Allgemeine Berichte | 01.04.2026

Politische Korrektheit im Karneval:

Sinziger KG nennt sich in „Närrische Bubinnen und Buben“ um

Stolz wurde am 1. April die Vereinsfahne der Öffentlichkeit präsentiert. Foto: privat

Sinzig. Als die Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ im Jahre 1967 gegründet wurde, hätten die karnevalistischen Urväter von damals diesen Schritt wohl kaum für möglich gehalten: Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. April 2026 wurde der Traditionsverein offiziell in KG „Närrische Bubinnen und Buben“ umbenannt. Ziel ist es, für mehr Geschlechterneutralität zu sorgen. „Wir haben gemerkt, dass sich die weiblichen Vereinsmitglieder sich mit dem Wort „Bube“ kaum oder gar nicht identifizieren können“, erläutert ein Vertreter der KG den Schritt. Für viele Sinziger war das lange überfällig: Schließlich gibt es seit einigen Jahren an den Schulen auch keine reinen „Schüler“ mehr. Vielmehr drücken nun „Schülerinnen und Schüler“, manchmal auch „SchülerInnen“ und „Schüler*Innen“ die Schulbank. Nun wollen die Karnevalisten nachziehen und sich modern präsentieren. Das trifft den Zeitgeist: Einstimmig wurde die Namensänderung verabschiedet. Doch nicht nur die politische Korrektheit war ein Motor für die Umbenennung. Vielmehr erhofft man sich durch die offene Denkweise auch mehr Verstärkung im karnevalistischen Nachwuchs. „Viele Jugendlicherinnen und Jugendliche hätten sicher Spaß am Karneval, doch der konservative Name schreckte bisher ab“, ist sich der Verein sicher.

Vorschlag positiv angenommen

Generell kamen bei der Neugestaltung der Außenwirkung der KG auch ganz andere Themen auf den Tisch. So zum Beispiel wurde der Begriff des Tanzmariechens kontrovers diskutiert. Viele der männlichen Bubinnen und Buben fühlten sich dadurch stark diskriminiert. Nun plane man eine Neukonzeption und auch hier eine Umbenennung. Zahlreiche Vorschläge wurden bei der Sitzung eingebracht. „Tanzmario“ wäre ebenso denkbar wie das „Tanzmariechus“ und auch „Herr Tanzmariechen“. Nach der Abstimmung setzte sich der erste Vorschlag durch und nun wäre also der Weg für männliche Darsteller der traditionsreichen Figur geebnet. Obwohl sich noch kein freiwilliger Tanzdarsteller gemeldet hat, bestellte man gleich Perücken mit möglichst androgynem Aussehen, die man so lange auf der neuen Unisex-Toilette im Helenensaal zwischenlagert bis ein Bube den Posten des „Tanzmario“ übernehmen möchte.

Ein Sechsgestirn für die nächste Session

Zum Abschluss kamen die Überlegungen diesbezüglich jedoch nicht. Denn zunächst galt es ein ganz anderes Problem zu lösen: Für Sorgenfalten führte nämlich der Fall, noch einmal ein Dreigestirn zu stellen. Dass das Diskrimierung pur ist, zeigt sich an der Figur der Jungfrau, die bisher ein verkleideter Mann ist. Für einige positive Resonanz sorgte der Vorschlag aus den Reihen der Bubinnen und Buben, künftig ein Sechsgestirn zu stellen um alle Genderprobleme aus dem Weg zu räumen. So würde künftig eine Prinzessin und Prinz, Bäuerin und Bauer sowie Jungfrau und Jungmann den Karneval in der Barbarossastadt repräsentieren. Hier wurden auch kritische Töne laut: Es würde sich als schwierig gestalten, so viele Namen auf einem Karnevalsorden abzubilden. Doch ein passende Lösung wurde ebenfalls gefunden. Ab sofort sollen nur Sechsgestirn-Anwärter mit kurzen, genderneutralen Vornamen wie Alex oder Kim zugelassen werden, da man so sinnvoll und antidiskriminierend kürzen könnte. Denn gerade die korrekte Namensnennung ist im Karneval wichtig. Die vorgetragenen Ideen beinhaltenden Lösung wie „Prinzessin und Prinz Alex I. bis II.“ und die stießen durchaus auf Gegenliebe.

Neue Farben für die KG

Nachdem die neue Identität der Traditions-KG gefunden wurde, möchte man dies nicht nur mit dem Namen nach außen tragen, sondern auch in den Vereinsfarben zeigen. Die KG Närrische Bubinnen und Buben werden in der nächsten Session das Blau-Gelb ebenfalls zusammenführen und mischen. Somit soll ein sattes Grün die Farbe des Sinziger Karnevals werden. Bei den Sinzigern kommt das gut an. Schon heute sprechen die Kinderinnen und Kinder der Barbarossastadt respektvoll von den „Grünen BubInnen“ wie der Slang-Name der KG auf den Straßen Sinzigs jetzt schon lautet.

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