13. Ritterschlag bei den Tomburg Rittern Wormersdorf
Spaß und Kurzweyl im Land der edlen Ritter
Wormersdorf. Das Dorf am Fuße der mittelalterlichen Tomburg ist nicht nur das „Land der Liebe“, sondern auch das Land der edlen Ritter. Zum 13. Mal trafen sich die Tomburg Ritter, Recken und Knappen auf der Wiese an der Tomburg, um dem diesjährigen Ritterschlag beizuwohnen. Viele befreundete Rittergruppen machten auch diesmal ihre Aufwartung, daher war das Heerlager mit über 100 Zelten schon von Weitem sichtbar. Die befreundeten Gruppen erschienen natürlich auch in ihren zünftigen Rüstungen, sodass ein buntes Treiben auf dem Marktplatz herrschte. Ihre mittelalterlichen Namen versetzten die Besucher in eine vergangene Zeit. Sie nannten sich zum Beispiel Kaisergarde Barbarossa, Ritter von der Tafelrunde, Freie Ritter zu Köln, Grafen von Are oder Rin Hrekkjus. Die Ritter untereinander sind bereits ein eingespieltes Team, da sie sich über das Jahr verteilt bei unterschiedlichen Veranstaltungen treffen.
Ritterschlag für Andreas Meincke
Höhepunkt des zweitägigen Lagers war mal wieder der Ritterschlag auf einem Waldplatz in unmittelbarer Nähe der Tomburg. Nach einer Prozession am Waldrand entlang nahmen die Adeligen unter einem Baldachin Platz, darunter „Kaiser Barbarossa“ und Gemahlin und der erste Ritter der Tomburg Ritter, Jörg vom Schneewald (Schnebele) und Gattin. Nachdem der Herold der Tomburg Ritter, Daniel von Eben, die Zeremonie des Ritterschlags erläutert hatte, erschien der Knappe Andreas Meincke im Büßerhemd. Zuvor hatte er betend und meditierend eine Nacht an der Ruine der Tomburg verbringen müssen. Jetzt war es soweit, mit einer würdevollen Geste und einem leichten Schwerthieb auf beide Schultern, erhob Jörg vom Schneewald den Knappen in den Ritterstand. Von nun an darf sich Andreas Meincke „Andreas von den Nordlanden“ nennen. Die geneigten Untertanen bezeugten ihre Ehrerbietung mit dem kräftigen Ausruf: „Huld, Huld, Jubel.“
Musikalisch begleitet wurde die Feierlichkeit von den „Irrlichtern“ mit bezaubernder Musik aus vergangenen Zeiten und fernen Welten. An beiden Tagen gab es viel Kurzweyl für Groß und Klein. Die Kinder konnten sich an einem eigens für sie organisierten Ritterturnier beteiligen, mit anschließender Ausgabe einer Urkunde. Es gab das Anreiten mit Steckenpferd auf dem Roland, Armbrustschießen und Kampf auf dem Prügelbalken. Neben der Unterweisung in Kräuterkunde konnten die Erwachsenen mit Pfeil und Bogen ihre Treffsicherheit überprüfen.
Ritterhochzeit gefeiert
Am Sonntag gab es ein besonderes Spektakel: Ritter Stefan von Esch und seine Braut Jennifer feierten eine ausgelassene Ritterhochzeit. Am Tag zuvor hatten sie kirchlich geheiratet in der Ipplendorfer Kirche. Weiterhin wurde das Publikum humorvoll unterhalten mit dem Schauspiel „Turney um die Hand der Grafentochter.“ Bei einem Rundgang über den Marktplatz konnte man in alle Zelte blicken und sich so einen Überblick verschaffen über das Leben der begüterten Ritter im Mittelalter. Eine ausgesuchte Handwerkskunst, nicht nur aus der damaligen Zeit, durfte natürlich nicht fehlen und die Produkte konnten auch käuflich erworben werden. „Für uns war auch der 13. Ritterschlag wieder ein großer Erfolg“, so Jörg Schnebele und weiter „wir werden die Tradition auf jeden Fall fortsetzen.“ Die Tomburg Ritter mit ihren ca. hundert Mitgliedern werden sich aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Sie sind das ganze Jahr über aktiv, unter anderem bei den Spielen auf Burg Satzvey, in Kindergärten, Schulen, Altenheimen und bei auswärtigen Ritterveranstaltungen.
Mittelalterliche Handwerkskunst auf dem Marktplatz der Tomburg Ritter.
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