Allgemeine Berichte | 05.07.2017

Linzer Mauerbau-Initiative setzt sich für den Pulverturm ein

Stadt muss ihre Stadtmauer vermarkten

Der Pulverturm.privat

Linz. Jetzt kann Linz die Renovierung des Neutores anpacken: mit 472.000 Euro unterstützt das Land Rheinland-Pfalz die Sanierung eines der markantesten Bauwerke der Stadt. Die Stadtmauer insgesamt verleiht der Bunten Stadt ein besonderes Bild. Neben den mittelalterlichen Fachwerkhäusern machen die noch existierenden Tore und verbliebenen Mauerreste den unverwechselbaren Charakter von Linz aus. Vor fast vier Jahren hat sich der Verein Linzer Mauerbau-Initiative gegründet, um sich für den Erhalt dieses prägenden Bauwerkes, der historischen Stadtmauer einzusetzen. Da kommt diese Finanzierungszusage gerade richtig. Ausdrücklich wird die Linzer Mauerbau-Initiative als bürgerschaftliches Engagement verstanden, das alle Linzer Bürger miteinander verbinden soll.

700 Jahre mittelalterliche Stadtmauer

„Gebaut als Schutz vor Feind und Unbill, bestärkte sie von Anfang an das Gefühl der Gemeinsamkeit der Bürger. Auch heute noch geht von den Resten der Mauern und Tore ein Zauber aus, den wir unbedingt erhalten wollen“, sagt Vereinsvorsitzender Norbert Thelen. 700 Jahre hat das mittelalterliche Bauwerk standgehalten. Erweisen sich die verbauten Basaltsteine als äußerst robuste Bauelemente, gerät deren bautechnische Verbindung aus Mörtel und Sand mehr und mehr aus den Fugen.

„Der starke Efeubewuchs muss entfernt und die schadhaften Stellen ausgebessert werden. Doch bei den Maßnahmen sollte es nicht bleiben“, meint Norbert Thelen. Ihrer einstigen Bestimmung entsprechend sieht er das auch wenn nur noch in Teilen stehende Bauwerk ganzheitlich. „Stadtmauer mit Burg, Rhein-, Neutor und Pulverturm bilden eine Einheit als markanter baulicher Ring um die gesamte Altstadt. Darin steckt ein großes urbanes Versprechen, als eine Art kommunikativer Spannung, von den Zeugnissen der historisch mittelalterlichen Baukunst bis in die Moderne mit ihren heute neuen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Stadt muss ihre Stadtmauer vermarkten, sie touristisch nutzen und pflegen. Und das tut sie ja auch. Wir wollen die entstandene Aufbruchstimmung nutzen, die Linzer Stadtmauer aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen, um sie für Bürger und Touristen nutzbar zu machen.“Der Vorsitzende weiß, dass es in der Stadt dringendere Projekte zugunsten des Allgemeinwohls gibt. „Die Stadtmauer ist Jahrhunderte alt. Wir müssen uns selbstkritisch fragen, was es uns wert ist, der Stadt mit der restaurierten Mauer ein Profil zu geben, und uns ehrlich machen, ob die Rechnung mit ihrer touristischen Nutzung aufgeht. Denn natürlich gibt es dringendere Projekte des Gemeinwesens. Die Pflege der Stadtmauer ist auch kein einmaliges Projekt, sondern eines von langer Dauer.“ Aber die Sanierung ist schon jetzt fällig. „Die Stadt Linz hat erfreulicherweise die Initiative ergriffen und mit einer Gesamtkonzeption ihre gestalterischen Aufgaben beantwortet,“ meint Thelen. „Dass das Land dem jetzt nachkommt, belohnt die Bemühungen der Stadt und ihrer Bürger. Und mit aller Bescheidenheit sei es gesagt, auch die der Linzer Mauerbau-Initiative e.V.“

Helm-Dach für den Pulverturm

Die Mitglieder der Linzer Mauerbau-Initiative luden Interessierte vor einem Jahr zu einem Rundgang ein, bei dem sie ihr Engagement vorstellten, um seine Bedeutung bewusst zu machen. Dazu zählt die Restaurierung des Pulverturms, Rhein- und Neutors sowie die Betonung der Rundbögen der Stadtmauer in der Kaiserbergstraße und die Entfernung des Bewuchses an der Stadtmauer im Rosengarten. Die Linzer Mauerbau-Initiative hat sich vor allem der Sanierung des Pulverturms angenommen. „Wir wollen ein typisches Helm-Dach für den Pulverturm, damit der Regen nicht von oben in das Gebäude gelangen kann. Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass die über Jahre eindringende Nässe die Gewölbefugen im Turm ausgespült hat. Die Restaurierung wird also umfänglicher, um den Turm für die Allgemeinheit begehbar zu machen“, sagt Norbert Thelen.

Zur Finanzierung hat der Verein mehrere Möglichkeiten ausgemacht: Die Nutzung öffentlicher Mittel von Stadt, Kreis und Land, Förderung durch die Generaldirektion Denkmalpflege in Mainz und Stadterneuerungsprogramm ISEK sowie Eigenleistungen der Mitglieder der Linzer Mauerbau-Initiative. Wer die Restaurierung des Pulverturms unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun: Linzer Mauerbau-Initiative e.V., Konto: 105576340, BLZ: 5746 0117, IBAN: DE60 5746 0117 0105 5763 40, BIC: GENODED1NWD.

Der Pulverturm.Foto: privat

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