„11 x 11 Jahre KG Niedermendig“ - Jubiläumssitzung begeisterte zahlreiche Karnevalsjecken
Spitzen-Programm in der Laacher See-Halle
Spektakuläre Tänze, zwerchfellerschütternde Reden und ein Dreigestirn der Extraklasse!
Mendig. „Der Elferrat hat sich neu formiert: Der Ernst der ist nun fott, der Neue sieht aus wie ein junger Gott. Ursprünglich aus dem Schängelland, hat er hier jetzt das Vize-Zepter in der Hand. Drum begrüßt mit mir meinen neuen Vize ohne Scheu: Auf de Michael „Mini“ Helm en dreifach donnerndes Mennech Ahoi!“ Mit diesen Worten eröffnete der wortgewandte und charmante Sitzungspräsident Timo Schubach am vergangenen Samstag in der herrlich geschmückten Laacher See-Halle anlässlich des Jubiläums „11 x 11 Jahre KG Niedermendig“ eine von zahlreichen Highlights geprägte, unvergessliche Sitzung.
Hommage an Hedwig Klöppel †
Nachdem er im Rahmen seines obligaten „Präsi-Rückblicks“ diverse Ereignisse des vergangenen Jahres mit einem Augenzwinkern kommentiert hatte, wurde er plötzlich ernst und die Jecken im Saal horchten auf, als er verkündete: „Ende 2017 hat eine karnevalistische Größe unsere Mendiger Bühne verlassen. Liebe Hedwig, du hast eine riesen Lücke hinterlassen! Wie gerne hätte ich von Dir noch das eine oder andere Grußwort gehört. Du hast den Karneval gelebt und wurdest vor allem geliebt, wie kaum ein anderer. Für Dich gab es kein Unnen und Owen, all sind sie dir gleich lieb gewesen und das, liebe Hedwig, war eine Eigenschaft, die Dich unersetzlich macht. In unseren Herzen lebst Du weiter, drum ruf ich auf Dich aus und ich bin mir sicher, das hörst Du da oben: Auf unsere Hedwig von ganzem Herzen ein dreifach donnerndes Mennech AHOI !“
Nach dieser Hommage an das verstorbene karnevalistische Urgestein Hedwig Klöppel † begrüßte der Sitzungspräsident neben den vielen uniformierten und zum Teil äußerst fantasievoll kostümierten Besuchern auch einige Ehrengäste, wie zum Beispiel einige Mendiger Karnevalsgrößen sowie Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Sodann marschierten die Stadtsoldaten unter der Leitung von Kommandant Alexander Buck in den Saal und überzeugten nicht nur mit neuen Klängen, sondern auch mit einer tollen Choreografie, die sowohl den Minifunken als auch den Juniorfunken einiges abverlangte. Gekrönt wurde die mit brausendem Applaus belohnte Leistung mit einer Spitzendarbietung von Solotanzmariechen Luisa Rheindorf.
Das charismatische Dreigestirn
Die Stadtsoldaten überraschten das restlos faszinierte Publikum dann noch einmal vor der Pause mit einem neu einstudierten atemberaubenden Tanz der Funkengarde, die mit ihren äußerst schwierigen Hebefiguren so mancher Profi-Tanzgruppe Konkurrenz machen könnte. Ein weiteres Highlight war der Auftritt des ebenso jungen wie charismatischen Dreigestirns: Prinz Nico I. von den 11 singenden Husaren, Bauer Luki, Husarenkanonier von de Wasserschöpp und seine Lieblichkeit Jungfrau Marvin, Elferrätin von der Hobelbank. Gemeinsam mit seinem Hofstaat rockte der karnevalistische Adel die Bühne mit gleich zwei von Prinz Nico I. stimmgewaltig intonierten Prinzenliedern. Während der Sitzungspräsident und ehemalige Prinz von Mendig, Timo Schubach mit sichtlicher Freude die vielen positiven Eigenschaften seines aus Obermendig stammenden Nachfolgers im Amt, Prinz Nico I. in den höchsten Tönen lobte, unterstrich dieser, seine Liebe zum Mendiger Karneval („owen un unnen“) mit einem Gastgeschenk, welches er (seinem nach einigen Differenzen neu gewonnenen Freund) mit den Worten überreichte: „Lieber Timo, das ist ein von mir unterschriebener Antrag für eine Mitgliedschaft in der KG Niedermendig!“
Dass diese großartige Geste mit einem ohrenbetäubenden und nicht enden wollenden Beifall belohnt wurde, versteht sich von selber! Nach diesem beeindruckenden Auftritt der närrischen Regenten meldete Pressetante Christel Geilen sich zu Wort und kommentierte einige mehr oder weniger spektakuläre Mendiger Ereignisse in der ihr eigenen Scharfzüngigkeit. Dabei krönte sie jeden der von ihr abgeschossenen „Giftpfeile“ mit einem süffisanten: „Mit spitzer Feder geschrieben - su be mer et lieben“! Dem folgte eine im wahrsten Sinne des Titels: „Welcome to Wonderland“ zauberhafte Darbietung von Karin´s Tanzgruppe sowie eine Lachmuskel-strapazierende Persiflage der „Basaltbeisser“ auf den lautstarken Drill bei der amerikanischen Armee, wobei sie ihre zackig ausgeführten Bewegungen nicht mit Gewehren, sondern mit Klappstühlen ausführten.
