Sommertour der Bürgerinitiative
Koblenz. Auch dieses Jahr traf sich die Steuerungsgruppe der Altstädter Bürgerinitiative zur „Sommertour“ um Entwicklungen und Eindrücke vor Ort zu besprechen. Während 2022 das Moselufer und die Rheinanlagen und 2023 Ideen zur Innenstadtbelebung im Mittelpunkt standen, führte die diesjährige Sommertour in besondere Ecken der Altstadt.
Unter dem Motto „Licht und Schatten“ wurde unter anderem die Situation in der Planpassage in Augenschein genommen: kaum zu glauben, was aus dieser ehemals attraktiven Passage geworden ist. Verschmutzung und Tristesse allenthalben. Es bleibt zu hoffen, dass durch den Abriss und die Neubebauung der Ecke Pfuhlgasse / Görgenstrasse hier eine ansprechende Lösung entsteht. Derzeit bleibt nur zu hoffen, dass möglichst wenige diese Passage nutzen, damit die Schattenseiten der Altstadt sich nicht im Gedächtnis verfestigen.
Danach ging es über die Dr.-Erich-Franke-Gasse zur Liebfrauenkirche: zwar wurde nach einem Ortstermin schon einmal eine überfällige Grundreinigung veranlasst, aber auch hier könnte durch kleine Verbesserungen immerhin eines der beliebtesten Koblenzer Fotomotive aufgewertet werden. Das Geländer streichen, Bodenstrahler einbringen und (ggf. wie in der Schanzenpforte) eine Hinweisplatte auf die römisch/mittelalterliche Mauer und den ehemaligen Friedhofsbereich anbringen würde schon helfen. Insbesondere im Angedenken, dass der Namensgeber der Gasse, Dr. Erich Franke, als das „stadtgeschichtliche Gewissen“ sich einem Namen für die Koblenzer Altstadt gemacht hatte.
Während der Blick in den Brunnenhof (zwischen Mehlgasse und Kastorpfaffengasse) zeigt was möglich ist, kommt der Innenhof zwischen Mehlgasse und Gemüsegasse trist und traurig daher. Kein Wunder, dass auch der „Gummi“ von hier weggezogen ist.
Positiv zeichnet sich die Entwicklung auf dem Florinsmarkt ab: zwar ist die Florinskirche ein neuer besonderer Sanierungsfall, aber das Ensemble von Bürresheimerhof / Altem Kaufhaus und Schöffenhaus scheint nun auf einen attraktiven Nutzungsweg gebracht worden zu sein. Auch die Vorschläge der Bürgerinitiative hier den öffentlichen Park- / Suchverkehr zugunsten der Anwohner zu kanalisieren, den Verkehr zu beruhigen und Behindertenparkplätze sowie Fahrradstellplätze zu schaffen ist auf einem guten Weg.
Für die Altstädter ist es auch wichtig das kleine historische und anekdotenbehafteten Erinnerungen erhalten bleiben und gewürdigt werden. So wurde der „Pinsel“ von Lotte Meurer an einer Garage in der Gemüsegasse und das Stadtpanorama von 1680 am Nikolausaltar in der Liebfrauenkirche besucht. Ob es Sinn machen würde, einen Reprint dieser Stadtansicht im öffentlichen Raum zu präsentieren, vielleicht in der Dr.-Erich-Franke-Gasse, soll noch diskutiert und abgestimmt werden.
Den Abschluss der Runde bildete ein Besuch des wiedereröffneten „Weihwasserkessel“, der vor allem vielen älteren Altstädter in besonderer Erinnerung ist. Schön, dass der neue Gastronom, Rodi Hamo, viel vom alten Interieur übernommen und in sein neues Konzept eingegliedert hat.
Die aufgegriffenen Themen, so Jürgen Potratz von der Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“, werden nunmehr in die internen Beratungen einfließen. Und getreu dem Leitbild der BI des Engagements für eine „lebens- und liebenswerte Altstadt“ die der Vergangenheit verpflichtet und der Zukunft zugewandt ist, als Schwerpunktthemen behandelt.
Pressemitteilung der
Bürgerinitiative
„Unsere Altstadt“
