Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten können nach über einem Jahr erfolgreich beendet werden
St. Cyriakus erstrahlt zur Christmette in neuem Glanz
Mendig. Die alte und die neue Niedermendiger Pfarrkirche St. Cyriakus bilden zusammen ein malerisches Ensemble. Bei der alten Kirche handelt es sich um eine spätromanische Pfeilerbasilika, erbaut gegen Ende des zwölften Jahrhunderts mit außergewöhnlich reichen und hervorragend erhaltenen Wandmalereien aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Neben der romanischen Dorfkirche erhebt sich ein dreischiffiger Kirchenbau im neogotischen Stil. Der Kölner Domwerkmeister Vincenz Statz errichtete diese neue Kirche von 1852 bis 1857 nach dem Vorbild der Minoritenkirche in Köln.
Kosten wurden größtenteils vom Förderverein getragen
Es ist schon recht außergewöhnlich, dass die neue Kirche von Grund auf renoviert werden konnte, während viele Gotteshäuser im Bistum Trier profaniert werden. Die Kosten für die Renovierungsarbeiten in Höhe von etwa 633.600 Euro trägt zu großen Teilen der Förderverein. Die Reparaturen für die Fenster und das dafür erforderliche Gerüst wurden vom Bistum Trier übernommen, da es sich hierbei um Erhaltungsmaßnahmen handelt.
Pastor Ralf Birkenheier, der sich nicht zuletzt aufgrund seiner authentischen und zu Herzen gehenden Seelsorge und Gottesdienstgestaltung bei den Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Mendig einer großen Beliebtheit erfreut, ist zu Recht überglücklich darüber, dass er an Heiligabend um 18 Uhr in der vollständig renovierten beziehungsweise restaurierten Pfarrkirche die Christmette zelebrieren darf. „Während unsere Kirche in völlig neuem Glanz erstrahlt und am Himmel in der ebenfalls völlig neu gestalteten Apsis 330 Sterne leuchten, werden wir die Geburt Jesu im wahrsten Sinne des Worten mit Pauken und Trompeten feiern“, so Pastor Birkenheier im Gespräch mit „Blick aktuell“.
Innensanierung begann im September 2016
Nachdem die Außensanierungsarbeiten der St. Cyriakus-Kirche 2015 unter der Federführung des Mendiger Architekten Reinhold Euskirchen abgeschlossen waren, wurde im September 2016 mit der Innensanierung begonnen, die ebenfalls von Reinhold Euskirchen geplant wurde. Außerdem übernahm dieser auch die Bauleitung für die äußerst anspruchsvolle Baumaßnahme.
Wie ein Mitarbeiter der Firma Wilhelmi aus Urmitz gegenüber „Blick aktuell“ erläuterte, wurden zunächst die riesigen Wandflächen mit einer „Eisstrahlung“ von der Dispersionsfarbe befreit. „Da bei einer Sandstrahlung zu viel Schmutz anfällt, haben wir Trockeneis bevorzugt“, so der Fachmann. Nach zwei Voranstrichen (Grundierungen) wurde auf die gesamte Fläche dann noch drei Mal Naturkalk aufgetragen.
Auf blaue Farbreste gestoßen
Pastor Ralf Birkenheier erläuterte zu der neu gestalteten Apsis: „Nachdem bei einer Infrarot-Untersuchung festgestellt wurde, dass sich zwischen den Streben Löcher befanden, hat der Konservator des Bistums Trier, Dr. Weiner, festgestellt, dass diese Apsis ursprünglich einmal in einem Blauton dargestellt wurde und sich in den Löchern höchstwahrscheinlich Sterne befanden. Dr. Weiner machte uns zwar darauf aufmerksam, dass die Arbeiten sich zeitlich stark verzögern würden, wenn man die ursprüngliche Form wieder herstelle, aber – so wörtlich – ‚dann kommt die noble Atmosphäre der St. Cyriakus-Kirche erst so richtig zur Geltung.‘ Als ich dann im Oktober bei einem Aufenthalt in Rom die einzige gotische Kirche ‚Santa Maria sopra Minerva‘ besuchte, dachte ich, ich befände mich in unserer St. Cyriakus-Kirche. Über der Apsis befand sich ein blauer Himmel, und je näher ich kam, desto mehr Sterne sah ich. Dr. Weiner bestätigte mir, dass er bei seinen Recherchen herausgefunden habe, dass dies bei fast allen neugotischen Kirchen zu sehen sei.“
All dies und noch viel mehr, wie zum Beispiel die neue LED-Beleuchtung, die intensiv gereinigten und nunmehr leuchtenden Kirchenfenster, die von der Holzmanufaktur Marvin Rawert restaurierten Kirchenbänke und nicht zuletzt die behutsam renovierten Figuren, werden die Christmetten-Besucher am Heiligen Abend bewundern können. FRE
Am blauen Himmel der völlig neu gestalteten Apsis werden am Heiligen Abend zum ersten Mal 330 Sterne leuchten.
Eine Woche vor Weihnachten hält man es beim Betrachten der als Lagerstätte umfunktionierten Alten Kirche kaum für möglich, dass am Heiligen Abend alles wieder an seinem ursprünglichen Platz stehen wird.
Die wunderbar gestaltete Mutter Gottes fand vorübergehend einen sicheren Platz in der neuen Kirche. Foto: Sonja
