Neujahrskonzert 2017: Neujahrsgrüße vom Broadway
Staatsorchester Rheinische Philharmonie begeisterte mit Solisten
Neuwied. Schwungvoll begann das Jahr 2017 für die 750 Besucher des Neuwieder Neujahrskonzerts.
Damit war das Heimathaus bis auf den letzten Platz ausverkauft. Für die Traditionsveranstaltung in Neuwieds guter Stube hatte das Kulturbüro aus dem Amt für Stadtmarketing dieses Mal auf das Staatsorchester Rheinische Philharmonie gesetzt und damit alles richtig gemacht. Die Musiker unter der Leitung von Karsten Huschke gingen mit viel Elan zu Werke und inszenierten die beiden Solisten großartig. Monika Staszak und Adrian Becker begeisterten das Publikum mit Gesang und darstellende Kunst. Beide sind studierte Künstler und Sänger mit hinreichend Erfahrung als Musical Mitwirkende. Der Broadway war das Thema des Abends und Lieder aus Musicals standen im Mittelpunkt. Dabei machte es sich die Rheinische Philharmonie nicht etwa so leicht, als dass sie einfach die bekanntesten Melodien aneinanderreihte. Vielmehr bestand das Arrangement des Abends aus vielen Abwechslungen und Kontrasten. Das dabei munter, schamlos zwischen Deutsch und Englisch gewechselt wurde, war zwar der Verständlichkeit dienlich aber laut Aussage von Moderator Markus Dietze dem komplexen Urheberrechtrecht geschuldet. „Nur für den Fall, dass ihnen etwas gefehlt hat“, so der Intendant des Koblenzer Theaters. Trotzdem spielte Andrew Lloyd Webber die Rolle, die dem Großmeister gebührt. Zu hören waren Songs aus „Sunset Boulevard“ und „Cats“. Zu „Cats“ könne man ja stehen, wie man will, formulierte der Moderator. Aber die Songs seien zweifelsfrei fleischfressende Würmer. Zur Hochform liefen die beiden Sänger auf, als sie „All I ask of you“ aus Andrew Lloyd Webbers Phantom der Oper darboten.
Der nicht enden wollende Applaus zum Ende des Neujahreskonzert, war nicht zuletzt diesem gemeinsamen Auftritt geschuldet. Von Cole Porter brachte die Rheinische Philharmonie unter anderem Melodien aus „Kiss me Kate“ zu Gehör. Von Leonard Bernstein wurde dessen Konzertouvertüre „West Side Story“ ausgewählt. Jerry Herman war durch seine Kompositionen, unter anderem „Mascara“ für „La Cage“, im Saal gegenwärtig. Die Protagonisten auf der Bühne wurden für den Mut, Neues auszuprobieren, von der begeisterten Resonanz des Publikums, belohnt. Nur wenige Hände gingen in die Luft, als Markus Dietze
vorab wissen wollte, wer denn schon einmal den britischen Musical Fantasiefilm „Chitty Chitty bang bang“ gesehen hat? Da war es gut, dass der Moderator ab und an mit wenigen Worten auf die Story der Musicals einging oder Missverständnisse aus der Welt schaffte. So bestünde die wahre Absicht von Irving Berlin bei „There´s no business like Show business“ darin, auf die Bedeutung von Theater und Musik hinzuweisen. Das Neujahrskonzert war nicht arm an Botschaften, allerdings mit unterschiedlicher Resonanz. Im Zusammenhang von „Ich bin, was ich bin“ aus La Cage forderte Markus Dietze auf, gelassener mit den Veränderungen unserer Zeit umzugehen. Toleranz funktioniere nicht dadurch, dass man sie nur von anderen verlange.
Molltöne zur Begrüßung
Wenig Toleranz brachten Teile des Publikums dem Gastgeber entgegen. In Vertretung von Oberbürgermeister Nikolaus Roth übernahm Bürgermeister Jan Einig das obligatorische Grußwort zum Neujahrskonzert. Er dankte den Neuwieder Bürger/innen für das große ehrenamtliche Engagement in Sport, Politik und Kultur. Der hohe Stellenwert des Ehrenamtes komme besonders in der Flüchtlingshilfe zum Ausdruck. Ohne die Freiwilligen aus der Bürgerschaft hätte die Stadt diese Aufgabe nicht leisten können. Jan Einig hielt eine kurze Rückschau auf 2016. Er zählte das fertiggestellte Jugendzentrum auf und erinnerte an das großartige aber letztlich nicht belohnte Engagement der Neuwieder für die Landesgartenschau 2022 auf. Für 2018 kündigte der Bürgermeister die Fertigstellung des Deichvorgeländes und des Südamerikahauses im Zoo Neuwied an.
In 2017 werde das Stadtentwicklungskonzept für das Neuwied der Zukunft und für die Industriebrache Rasselstein fortgesetzt. Als Bürgermeister Jan Einig anschließend den Opfern der Attentate in Berlin und Istanbul gedachte und davon sprach, Terror und Gewalt die Stirn zu bieten sowie positiv hervor hob, dass sich die Gesellschaft mutig und entschlossen gegen den Terror stellt, war es mit der Geduld vieler Besucher vorbei. Unmissverständlich wurde darauf hingewiesen, dass man wegen der Musik gekommen ist.
FF
Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung von Karsten Huschke spielte Neujahresgrüße vom Broadway.
