Neue Medienkompetenz für Kinder und Eltern: Digitaltrainer und Medienpädagoge Frank J. Bündgen war zu Gast in beiden Grundschulen in Merl
„Smartphone-Überlebenstipps für Eltern“
Meckenheim-Merl. Das Videoportal Tik-Tok, das Onlinespiel Fortnite und der richtige Umgang mit den sozialen Medien wie Instagram. Der Digitaltrainer und Medienpädagoge Frank J. Bündgen wurde in die Grundschulen von Meckenheim-Merl eingeladen, um einen Einblick in die digitale Lebenswelt von Kindern zu geben und für mehr Medienkompetenz zu sorgen.
Am Abend des 14.11. waren die Eltern unter dem Motto „Smartphone-Überlebenstipps für Eltern“ eingeladen. Zu Beginn teilte Bündgen Fragebögen aus, welche die Eltern bitte für eine Verbesserung des Services ausfüllen sollten.
Angefangen vom Namen, Alter und Adresse, erstreckte sich der Fragebogen jedoch auch über Angaben zur Bankverbindung, Essgewohnheiten, bis hin zu der Anzahl an Toilettengängen und einem ausführlichen Bewegungsprotokoll der letzten sieben Tage. Wie zu erwarten, füllte keiner der anwesenden Eltern diese Fragen aus. Dies wunderte den Medienpädagogen nicht: „Das ist in der analogen Welt unmöglich, im digitalen Raum hingegen kein Problem.“
Bündgen erklärte, dass die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen im Bereich sozialer Medien wichtig sei, dies die Eltern jedoch nur leisten könnten, wenn sie selbst über genügend Wissen verfügten. Daher zeigte der Digitaltrainer und Medienpädagoge von Handy- und Computerspielen über soziale Medien wie Instagram und Tik-Tok bis hin zu künstlicher Intelligenz die Gefahren und Risiken, aber auch Chancen, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt werden oder andererseits nutzen können.
In einer lockeren Atmosphäre mit vielen Geschichten und Beispielen aus seinem eigenen Leben und persönlichen Erfahrungen mit seinen zwei Söhnen, erklärte Bündgen den Eltern zum einen, wie sie sich selbst und ihre Privatsphäre schützen und wie sie dies auch bei ihrem Kind leisten können. Man solle eine gute Balance zwischen Sicherheit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei Kindern und Jugendlichen anstreben. „Die Dosis macht das Gift“, so Bündgen.
Die Eltern interessierte häufig eine genaue Angabe, wie lange die Bildschirmzeit für Kinder und Jugendliche sei. Bündgen hingegen wies darauf hin, dass dies abhängig von der persönlichen Entwicklung des eigenen Kindes sei. Er riet den Eltern jedoch, sich selbst einmal damit auseinanderzusetzen, was die Kinder täglich nutzen. Beispielsweise ein Handy- oder Computerspiel gemeinsam mit dem Kind zu spielen, um besser einschätzen zu können, welchen Eindrücken und Einflüssen das
Kind während des Spiels ausgesetzt ist. Besonders wichtig erachtete er, vor allem bei solchen Spielen die Funktion des Chatrooms abzuschalten, damit die Kinder geschützt vor unangemessenen Nachrichten seien.
Dazu solle man am besten auch die Funktion der In-App-Käufe deaktivieren, um unerwünschte Käufe zu vermeiden.
Sein Vortrag richtete sich jedoch nicht nur auf die digitale Fürsorge für die Kinder und Jugendlichen durch die Eltern, sondern beleuchtete auch das eigene Verhalten im Netz. Dabei formulierte er den Wunsch: „Werden Sie bitte geizig mit ihren Daten.“ Dabei ging es auch um das Thema des Postens von Bildern des eigenen Kindes im Internet. Man wisse eben nie, wo diese Bilder am Ende landen und ob man dies in mehreren Jahren vielleicht bereue.
Ein kleiner Exkurs in die Welt der künstlichen Intelligenz zeigte eindrücklich, was Technik heutzutage leisten kann. Sie kann ganze Bücher in Minuten verfassen, Bilder animieren, aber auch Filme erstellen anhand eines Fotos und einer Stimmprobe. Auch in diesem Kontext wurde klar, wie wichtig der Umgang mit persönlichen Daten ist und das Schützen der Privatsphäre. Initiiert und unterstützt wurde der Informationsabend von der Stadt Meckenheim.
