt von Majas fein nuancierter Gestaltung einer atmosphärisch dichten Stelle der spannenden Feriengeschichte. Und so durfte Maja in die Fremdtext-Runde, wo sie ebenfalls glänzte und nur denkbar knapp von der Bad Honneferin Anouk Kaufmann am Finaleinzug gehindert wurde. Dieses Schicksal ereilte ebenfalls den ganz hervorragend lesenden Meckenheimer Leonhard Labruien vom Konrad-Adenauer-Gymnasium (Roald Dahl: „Sophiechen und der Riese“). Im zweiten Block sorgte Silas Worm, Schüler des Sankt-Joseph-Gymnasiums, für mächtig Gänsehaut mit einer dramatischen Romanstelle über einen pakistanischen Migranten in den USA „1x Pech und 11x Glück“ von Alissa Hollingsworth. Kaum weniger kraftvoll präsentierte sich Lea Nießeri vom gastgebenden Städtischen Gymnasium. In ihrer Textstelle trifft die Protagonistin Annabelle auf die gewalttätige Mitschülerin Betty (Lauren Wolk: „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“). Auch diese beiden Rheinbacher schafften es in die Fremdtext-Runde und hinterließen bei „Rico, Oscar und das Herzgebreche“ einen souveränen Eindruck. Riesengroß war der Jubel, als Silas schließlich als Finalteilnehmer feststand.

Beim Lesen eines weiteren Fremdtextes, dem absurd-komischen „Charlie und der gläserne Aufzug“ von Roald Dahl, zeigte der junge Wormersdorfer erneut seine Vielseitigkeit. Vom ersten Satz an traf er den richtigen Ton und bewies eine ungewöhnliche Sicherheit auch bei schwierigen Passagen. Mit dieser souveränen Vorstellung konnte er sich gegen Anouk Kaufmann durchsetzen und wurde verdient Kreissieger. Silas Worms Erfolg ist mittlerweile der fünfte Sieg in Folge von „Team Rheinbach“ in einem Kreisentscheid. Katja Krancke (2015), Gesine Engel (2016), Victoria Schaay (2017, spätere Deutschland-Siegerin) und Philipp Schwarzer (2018) trugen sich in den Jahren davor bereits in die Siegerliste ein. Philipp und Victoria hatten sich mit Tom Warhonowicz (Schulsieger Gesamtschule 2015/16) für die zahlreichen Coachings der „Neuen“ zur Verfügung gestellt und machten nun auch beim Anlesen der drei Fremdtexte eine ausgezeichnete Figur. Die Bornheimer Büchereileiterin Brigitte Nowak zeigte sich als Jurorin beeindruckt vom Engagement in der Glasstadt. Herbert Kalkes, Leiter der Öffentlichen Bücherei in Meckenheim kommentierte präzise: „Eine tolle Veranstaltung!“

Die Jury war gewohnt hochkarätig besetzt. Neben Brigitte Nowak, Herbert Kalkes und Regina Münch vergaben auch der Rezitator Karl Hempel, Literaturwissenschaftler Dr. Roland Ißler von der Uni Bonn sowie Gertraud Stelling von der Hochschul- und Kreisbibliothek Bonn/Rhein-Sieg ihre Wertungen.

Auf Silas, der von seiner anwesenden Klasse lautstark gefeiert wurde, wartet nun mit dem Entscheid für den Regierungsbezirk Köln die nächste Hürde. Das „Team Rheinbach“ wird ihn wieder unterstützen. Vielleicht sieht man den Sechstklässler sogar beim NRW-Entscheid wieder, der nach heutigem Stand am 11. Mai im Rheinbacher Glasmuseum ausgerichtet wird.

Silas Worm konnte sich auf Kreisebene durchsetzen und ist nun eine Runde weiter.

Silas Worm konnte sich auf Kreisebene durchsetzen und ist nun eine Runde weiter. Foto: URSULA PETERS

Am Ende strahlten alle und freuten sich mit dem verdienten Sieger. Fotos: privat Foto: URSULA PETERS

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