Diese wiederum eigneten sich hervorragend für eine „Reise nach Jerusalem“. Während das närrische Publikum sich noch nicht ganz von dem herrlichen Auftritt der Basaltbeisser erholt hatte, wurden sie von Bütten-Ass und Elferratsmitglied Steven Geilen in eine „erschreckend gut ausgeleuchtete“ Umkleidekabine von H & M entführt.
„Hallo, ich bin Steven - ich bin homosexuell“
Nachdem sie sein in allen nur denkbaren Ausführungen sehr gut nachvollziehbares und dennoch mit herrlichem Mutterwitz gespicktes Leid mit großem Applaus und Zugabe-Rufen belohnten, konnten sich einige Jecken bei der Zugabe nicht so recht entscheiden, ob sie lachen oder peinlich berührt sein sollten. Mit den Worten: „Hallo, ich bin Steven - ich bin homosexuell“, stellte er sich vor und nach ausführlichen Abwägungen in Form eines Dialogs mit einem vermeintlichen Gesprächspartner setzte er noch einen drauf und fragte mit unschuldigem Augenaufschlag, wie er wohl selber reagieren würde, wenn ihm jemand beichtete, dass er heterosexuell sei. Tätääää!! Die Obermendiger Gruppe „Die Bärtigen“ sorgten sodann mit ihren bekannten Karnevalshits wieder für eine ausgelassene Stimmung und animierten das Narrenvolk zum Schunkeln und Mitsingen.
Nach der Pause ging es dann weiter mit grandiosen Darbietungen der Showtanzgruppe „Moselglück“ aus Cochem und des KGN-Herrenballetts „Zarte Zehe“. Was wäre jedoch eine KGN-Sitzung ohne die „Schloffmötschen“, die mit ihren Stimmungsliedern ein Feuerwerk des karnevalistischen Frohsinns zündeten.
„Ich will keinen Wanderprediger!“
Was das närrische Publikum jedoch von den hochkarätigen, leider inzwischen nicht mehr aktiven Karnevalistinnen Karin Krings und Hiltrud Surges bei deren einmaligen Auftritt anlässlich der Jubi-Sitzung an Komik und Mutterwitz geboten bekam, war ein karnevalistischer Sketch, den es heutzutage ganz sicher auf keiner Sitzung mehr gibt: Bei einer von Karin geradezu professionell anmutend moderierten und mit kleinen frivolen Geschichtchen gewürzten Dating-Show, hatte „Hille“ sich in ein ihrer Meinung nach trendiges Gewand gehüllt und entpuppte sich als eine Dating-Kandidatin mit ganz klaren Vorstellungen. Während sie von dem völlig außer Rand und Band geratenen Publikum angefeuert wurde, erwiesen sich die von ihr ausgewählten Herren der Schöpfung als zu klein oder zu dick. Als ihrem offensichtlich falsch in den Computer eingegebenen Wunsch nach einem Adonis mit der Präsenz von Pastor Ralf Birkenheier entsprochen wurde, verwies sie auch diesen wieder „zurück ins Regal“ mit den Worten „Ich will keinen Wanderprediger!“ Ihr absoluter Favorit entpuppte sich dann - wie sollte es auch anders sein - als Prinz Nico I., der ihr zum Abschluss ein schüchternes „Ja, ich will“ ins Ohr säuselte. Mit einem von den Schloffmötschen musikalisch eingeleiteten Finale der ganz besonderen Art endete eine vorbildlich von Sitzungspräsident Timo Schubach und seinem Vizepräsidenten Michael Helm geleitete Jubiläumsveranstaltung mit einem sensationellen Programm für alle Altersklassen. Chapeau! FRE
Das Mendiger Dreigestirn eroberte die Herren des närrischen Volkes im Sturm.
Die beiden karnevalistischen Urgesteine Karin Krings und Hiltrud Surges riefen mit ihrem zwerchfellerschütternden Sketch bei so manchem Altkarnevalisten wunderbare Erinnerungen wach.
