Lichtermeer in kleinem Ort
St. Martin führte rund 250 Kinder und Erwachsene durch Ließem
Gemütlicher Ausklang am Schützenhaus
Wachtberg-Ließem. Rund 50 Kindergartenkinder versammelten sich mit ihren Laternen am ersten Novembersamstag kurz nach 17 Uhr am Kriegerdenkmal in Ließem. Auf der Ecke Lannesdorfer Straße/Siebgengebirgsstraße erwarteten sie ungeduldig den St Martin, der sie und etwa 200 weitere Zugteilnehmer mit vielen bunten Lichtern durch den Ort führte. Kurz nach 17:30 Uhr war es endlich soweit, dass der kleine Zug sich in Bewegung setzen konnte. Liebevoll mit Pappmaschee, Watte und kunstvoll gefalteten Pappstreifen gestaltete Schäfchenlaternen und viele andere bunte Laternen zogen wie ein kleines Leuchtband durch schmale Straßen und enge Gässchen. Mit glänzenden Augen standen die Kleinen kurze Zeit später am Feuer, bevor es über den Hammelsgraben bis zur Schützenhalle ging. In gemütlicher Atmosphäre genossen dort Groß und Klein bei Reibekuchen, Snacks, Glühwein und anderen warmen Getränken den Ausklang des Martinszugs. Die Tradition des Martinszugs wird „mindestens seit Kriegsende hier“ gepflegt, war von Jörg Fischer von der Freiwilligen Feuerwehr zu hören. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das mal nicht so gewesen wäre.“ Der 45-Jährige ist selbst seit 43 Jahren aktiv dabei. „Früher mit der Laterne, heute als Begleitung“, berichtet der Ur-Ließemer. Wie in den Jahren zuvor begleitete auch dieses Mal ein Fahrzeug der Polizei den Zug. Die notwendigen Sperrungen bewältigte die Freiwillige Feuerwehr weitgehend mit eigenen Kräften. Gerade auf der Passage der K14, der Verbindung Lannesdorf-Ließem-Gimmersdorf lag das Augenmerk, weil hier die Fahrzeuge oft genug recht schnell unterwegs sind. Für die Unterstützung mit dem Polizeifahrzeug war man dankbar, weil es in den Vorjahren tatsächlich vorgekommen war, dass Autos mitten in den Zug hinein gefahren waren, um schneller voranzukommen, anstatt zu warten. Mit der Begleitung von Polizei und Feuerwehr konnten die Kinder jedoch auch in diesem Jahr den Zauber des Lichterspiels, der Musik und des gemeinsamen Marschs in Ließem genießen. Zum Abschluss gab es natürlich den Wecken von St Martin. In der Schützenhalle fand man schlussendlich einen großen Teil des Dorfes versammelt. Der Erlös des Abschlussfestes fließt in die Finanzierung der Wecken und weiterer Veranstaltungen, die im Ort stattfinden.
Die Kindergartenkinder trugen stolz ihre Schäfchenlaternen durch die Straßen bis zum Schützenhaus. Foto: Chris Weber
