Allgemeine Berichte | 22.09.2020

Diskussionsabend in der Stadthalle mit den Bürgermeisterkandidaten Sascha Schoblocher (CDU) und Christoph Mohr (SPD)

Spannender Endspurt der Bendorfer Bürgermeisterkandidaten

Daniel Robbel (Mitte) leitete den Diskussionsabend in der Stadthalle mit den Bürgermeisterkandidaten Sascha Schoblocher (rechts) und Christoph Mohr (links). Fotos: KH

Bendorf. Am Sonntag, 27. September, entscheidet sich, wer neuer Bürgermeister der rechtsrheinischen Stadt Bendorf wird. Der bisherige Amtsinhaber Michael Kessler (CDU) hat aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zum 31. Dezember niedergelegt. Zwei Kandidaten bewerben sich für die Nachfolge des 69-jährigen. Hinter Sascha Schoblocher (CDU) und Christoph Mohr (SPD) liegen rund vier Monate eines intensiven Wahlkampfes. Sozusagen auf der Zielgeraden fand am Montagabend in der Stadthalle ein mit Spannung erwarteter Diskussionsabend statt. Moderiert wurde dieser durch Daniel Robbel, seines Zeichens stellvertretender Chefredakteur von BLICK aktuell. Aufgrund des Hygienekonzepts konnte eine beschränkte Teilnehmerzahl von 150 Personen den Abend vor Ort erleben. Da das Interesse der Bevölkerung jedoch wesentlich größer war, wurde die Veranstaltung auch per Live-Stream durch den Krupp Verlag im Internet übertragen. Auch hier stieß das Informationsangebot auf ein großes Interesse.

Sascha Schoblocher war der erste der beiden Bewerber, der in der unter Corona-Bedingungen bestuhlten Stadthalle erschien. Auch Christoph Mohr erschien nur kurze Zeit später. Die Begrüßung der beiden Kontrahenten verlief höflich, fast schon freundschaftlich. Wie bereits bei den ersten Fragen von Moderator Daniel Robbel deutlich wurde, hatten sich beide Bewerber auf den Abend bestens vorbereitet. Nachdem die Selbstvorstellung noch eine willkommene Gelegenheit zum „Warmlaufen“ war, wurde es bei der ersten Frage bereits inhaltstief: „Wo möchten Sie als Bürgermeister Akzente setzen und wo muss investiert werden?“, interviewte Robbel die beiden Bürgermeisterkandidaten.

Akzente als Bürgermeister

Sascha Schoblocher führte aus, dass er den Wohnbereich, Baugebiete, die Innenstadt, die Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten, Spielplätze, aber auch den Gewerbebereich als wichtigste Themen betrachtet. „Ich stehe für den Hafenausbau, den wir dringend brauchen. Und auch für ein grüneres Bendorf“, so Schoblocher, der in diesem Zusammenhang auch den Klimaschutz ansprach. „Grün ist ein wesentlicher Faktor – auch für´s Wohlfühlen in der Stadt“. Ergänzend erläuterte er, wie er sich eine attraktive Innenstadt vorstellt und welche Fördermöglichkeiten er hierfür sieht.

Christoph Mohr beschränkte seine Themen zunächst auf zwei Kerngebiete, in denen er Akzente setzen möchte: „Die politische Kultur in Bendorf ist besonders. An manchen Stellen ist sie besonders toll, an manchen Stellen ´besonders´ besonders“, so Christoph Mohr. Er sprach von einem Graben zwischen Bevölkerung auf der einen Seite und der Politik auf der anderen Seite. Der Kandidat sprach von „einem riesigen Bedarf an Kommunikation in dieser Stadt“. Kritische Worte fand er auch bei seinem zweiten Kernbereich: Familie und Jugend. „In letzten Jahren sind in diesem Bereich einige massive Fehlentscheidungen getroffen worden“, betonte Mohr, der abschließend auch ankündigte, das Leben für die Vereine durch einen zentralen Ansprechpartner der Stadt einfacher machen zu wollen.

Internet und Straßen waren Thema

Interessant waren auch die Ausführungen der beiden Kandidaten zum Stichwort Infrastruktur: Wie ist es um die Internetabdeckung und die Zustände der Straßen bestellt? „Man hat den Eindruck, dass man in manchen Bereichen von Bendorf schneller auf der A48 ist, als in seinem E-Mail-Postfach“, so Christoph Mohr. Auch Sascha Schoblocher sieht bei dem Thema „Luft nach oben“: Insbesondere die Corona-Zeit und die damit verbundene Homeoffice-Arbeit habe gezeigt, dass Verbesserungen notwendig seien. Beim Thema Straßenbaumaßnahmen war bei den Bewerbern ebenfalls eine weitgehende Einigkeit festzustellen.

