Allgemeine Berichte | 04.11.2019

Erstellung eines Dialektatlasses Mittleres Westdeutschland (DMW)

Sprecher aus Herschbach gesucht

Sitzung für eine Sprachaufnahme dauert etwa drei Stunden

Herschbach. Die Mundarten des Deutschen sind vielfältig. Oft sprechen die Menschen schon im Nachbarort anders. Im Rahmen des von der „Nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste“ geförderten Projekts „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)“ soll ein digitaler, dynamischer und sprechender Sprachatlas entstehen, der möglichst viele Ortsdialekte der Region beinhaltet.

Der Dialektatlas Mittleres Westdeutschland ist ein auf 17 Jahre angelegtes Projekt (Start: 2016), das an den Universitäten Bonn, Münster, Paderborn und Siegen durchgeführt wird. Ziel ist die systematische Erhebung sowie Auswertung und Interpretation von Dialekten in NRW und Teilen von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Der sprechende Atlas wird viele der digitalen Aufnahmen durch Mausklick in einer Karte abrufbar machen.

Winfried Himmerich aus Herschbach hat bereits für seine Heimatgemeinde eine entsprechende Sprachaufnahme mitgemacht. Etwa drei Stunden dauerte zu Hause die Sitzung, die von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Universität Siegen durchgeführt wurde. Auf Herschbacher Dialekt musste Himmerich leichte Fragen beantworten, Bilder erläutern und Sätze bilden. Das habe richtig Spaß gemacht. Er habe sich selbst gewundert, welche Wörter man schon lange Zeit nicht mehr in Dialekt gesprochen habe, so Himmerich.

Ähnliche Erhebung vor 140 Jahren

Voraussetzungen zum Mitmachen sind folgende: Möglichst dauerhaft sollte man am Heimatort ansässig gewesen sein und mindestens ein Elternteil sollte aus dem Heimatort oder der näheren Umgebung stammen.

Vor etwa 140 Jahren wurde von Sprachwissenschaftler Georg Wenker schon einmal eine ähnliche Erhebung durchgeführt. Auch von Herschbach existiert ein Schriftstück, worauf 40 Sätze in dem damaligen Dialekt in altdeutscher Schrift aufgeschrieben sind. Solche historischen Sprachzeugnisse existieren von etwa 50.000 Orten in Deutschland. Um herauszufinden, wie die Sprache sich geändert hat, müssen bei der Sprachaufnahme unter anderem die gleichen Sätze in heutiger Art und Weise in Dialekt gesprochen werden. Nach Auswertung der Aufnahmen kann man feststellen, wie sich die Sprache verändert hat und welche Unterschiede der Dialekte es heute noch gibt.

Damit der älteste und standardfernste Sprachgebrauch erfasst werden kann, werden jeweils zwei Personen ab 70 Jahren pro Gemeinde befragt. Um auch Sprachwandel zu dokumentieren, werden in etwa der Hälfte der Orte zusätzlich jeweils zwei jüngere Personen im Alter von 30 bis etwa 40 Jahren mit in die Aktion einbezogen.

Auch in anderen Gemeinden noch Teilnehmer gesucht

Insbesondere aus den Gemeinden Ailertchen, Deesen, Hilgert, Hillscheid, Holler, Horbach, Kirburg, Langenbach, Leuterod, Meudt, Staudt und Vielbach werden noch „Dialektsprecher“ gesucht.

Aus Herschbach wird noch jemand zwischen 30 und 40 Jahren gesucht, der an dem Projekt mitarbeiten möchte.

Interessierte sind eingeladen, sich auf der Homepage des Projekts (www.dmw-projekt.de) umzuschauen oder Kontakt aufzunehmen mit Katrin Kuhmichel, E-Mail: katrin.kuhmichel@uni-siegen.de, Tel. (01 51) 28 82 58 50.

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