Rathauserstürmung in Münstermaifeld
Stadtbürgermeister leistete bitteren Widerstand
Münstermaifeld. Mit der Rathauserstürmung hat auch in Münstermaifeld endgültig die Fünfte Jahreszeit begonnen. Stadtbürgermeister Erich Krämer, seit dem 9. Juli 2024 in Amt und Würden, leistete allerdings bitteren Widerstand, bis er den Schlüssel fürs Rathaus an die Gardisten der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Münstermaifeld und an die zahlreich anwesenden Möhnen herausrückte. Das Stadtoberhaupt hatte das Rathaus förmlich verbarrikadiert, über 20 Minuten hielt er dem schweren Dauergeschütz und den unzähligen Böllern stand.
„Im Angesicht der unaufhaltsamen närrischen Übermacht, der schlagkräftigen Argumente der KG Münstermaifeld und der Meensterer Möhnen sehe ich mich nach tapferem, aber völlig aussichtslosem Kampf gezwungen, das Rathaus bedingungslos, endgültig und mit närrischer Würde zu übergeben“, meinte Krämer trotzig. „Die Herrschaft über Rathaus, Bürgermeisterbüro, Sitzungssaal und sämtliche Schlüssel geht mit sofortiger Wirkung in die Hände der Jecken über. Das Rathaus wird bis auf Weiteres, mindestens jedoch bis Aschermittwoch, zur närrischen Hochburg erklärt. Gesetz, Ordnung und Verwaltung weichen ab sofort Frohsinn, Kamelle und Konfetti. Ich verpflichte mich, das Zepter der Macht kampflos abzugeben, den Verlust von Krawatten, Würde und eventueller Stimme klaglos hinzunehmen sowie allen närrischen Anweisungen Folge zu leisten.“
Das ließ sich KG-Präsident Hans-Werner Durben nicht zweimal sagen. Auf der Rathaustreppe las er sogleich die elf Paragrafen vor. „Dem Stadtbürgermeister sowie dem gesamten Stadtrat wird hiermit auferlegt, stets gut gelaunt zu sein, freundlich zu winken und begeistert mitzuschunkeln. Es ist ihm ausdrücklich erlaubt, sich von der KG beraten zu lassen, besonders in Fragen von Humor, Rhythmus und Taktgefühl. Treuen Untertanen und echten Fastelovendsfreunden werden Steuern, Pflichten und Sorgen bis Aschermittwoch erlassen.“
Sollte es einem Jecken gelingen, sich dauerhaft der Heiterkeit zu entziehen, so werde er, streng nach närrischem Gesetz, vorübergehend nach Polch ausgewiesen. Dort müsse er Buße tun, indem er öffentlich auf dem Marktplatz erklärt, dass es nirgendwo schöner ist als in Meenster off de Hieh.
SK
Die Möhnen und die Garde haben die Macht übernommen.
Stadtbürgermeister Erich Krämer leistete bitteren Widerstand.
Schwere Geschütze wurden aufgefahren.
