Immer mehr Likes für den Landkreis Mayen-Koblenz
Soziale Medien: Verwaltung baut direkte Kommunikation mit den Bürgern aus
Kreis Mayen-Koblenz. Vor einem Jahr wurde im Kreishaus beschlossen, mehr Präsenz in den Sozialen Medien zu zeigen. Die Erfolge sind deutlich: Allein auf Facebook verdreifachte sich die Zahl der Follower und Abonnenten von 1400 auf 4500. Mit deutlich gestiegenem Nutzen für Bürger und Mitarbeiter.
Die Sozialen Medien sind aus dem Alltag kaum wegzudenken. Allein in Deutschland sind mehr als 30 Millionen Menschen auf Facebook aktiv. Dort und auf weiteren Plattformen wie YouTube, Instagram und Twitter bieten diese die Chance, Meinungen, Gedanken und Erfahrungen auszutauschen. Seit 2013 ist die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz in Facebook vertreten. „Die ersten drei Jahre haben wir wie viele andere auf Facebook agiert: Wir haben es als reinen Verbreitungskanal für Informationen aus dem Kreishaus genutzt“, sagt Pressesprecher Gerd Neuwirth. „Social Media ist aber keine Einbahnstraße. Wir wollten strategisch an die Sache gehen.“ Grünes Licht dafür gab es sofort von Landrat Dr. Alexander Saftig: „Ich bin selbst nicht in den Sozialen Medien, aber es ist klar: Wir müssen uns entscheiden, ob nur über uns gesprochen wird - oder ob wir uns einschalten und aktiv und geplant mitgestalten. Letzteres ist nötig, damit es für beide Seiten, Bürger wie Verwaltung, ein Gewinn ist.“
Wer soll erreicht werden? Was soll erreicht werden? Was ist die adäquate Strategie? Und schließlich: Welche Plattformen sind dafür geeignet? „Die Frage, ob sich jemand für Facebook, Twitter, Instagram oder andere entscheidet, sollte am Schluss stehen“, so Neuwirth. Breit gefächert ist die Zielgruppe: „Grundsätzlich sind das alle Bürger im Kreis, im Zweifel aber auch Außenstehende, wie etwa beim Personalrecruiting oder bei der Steigerung des Kreis-Images für Menschen, die eventuell zu uns ziehen wollen.“
Vierstelliger Bereich
Der Pressesprecher macht die Frage des Nutzens an einem Beispiel deutlich: „Zum Jahresbeginn wurden erstmals die Gebührenbescheide für das neue Abfallsystem an die Haushalte verschickt. Wir haben dazu ein Erklärvideo gepostet: Wie setzt sich die Rech-nung zusammen? Welche Zahlen sind entscheidend? Was sind Grundleistungen und was habe ich für die Leerungen zu zahlen beziehungsweise was wird erstattet? Die Zahl der Klicks ging schon in den vierstelligen Bereich.“ Absoluter Spitzenreiter war jedoch ein Video zu den Biomüllbeuteln: „Wir haben das mit der Community sehr intensiv in normalen Beiträgen diskutiert und immer wieder gebetsmühlenartig erklärt - ohne den gewünschten Er-folg. An diesem Punkt müssen wir uns die Frage stellen: Wie erreichen wir die Leute besser?“
Auch hier kam wieder Bewegtbild ins Spiel. Ein Video von der Sortieranlage auf der Deponie zeigte, wie Biobeutel genauso wie Plastikbeutel aus der Maschine aussortiert werden: Es sei ein wenig „Sendung mit der Maus“ gespielt worden, sagt Neuwirth. Der Erfolg war enorm: Bis heute wurde der Film fast 73.000 Mal angeklickt, sogar das ZDF wurde aufmerksam und drehte mit Moderatorin Andrea Ballschuh für die Sendung „sonntags“ auf der Deponie. Selbst die Videos über die Dreharbeiten wurden über 30.000 Mal geklickt. Der eigentliche Erfolg war jedoch ein anderer: „Bei den Kollegen von der Abfallwirtschaft gingen die Nachfragen und Beschwerden zu den Biomüllbeuteln schlagartig zurück. Der Aufwand rechnet sich also. Nur so macht es Sinn.“
Aktuell wird an einer Kampagne zur Nachwuchsgewinnung gearbeitet: Wie läuft das Bewerbungsverfahren? Was passiert in der Ausbildung? Was bietet das Kreishaus? Vor allem die Auszubildenden kommen hier zu Wort: „Mit Zeitungsanzeigen erreichen wir vielleicht noch die Eltern, aber nicht die Schulabgänger.“ Sehr zielgerichtet werden die Beiträge daher mit Facebook-Anzeigen beworben: „Das ist sehr effizient, dass wir die Zielgruppe, beispielsweise wohnhaft in Mayen-Koblenz und zwischen 15 und 25 Jahre alt, genau definieren können. Die Streuverluste sind geringer - und günstiger ist es auch noch.“
200 Follower
Neben Facebook wird im Kreishaus auch YouTube für Videos und Twitter für Kurznachrichten benutzt. Auf Twitter hat der Kreis innerhalb eines Jahres 200 Follower bekommen. Weitere Kanäle sind im Fokus: „Instagram wäre noch schön, da es ganz tolle Motive im Landkreis gibt. Aber auch das gehört zu einer Strategie: dass sich Gedanken gemacht werden, wie viele ordentlich bedient werden können - und dass genau beobachtet wird, wohin die Entwicklung geht.“
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
Die Facebookseite des Landkreises gewinnt immer mehr Fans.Fotos: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
