Närrische CKG-Streitmacht zelebrierte den Sturm auf das Rathaus
Stadtbürgermeister aus dem Tiefschlaf gerissen
Cochem. Mit einem Großaufgebot ihrer närrischen Streitmacht rückte die rot-weiße Holau-Schwadron der Cochemer Karnevalsgesellschaft (CKG) vor dem Portal des städtischen Regierungssitzes an. Hier auf dem Marktplatz wurden die Invasoren neben einer illustren Schar von feiernden Schaulustigen zusätzlich vom Prunkstück des Cochemer Adventszaubers, einem riesigen und immer noch im vollen Schmuckkleid befindlichen Weihnachtsbaum empfangen. Dieser Umstand war laut Aussagen von CKG-Präsident Günter Hammes dem humorlosen Moselhochwasser geschuldet, das Menschen und Stadt kürzlich noch in Atem gehalten hatte.
Der Musikverein präsentierte zur weihnachtlichen Atmosphäre das bekannte Nikolauslied als amüsante Popversion. Als problematisch stellte sich allerdings der Sturm auf die „Walter-Schmitz-Bastille“ heraus, denn der Stadtchef hatte sich dem tiefen Schlaf eines Gerechten hingegeben. Jedenfalls war sein lautstarkes Schnarchen auch vor dem Rathaus deutlich zu vernehmen. Nachdem die Stadtsoldaten, als GSG 9 der CKG-Einsatzkräfte, beim Versuch des Eindringens ins Rathaus gescheitert waren, erklärten sie das Anwesen des Bürgermeisters zum Vergnügen aller Anwesenden zur Verschlusssache. Schließlich waren es dessen Ehefrau Heike nebst Chefsekretärin, die mit den Narren ein Einsehen hatten und das Rathausportal öffneten.
Nur wenige Minuten später konnte der gähnende Stadtchef dann in Gewahrsam genommen und immer noch mit Schlafmütze auf dem Kopf vorgeführt werden. Nur allzu gerne überreichte er in der Folge Rathausschlüssel nebst Regierungsvollmacht an die jecken Invasoren: „Ihr kommt mir gerade recht, denn in den nächsten Wochen ist der Haushaltsplan in trockene Tücher zu bringen - viel Spaß dabei“, so Schmitz lachend. Trotz dem zusätzlichen Hinweis auf die leere Stadtkasse sowie den mager bestückten Weinkeller, wurde ihm dennoch der neue CKG-Orden zuerkannt. Mit ihrer Lieblichkeit Marlene I. von Turn und Tanz und seiner Tollität Josef I. von Tanz und Klang, stellte sich das neue Kinderprinzenpaar des Turnvereins Cochem vor. Zusammen mit diesen vernahmen die anwesenden Jecken im Anschluss die 11 närrischen Paragrafen der Proklamation 2024, dargeboten und aus der Feder von CKG-Protokoller Stephan Hilken. Darin amüsant in Versform verpackt, einige närrisch formulierte Stolpersteine aus der Politik und dem öffentlichen Leben: „Die Pyramiden waren ein Klacks, der Turm von Babel Pippifax. Nach gefühlt 500 Jahren, können wir sie nun befahren. Voll Ehrfurcht neigen sich Tann und Pinie, vor der schönen Stadtwaldlinie!“ Dies widmete Hilken jenem Cochemer Projekt, das die Bauzeit des BER-Flughafen noch als schnelle Maßnahme in den Fokus rückte. Selbst die Politik kam nicht zu kurz: „Auch die längste „Schnur“ geht irgendwann zu Ende, im Kreishaus eine Zeitenwende. Künftig Harmonie statt plumpem Gezanke, wenn dem so wäre: Danke Anke! Frau Beilstein schreitet an der Spitze zur Tat, eine Blaupause für unseren Elferrat?“
Eine Eulenspiegel-Ode mit Augenzwinkern an die frisch gekürte Kreischefin, während einer weiteren Regionalpolitikerin wohl heftig die Ohren klingelten: „Jüngst flogen, ob zu viel Frauenpower, schwarze Raben um den roten Tower. Ein SWR-Beschwerdebrief erwies sich als schlecht, ausgelegt als Angriff auf ‚s Presserecht. Man sieht ‚s mancher Schnellschuss, über kurz oder lang, kehrt postwendend zurück als Boomerang!“ Mit frenetischem Applaus und Holaurufen gefeiert, wurde das abschließend proklamierte Motto der närrischen Session: „175 Jahre Narretei, dat is Cochem, doh seymoh dabei!“ TE
CKG-Protokoller Stephan Hilken verliest zur Proklamation der neuen Kampagne seine 11 närrischen Paragrafen.