Moderator Daniel Robbel ergänzte augenzwinkernd: „Wer mit den Zug nach Bendorf fährt, der landet momentan in Engers“. Beide Kandidaten erwähnten in diesem Zusammenhang die von der Deutschen Bahn angekündigte Realisierung eines Bahnhaltepunktes.

Leerstand bekämpfen

Die Themen Einzelhandel und Wirtschaft sind in Bendorf traditionell wichtige Bereiche. Christoph Mohr berichtete, dass er bei seinen Firmenbesuchen im Wahlkampf sehr häufig gehört habe, dass man sich eine bessere Kommunikation zwischen den Unternehmen und der Stadt wünsche. Er forderte u.a. auch ein Leerstandskataster für den Innenstadtbereich.

Sascha Schoblocher möchte vor allem eine höhere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erreichen. Wichtig für ihn sei ein Dialog mit allen Beteiligten, nicht nur mit den Einzelhändlern und Unternehmen, sondern auch mit den Hausbesitzern. Einigkeit bei beiden Kandidaten bestand darüber, dass der Einzelhandel einem Wandel unterliegt und man diesen keinesfalls mehr mit einer Situation von vor 30 oder 40 Jahren vergleichen könne.

Auch beim Stichwort „Wohnraum“ ließen es sich die beiden Bewerber nicht nehmen, mit ausführlichen Antworten ihre Vorstellungen zu erläutern. Für alle Antworten erhielten die Kandidaten vom Publikum höflichen und gleichmäßigen Applaus. Man hatte den Eindruck, dass die Zuschauer auf Neutralität bedacht waren. Etwas anders sah dies hingegen beim Live-Stream im Internet aus: Hier waren bei den Kommentaren eindeutige Meinungsäußerungen für oder gegen die Kandidaten zu lesen.

Spannende Fragen von den Bürgern

Nach rund einstündiger Diskussion hatte auch das Publikum die Gelegenheit, Fragen an das Podium zu richten. Angesprochen wurde hierbei der zurückliegende Ideen-Workshop sowie die Städtepartnerschaft mit Yzeure (Frankreich). Ausführlich thematisiert wurde auch das Freibad Sayn. Beide Kandidaten betonten, sich für den Erhalt des Bades einsetzen zu wollen.

Äußerst interessant war auch die Frage eines Zuschauers, die auf die Haushaltssituation der Stadt anspielte: „Es wurden viele und gute Themen angesprochen. Aber mit welchem Geld möchten die Kandidaten dies umsetzen?“, so die Fragestellung. Die angespannte Finanzsituation der Stadt dürfte zweifelsfrei eine der großen Herausforderungen sein, die der zukünftige Bürgermeister in seiner Amtszeit bei der Umsetzung seiner Ideen zu meistern hat. Dass beide Kandidaten ideenreich sind und konkrete Vorstellungen haben, wie Bendorf sich entwickeln soll, bewiesen sie im Laufe des Abends mit ihren Antworten.

Es war keine hitzige Diskussion im Format einer TV-Sendung, sondern vielmehr ein sachlicher, aber dennoch interessanter Informationsabend. Zum Gelingen des Abends trug auch die gute Organisation bei, die in Zeiten von Corona alles andere als selbstverständlich war. Zu Recht erhielt Claudia Seidel am Schluss des Abends lobende Worte für ihre Arbeit als Hygiene-Beauftragte.

Ihre politischen Zielvorstellungen stellen beide Bewerber auch auf ihren Internetseiten vor (www.sascha-schoblocher.de und www.mohrfueralle.de). Dort haben Interessierte auch die Gelegenheit, per E-Mail Fragen an die Kandidaten zu richten.

Sascha Schoblocher (CDU).

Sascha Schoblocher (CDU).

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die unter den Hygiene-Regeln bestuhlte Stadthalle. Trotz des großen Interesses musste die Teilnehmerzahl auf 150 Plätze begrenzt werden.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die unter den Hygiene-Regeln bestuhlte Stadthalle. Trotz des großen Interesses musste die Teilnehmerzahl auf 150 Plätze begrenzt werden.

Christoph Mohr (SPD).

Christoph Mohr (SPD).

Daniel Robbel (Mitte) leitete den Diskussionsabend in der Stadthalle mit den Bürgermeisterkandidaten Sascha Schoblocher (rechts) und Christoph Mohr (links). Fotos: KH

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