Allgemeine Berichte | 12.09.2018

Tag der offenen Tür bei der Bundespolizei in Heimerzheim

Spektakulär, informativ und unterhaltsam

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens nutzten 10.000 Menschen die Gelegenheit, das 40 Hektar große Gelände einmal genauer in Augenschein zu nehmen

Zahlreiche Ehrengäste gaben sich ein Stelldichein beimTag der offenen Tür der Bundespolizei in Heimerzheim. Fotos: JOST

Heimerzheim. Spektakulär, informativ und unterhaltsam zugleich war der Tag der offenen Tür im Aus- und Fortbildungszentrum des Bundespolizeipräsidiums West am Standort Heimerzheim. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Institution nutzten rund 10.000 Menschen die Gelegenheit, das 40 Hektar große Gelände des viertgrößten Bundespolizei-Standorts in der Bundesrepublik einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

Hier bilden insgesamt 800 Beschäftigte jedes Jahr 735 Nachwuchskräfte im mittleren und gehobenen Dienst der Bundespolizei aus, womit die Bundespolizei der mit Abstand größte Arbeitgeber der Gemeinde Swisttal ist. Fast alle davon waren an diesem Tag im Einsatz, machten die eigene Dienststelle zum „Schau-Tatort“ und ermöglichten den Gästen einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Verbrechensbekämpfung und der Prävention. Mit einem beeindruckenden Informationsprogramm präsentierte die Bundespolizei ihr Leistungsspektrum vor dem Hintergrund einer modernen polizeilichen Aus- und Fortbildung. Schließlich werden am Standort Heimerzheim allein in diesem Jahr auch noch 553 Fortbildungsteilnehmer für die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche der Bundespolizei fit gemacht, um dem ständig steigenden Bedarf an praxisorientierter Fortbildung gerecht zu werden.

Größter Arbeitgeber der Gemeinde Swisttal

Dass die Bundespolizei nach wie vor als Arbeitgeber überaus interessant ist, zeigte die große Zahl an jugendlichen Besuchern, die sich für einen der zahlreichen Ausbildungsberufe interessierten und sich über die Aufnahmebedingungen informierten. Schließlich können hier neben der Beamtenlaufbahn im Polizeidienst auch so interessante zivile Berufe erlernen wie Elektroniker für Geräte und Systeme, Kraftfahrzeugmechatroniker, medizinischer Fachangestellter, Fluggerätemechaniker, Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, Mediengestalter Digital-Printmedien, Industriemechaniker, Koch oder Verwaltungsfachangestellter. Jährlich stellt das Zentrum bis zu 36 Ausbildungsplätze in diesen Berufsfeldern zu Verfügung, wobei bei den Prüfungsergebnissen überwiegend Spitzenergebnisse zu verzeichnen seien, die den Absolventen gute Startchancen auf dem Arbeitsmarkt garantierten.

Die zahlreichen Facetten der Arbeit der Bundespolizei wurden an diesem Tag anschaulich präsentiert, dabei zeigte sich die Institution überaus familienfreundlich und begeisterte besonders die Kinder, die zeitweise nicht mehr aus dem Staunen herauskamen. Etwa bei der Demonstration der Fallschirmspringer der Grenzschutzgruppe GSG 9, wo schon beim Start des gigantischen Puma-Hubschraubers mit seinen 21 Sitzplätzen die Eltern ihre Kinder festhalten mussten, damit sie nicht vom Orkan, den die Rotorblätter beim Start verursachten, fortgeweht wurden.

Sieben Fallschirmspringer stiegen damit in eine Höhe von 3000 Meter auf, um sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern wieder in die Tiefe zu stürzen.

Fallschirmspringer landeten punktgenau auf der Übungswiese

Doch schnell ging der 30 Quadratmeter große Flächenfallschirm PG 281 auf und ließ die Springer mit vergleichsweise gemächlichen 100 Stundenkilometern im Gleitflug punktgenau auf der Übungswiese am Eingang des Ausbildungszentrums landen. Dass es dabei auch noch so manchen Purzelbaum als Gratiszugabe für die Zuschauer gab, war der Beinahe-Windstille zu verdanken, die eine „stehende“ Landung etwas erschwert. Auch hier bewahrheitete sich wieder die alte Fallschirmspringer-Weisheit: „Schaust du dem Windsack ins Maul, ist etwas faul.“ Denn gelandet wird immer gegen den Wind.

