„100 Jahre Brücke von Remagen“ im Foyer und im Vereinsraum der Rheinhalle
Sonderausstellung feierlich eröffnet
Staatssekretär Denis Alt hielt die Festrede
Remagen. Am 1. September 1919, vor genau 100 Jahren, wurde die Eisenbahnbrücke zwischen Remagen und Erpel, die „Ludendorffbrücke“, dem Verkehr übergeben. Diese Sonderausstellung, die von der Stadt Remagen konzipiert wurde und im Foyer der Rheinhalle sowie im Vereinsraum präsentiert wird, wurde am vergangenen Freitag von Bürgermeister Björn Ingendahl eröffnet.
Die Festrede zum 100-jährigen Jubiläum der weltbekannten Brücke hielt Staatssekretär Dr. Denis Alt. Die Begrüßung der zahlreichen Gäste oblag Bürgermeister Björn Ingendahl. Ingendahl betonte, dass die Brücke am 1. September 1919 in Betrieb genommen wurde. Am 17. März 1945 sei sie in sich zusammengebrochen, nachdem zuvor tausende amerikanische Soldaten sie überquert hatten. Die Sonderausstellung der Stadt Remagen könne und wolle nicht die wesentlich umfangreichere Ausstellung im Friedensmuseum ersetzen. Sie gehe der Frage nach, wie die Geschichte der „Brücke von Remagen“ in den 76 Jahren nach ihrem Einsturz erforscht und verbreitet wurde.
Wichtige Bausteine der Erinnerungskultur
Das Friedensmuseum sei derzeit wegen Brandschutzmängeln geschlossen. Diese Mängel seien seit mehreren Jahren bekannt. Erst wenn sie beseitigt seien, könne das Friedensmuseum wieder öffnen. Das Friedensmuseum sei weltweit bekannt und vom Ex-Bürgermeister Hans Peter Kürten am 7. März 1980 in den Türmen der ehemaligen Ludendorffbrücke eröffnet worden. So befasse sich die Sonderausstellung mit der Brücke von Remagen und dem Friedensmuseum, denn beides seien wichtige Bausteine der Erinnerungskultur. Der herzliche Dank für die Sonderausstellung gelte Stadtarchivar Kurt Kleemann und Tourismusleiter Marcel Möcking, die in einer kreativen Hochleistung die würdige und sehenswerte Ausstellung kreiert hätten.
Kleines Museum mit hohen Besucherzahlen
Staatssekretär Dr. Alt begrüßte neben Bürgermeister Björn Ingendahl die zahlreichen Kommunalpolitiker, Pastor Frank Klupsch, den Kreisbeigeordneten und MdL Horst Gies und Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach. Auch sein Dank galt Kleemann und Möcking. In Rheinland-Pfalz gebe es 430 Museen, wovon über 90 Prozent nicht in staatlicher Hand seien. Rund 60 Prozent von den über 90 Prozent befänden sich in ehrenamtlicher Führung. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz unterstütze die Ehrenamtler und werde seinerseits vom Land Rheinland-Pfalz unterstützt.
Das Friedensmuseum sei etwas ganz Besonderes: ein kleines Museum mit so hohen Besucherzahlen. Die Brücke von Remagen sei ein Erinnerungsort. Das 100-jährige Jubiläum der Erbauung der Ludendorffbrücke, erbaut von der preußischen Staatseisenbahn, sei ein wichtiges Datum. Die Reflexion der eigenen Geschichte sei wichtig, ebenso wie das Thema Frieden. „Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden“, betonte Dr. Alt.
Auch eine Friedensgeschichte
Nach einem kurzen Exkurs in die Historie hob Dr. Alt die amerikanisch-deutschen Partnerschaften in den Mittelpunkt. Er betonte zudem, die Geschichte der Brücke sei ein Spiegel des Kriegs, aber auch eine Friedensgeschichte. Der Frieden müsse immer wieder neu erarbeitet werden. „Wir müssen den Frieden und die Demokratie bewahren helfen“, hob der Staatssekretär hervor. Und um die Demokratie erhalten zu können, müsse gewählt werden, erinnerte er an die bevorstehenden Europa- und Kommunalwahlen. „Lasst uns jeden Tag mit Herz und Verstand für den Frieden arbeiten. Beginne jeder bei sich selbst“, schloss Staatssekretär Dr. Alt mit den Worten, die am Friedensmuseum zu lesen sind.
Kreisbeigeordneter und MdL Horst Gies betonte, dass die Brücke von Remagen weltbekannt und der Kreis Ahrweiler mit dem Wahrzeichen international bekannt sei. Sein Dank galt Bürgermeister Ingendahl für diese besondere Ausstellung, ebenso wie Stadtarchivar Kleemann und Tourismusleiter Möcking, die viel Herzblut und Arbeit in die Konzeption und Gestaltung dieser Sonderschau gesteckt hätten.
Ausstellung läuft noch bis Ende Oktober
Im Anschluss zeigten sich alle begeistert von der Sonderausstellung, die im Fokus drei Männer beleuchtet: Hans Peter Kürten als Gründer des Friedensmuseums, Willi Bratge und Ken Hechler, die hier eher unbekannt sind, obwohl sie auf sehr unterschiedliche Art die Grundlagen für die Erforschung der Geschichte der Brücke von Remagen gelegt haben.
Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis Ende Oktober von 10 bis 18 Uhr im Foyer und im Vereinsraum der Rheinhalle zu sehen. AB
Die Ausstellung bietet viele Einblicke in die Geschichte der Brücke.
Bürgermeister Björn Ingendahl, Kreisbeigeordneter Horst Gies und Staatssekretär Denis Alt (v.l.).
