Chor „Cantate“ gestaltet Musikalisches Abendlob in Vallendar
„Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre
Vallendar. „Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre“: Diese lateinische Wendung wurde von Johann Sebastian Bach oft verwendet und viele seiner Werke tragen die Abkürzung S. D. G. als Ausdruck des tiefen Glaubens und künstlerischen Selbstverständnisses. Es ist aber auch das Leitmotiv eines Musikalischen Abendlobes, das am Sonntag, 18. Mai 2025 um 18 Uhr stattfindet. Die Ausführenden des Konzertes sind der Chor „Cantate“ aus Vallendar sowie Chorleiter und Organist Johann Schmelzer, die die große Halle der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus Vallendar mit eindrucksvollem und zu Herz und Seele gehendem Klang erfüllen wollen. Das abwechslungsreiche, in drei thematische Programmblöcke gegliederte, anspruchsvolle Programm schlägt einen weiten Bogen von der Renaissance über die Romantik bis zur Moderne und bietet die ganze Bandbreite von verhalten-eindrücklichen Tönen bis zum festlich-kräftigen Jubelton. Die Blöcke werden durch Orgelwerke großer Meister sowie ein geistliches Wort von Pfarrer Martin Laskewicz verbunden. Der Eintritt ist frei, Spenden bei der Türkollekte werden erbeten. Der erste Konzertteil widmet sich der geistlichen Mehrstimmigkeit der Renaissance. Werke von Orlando di Lasso, Hans Leo Hassler und Jacob Handl zeugen von kunstvoller Polyphonie und spiritueller Tiefe. Das feierliche „Alta trinita beata“ (Anonymus) und Schütz‘ „Spes mea, Christe Deus“ schlagen eine Brücke vom Mittelalter zum Frühbarock und zeigen die klangliche Ausdruckskraft dieser Epoche.
Mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in G-Dur sowie dem meditativen „Trio über: Allein Gott in der Höh sei Ehr“ erklingen zwei Glanzlichter des barocken Orgelrepertoires im Bachjahr 2025 – virtuos, kontrapunktisch und voller innerer Kraft.
Die Romantik bringt eine neue Tiefe geistlicher Musik. In Werken von Moritz Hauptmann, Mendelssohn, Bruckner und Rheinberger zeigt sich der emotionale Ausdruckswille der Zeit. Klangschönheit, persönliche Frömmigkeit und harmonischer Reichtum prägen diesen Teil des Programms. Mit dem „Morceau de concert“ des französischen Romantikers Guilmant erklingt sodann ein eindrucksvolles und mitreißendes Beispiel für die sinfonisch inspirierte Orgelmusik des 19. Jahrhunderts.
Der letzte Block vereint geistliche Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Spirituelle Tiefe und neue klangliche Zugänge verbinden sich in Spiritual-Bearbeitungen („Swing low“, „Free at last“) und zeitgenössischen Werken von Colin Mawby, John Rutter, Wolfram Menschick und Carsten Gerlitz. Vom meditativen „Ubi caritas“ bis zum hoffnungsvollen „Irish Blessing“ entfalten sich moderne Perspektiven des Glaubens.