„Feucht fröhlich“ ging es hingegen zu bei der Demonstration des Wasserwerfers der Bundespolizei, der der allein schon durch seine Länge von zehn Metern und einer Höhe von 3,30 Metern in dunkelblau äußerst martialisch daherkommt. Mit 16 bar Druck kann er bis zu 3500 Liter Wasser pro Sekunde bis zu 65 Meter weit spritzen, wofür drei verschiedene Strahlrohre zur Verfügung stehen.

Die können auch eine Wasserwand produzieren, um etwa das Vorrücken einer Einsatzgruppe zu verschleiern. Und zum Eigenschutz kann sich das Gefährt sogar selbst in Wasser hüllen, was eines der zuschauenden Kinder ganz besonders beeindruckte: „Der hat ja seine eigene Waschanlage dabei!“ Der 33-Tonner ist bis zu 107 Stundenkilometer schnell unterwegs, ist aber meist mit der Schrittgeschwindigkeit von zwei Stundenkilometern im Einsatz.

Nahkampffähigkeiten sind manchmal nötig

Die Einsatztrainingsgruppe der Bundespolizei zeigte auf den Sportplatz ihre Nahkampffähigkeiten, die im Einsatz gegen „böse Jungs“ durchaus regelmäßig gebraucht werden. Dabei kommen so gut wie alle fernöstlichen Sportarten von Karate über Judo bis zu Jiu-Jitsu zum Einsatz. Die jungen Männer und Frauen zeigten den staunenden Zuschauern, wie man einen bewaffneten Gegner mit wenigen Handgriffen oder Fußtritten wirkungsvoll außer Gefecht setzt und so gefährliche Situationen sozusagen im Handumdrehen bereinigt – das ging mitunter so schnell, dass die Bundespolizisten das Vorgehen noch einmal „in Zeitlupe“ nachspielen mussten.

Die Rettungshundestaffel des DRK zeigte ihr Können ebenso wie die Bigband des Bundespolizeiorchesters Hannover. Den ganzen Tag über gab es zahlreiche Demonstrationen von Einsätzen verschiedenster Art, und auch eine Modenschau mit historischen Uniformen durfte nicht fehlen.

Sehr beliebt war auch die „Polizeikontrollstelle zum Mitmachen“, wo sich die Gäste einmal hautnah davon überzeugen konnten, mit welchen Situationen ein Polizist in seiner alltäglichen Arbeit immer wieder konfrontiert wird.

Liegenschaften sollen grundlegend saniert werden

Auch baulich werde sich im Jubiläumsjahr oder kurz danach einiges tun am Bundespolizei-Standort Heimerzheim. Mit Blick auf das Alter der Liegenschaft stünden nämlich die Sanierung von Unterkunft- und Bürogebäuden an, so Pressesprecher Lewin Aldenkirchs. Bis zum Abschluss dieser Sanierungsarbeiten, die einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren umfassen dürften, wolle man bis zu 50 Millionen Euro investieren. Aus dem bisher vorhandenen Unterkunftsstuben für zwei Personen würden dann moderne Einzelzimmer mit integrierter Nasszelle entstehen, die den Anforderungen einer zeitgemäßen Unterbringung in einem modernen polizeilichen Wohnheim gerecht würden. Darüber hinaus sollen die Büros und auch die Bürokommunikation verbessert werden. Aktuell befinde sich der Neubau eines Polizeiwohnheims für 420 Polizisten in der Phase der Planung und Genehmigung.

Das interessierte besonders die zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Verwaltung, die Dienststellenleiter Polizeidirektor Carsten Westerkamp gleich zu Beginn begrüßte. Darunter waren die FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Westig, der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß und seine Vorgängerin Ilka von Boeselager, Swisttal-Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) und Heimerzheims Ortsvorsteher Hermann Leuning (SPD).

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tvReinschauen lohnt! Viel Spaß.

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.

Die Einsatzgruppe der Bundespolizei demonstriertebeim Tag der offenen Tür ihre Nahkampffähigkeiten.

Die Einsatzgruppe der Bundespolizei demonstrierte beim Tag der offenen Tür ihre Nahkampffähigkeiten. Foto: Photographer: Volker JostAuf de

Die Fallschirmspringer der GSG 9 zeigten beim Tag der offenen Tür der Bundespolizei in Heimerzheim zielgenaue Absprünge.

Die Fallschirmspringer der GSG 9 zeigten beim Tag der offenen Tür der Bundespolizei in Heimerzheim zielgenaue Absprünge. Foto: Photographer: Volker JostAuf de

Zahlreiche Ehrengäste gaben sich ein Stelldichein beim Tag der offenen Tür der Bundespolizei in Heimerzheim. Fotos: JOST Foto: Photographer: Volker JostAuf de

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