Kath. Kita St. Medard, Bendorf
Spielhaus-Bau fördert Mut und Selbstvertrauen
Bendorf. „Das macht aber Spaß, Herr Lumma.“ Paul hat gerade das neue Kreativ-Holzhäuschen im Flurbereich der Kath. KiTa St. Medard in Bendorf erklettert und saust nun die Rutsche herunter. Endlich ist es fertig - das neue Holzelement zum Spielen, Klettern und Rutschen. Mit seiner harmonischen Gestaltung bietet es nun mehr Nutz- und Ausweichfläche für die Bedürfnisse der großen und kleinen Kita-Besucher. Von November bis kurz vor Weihnachten haben die Kinder zusammen mit dem freiberuflichen Erlebnispädagogen Oliver Lumma aus Sayn gesägt, gefräst, geschnitten, gebohrt, geschliffen und geschraubt. Unter der Anleitung des gelernten Tischlers entstand aus einer Balkenkonstruktion und einzelner gefertigter Plattenteile das Gemeinschaftswerk. Knapp hundert Arbeitsstunden stecken in der Spielflur-Konstruktion. Die Kinder berichten stolz von ihrem neuen Flur-Häuschen, als am letzten Bau-Tag ein Gruppenfoto mit allen großen und kleinen Handwerkern entsteht. Nelson meint: „Das Kletterhaus hat angefangen mit den Holzbalken. Herr Lumma und die Kinder haben sie mit der Handsäge durchgesägt und dann zusammen geschraubt. Die Treppe musste auch noch Platz haben. Das war nicht einfach. Oliver Lumma kann das aber.“
Lisa erzählt ganz stolz: „Danach haben wir mit richtigen Maschinen - die auch „Krach“ machen - gearbeitet. Sogar mit Kopfhörern. Das fand ich am besten. Papa hat immer Angst, wenn ich das zu Hause auch mal machen möchte.“ Martin: „Ich habe jeden Tag auf Herrn Lumma gewartet und immer gefragt, ob ich helfen kann. Manchmal durfte ich nicht mithelfen, weil andere Kinder dran waren. Aber ich habe immer zugeschaut. Wenn wir Mittagessenzeit hatten, durfte ich später kommen, weil ich meine Arbeit mit Herrn Lumma zu Ende machen wollte. Vom Sägen lag ganz viel helles Pulver auf dem Boden. Das habe ich zusammengefegt und in einer Schüssel gesammelt zum Basteln“. Judith: „Ich habe große und kleine Löcher in die Holzwand gesägt. Das Haus braucht eine Tür und Fenster wie ein richtiges Haus“. Magnus: „Im Kletterhaus dürfen die Kinder keine Schuhe anhaben, damit nichts schmutzig wird.“ Die drum herum stehenden Kinder nicken alle mit den Köpfen. „Und auch nichts kaputt machen“, erklärt Tammo. Maren: „ Ich freue mich, dass wir jetzt endlich im Kletter-Haus spielen dürfen“. Jonte: „Schade, dass Herr Lumma nicht mehr kommt. Wir könnten doch noch andere Sachen mit ihm bauen.“ „Ich beobachte immer wieder bei meinen verschiedenen Holzprojekten, wie stolz, groß und verantwortlich sich die Kinder fühlen, mit „echten“ Werkzeugen in der Hand. Auch schüchterne und zurückhaltende Kinder sind voller Eifer dabei und freuen sich über ihr entstandenes „Werk“, berichtet Oliver Lumma. „Sie lernen nicht nur den Umgang mit Hammer, Säge, Akkuschrauber und Schleifmaschine, sie fühlen sich vor allem als richtige Handwerker, trainieren Mut, Geduld, Ausdauer, Kreativität und Genauigkeit. Letztendlich zeigen sie Verantwortung für ihr Selbstgeschaffenes und wachsen an ihren Aufgaben“, erzählt der gelernte Erzieher und Erlebnispädagoge weiter. Die Kita-Leiterin Susanne Berg-Mesenholl fasst freudig zusammen: Jungs wie Mädchen erlebten ein kreatives und handwerkliches Schaffen mit Holz, erprobten ihr eigenes Geschick und ihre eigenen Fähigkeit. Ein besonderes Lob gilt Oliver Lumma, den Sponsoren KiTa-Förderverein, der Sparkasse Koblenz und der Eltern-Kind Aktion.