150 Jahre Katholische Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken Koblenz
Sonntagsspaziergang auf den Spuren von Amalie von Lassaulx
Koblenz. „Das Leben ist bunt. Wir sind es auch.“ Unter diesem Leitwort feiert die alt-katholische Gemeinde Koblenz ihr 150 jähriges Bestehen. Im Rahmen der Jubiläums-Zeit findet am Sonntag, 23. Juni ein Sonntagsspaziergang auf den Spuren von Amalie von Lassaulx unter der Leitung von Betina Thilmann-Marx statt. Das vollständige Programm: 11 Uhr Gottesdienst in der Jakobuskapelle Am Alten Hospital/Ecke Kastorhof. 12 Uhr Gemeinsames Mittagessen (Anmeldung: koblenz@alt-katholisch.de). Um 14 Uhr beginnt dann der Sonntagsspaziergang an der Jakobuskapelle.
Im November 1871 wurde die Koblenzerin Amalie von Lassaulx, die viele Jahre als Oberin Augustine das Johannes-Hospital in Bonn leitete, exkommuniziert und all ihrer Ämter beraubt. Die Tochter des Baumeisters Claudius von Lassaulx war nicht bereit, die vom 1. Vatikanischen Konzil 1871 definierten sogenannten Papstdogmen - das Dogma der Unfehlbarkeit und das Dogma des Jurisdiktionsprimat - anzunehmen. Sie konnte diese neuen Glaubenssätze im Gewissen nicht nachvollziehen und geriet so in den Konflikt mit ihren geistlichen Oberen. Amalie von Lassaulx stellte sich auf die Seite der alt-katholischen Reformbewegung, die bis heute in den alt-katholischen Bistümern mit zahlreichen Gemeinden im In- und Ausland die Papstdogmen ablehnt und die altkirchliche bischöflich-synodale Struktur bewahrt. Die exkommunizierte Ordensschwester fand nach einer schweren Lungenerkrankung Aufnahme im Hospital der Barmherzigen Schwestern in Vallendar und starb dort vor genau 150 Jahren im Alter von 58 Jahren. Ihr Leichnam wurde zwei Tage später auf dem Rhein nach Weißenthurm gebracht, um sie im Familiengrab derer von Lassaulx beizusetzen. Nur wenige Menschen gaben ihr das letzte Geleit, darunter die Fürstin von Wied, die als erste eingetroffen war und den Sarg am Rheinufer gefunden hatte. Der mutigen Ordensfrau wurde zwar das kirchliche Begräbnis verwehrt, doch die damals üblichen Sterbesakramente empfing sie von einem Priester aus Bonn, der sich schon früh als alt-katholisch erklärt hatte. Bis 2013 Jahren beherbergte das Geburtshaus der Amalie von Lassaulx in der Clemensstraße 2 in Koblenz den Gemeinderaum der alt-katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus, die zum Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland gehört und seit 2013 ihre Kirche im Stadtteil Asterstein in der Goebensiedlung hat.
