Allgemeine Berichte | 14.12.2022, 10:43 Uhr

Deutscher Tierschutzbund gibt Hinweise für Tierhalter zum Jahreswechsel

Silvesterfeuerwerk: Angst und Stress für Tiere

Symbolbild. Foto: Pixabay
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Bonn. Raketen und Knaller an Silvester lösen bei vielen Tieren Stress, Angst oder sogar Panik aus. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich daher schon lange für den Verzicht aus und fordert – auch im Schulterschluss mit anderen Organisationen – ein Verbot der privaten Böllerei. Tierhaltern rät der Deutsche Tierschutzbund, Tieren den Jahreswechsel so angenehm wie möglich zu gestalten.

„Während Menschen mit Raketen und Knallern das neue Jahr begrüßen, lösen der ohrenbetäubende Lärm, der Brandgeruch und blitzende Lichter am Himmel bei vielen Tieren Todesangst aus“, sagt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Hunde verkriechen sich zitternd in der hintersten Wohnungsecke und trauen sich manchmal sogar Tage danach kaum aus dem Haus. Katzen, die draußen unterwegs sind, fliehen in Panik und finden nicht mehr heim. Pferde auf der Koppel laufen Gefahr, sich bei Fluchtversuchen zu verletzen. Wildvögel fliegen panisch von ihren Schlafplätzen auf und verlieren in der kalten Nacht lebensnotwendige Energie. „Besonders dramatisch ist, dass all dies nicht ausschließlich um Mitternacht geschieht, sondern oftmals auch an den Tagen davor und danach, an denen ebenfalls geböllert wird“, sagt Gerlach.

Deutscher Tierschutzbund gibt Silvester-Tipps für Tierhalter

Für die Tage rund um Silvester empfehlen die Tierschützer, Hunde beim Gassigehen besser an der Leine zu lassen. Katzen bleiben in der Zeit sicherheitshalber im Haus. Die Kennzeichnung und eine anschließende Registrierung der Tiere bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, geben Sicherheit, sollte sich das Tier doch einmal losreißen bzw. nicht nach Hause finden. Halter von kleinen Heimtieren und Vögeln können Gehege und Volieren in einem möglichst ruhigen Raum und mit einiger Entfernung zum Fenster unterbringen und sie mit einem Tuch abdecken. Außengehege sollten abgeschirmt und gegen einfallende Feuerwerkskörper gesichert sein. In der Wohnung sollten Tierhalter alle Fenster, Türen und Rollos schließen, damit der Lärm und die Lichtblitze möglichst gedämpft werden. Eine Geräuschkulisse von Fernsehen oder Radio kann ebenfalls helfen, Außengeräusche zu überdecken. „Insbesondere Hunde und Katze sollte man nicht allein lassen, weil „ihre“ Menschen den Tieren ein Gefühl von Sicherheit geben. Auch, wenn ein Tier sich lieber verkriecht, was man respektieren sollte, wirkt die Anwesenheit des Menschen stressmindernd“, so Gerlach. „Wichtig ist, dass man selbst normal und entspannt mit den Tieren umgeht, um ihre Angst nicht zu verstärken.“

Verbände fordern böllerfreies Silvester

53 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen* sprechen sich im Jahr 2022 für ein Verbot von Böllern und Raketen an Silvester aus – zu Gunsten des Tierschutzes, aber auch aus Umweltschutz- und Sicherheitsgründen. In einem offenen Brief, initiiert von der Deutschen Umwelthilfe, fordert der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit vielen anderen Organisationen Bundesinnenministerin Nancy Faeser zum Handeln auf. Sie fordern, den privaten Kauf und Gebrauch von Pyrotechnik zu Silvester dauerhaft zu beenden. Dafür müssten lediglich zwei Sätze in der aktuellen Sprengstoffverordnung gestrichen werden. Tierfreunde können diese Aktion für ein böllerfreies Silvester auf der Website der Deutschen Umwelthilfe mit ihrer Stimme unterstützen.

Pressemitteilung

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Symbolbild. Foto: Pixabay

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