Musiker aus Rheinbach und Deinze geben gemeinsames Konzert
Städtepartnerschaft wird kulturell gepflegt
Rheinbach. Bereits seitdem September 1981 gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Rheinbach und der belgischen Stadt Deinze. Wie der 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Uwe Janzen, zu berichten weiß, lebt diese Partnerschaft vor allem auch vom kulturellen Austausch zwischen den beiden Kommunen. So war im November 2015 eine Abordnung der Musikschule Voreifel aus Rheinbach in der belgischen Stadt gewesen, und am vergangenen Wochenende kamen die Musiker des belgischen Sinfonieorchesters „AcOrDe“ nach Rheinbach. Gemeinsam hatte man im Vorfeld ein anspruchsvolles Programm aus Klassik und modernen Melodien ausgearbeitet, das die beiden Orchester dem Publikum darbieten wollten. Dabei würde jedes Orchester allein spielen, aber einen Teil der Stücke würde man auch gemeinsam interpretieren.
Das war die größte Herausforderung, denn man hatte nur eine gemeinsame Probe am Samstag vor dem Konzert, und vieles musste im Vorfeld arrangiert werden. Wobei man sich zu Recht auf den Klangkörper in den Räumen des Stadttheaters dann freuen durfte, waren doch dann mehr als 90 Musiker auf der Bühne. Diese Freude strahlte auch beim Leiter der Musikschule Voreifel, Claus Kratzenberg, durch, der bei seiner Begrüßung zunächst seinen Kollegen Geeert Dhondt erwähnte und dann auch den beiden musikalischen Leitern, Maria Kapuscinska und Harry Bloomaert, einen besonderen Willkommensgruß entbot. Bürgermeister Stefan Raetz ließ sich wegen anderweitiger Termine entschuldigen, an seiner Stelle konnte der 1. Beigeordnete Dr. Raffael Knauber begrüßt werden. Ein besonderer Dank von Claus Kratzenberg galt auch den zahlreichen Helfern sowie den Gastfamilien, bei denen die belgischen Musiker für den Zeitraum ihres Aufenthalts in Rheinbach eine Bleibe gefunden hatten.
Rio Reiser hat in seinem berühmten Stück „Wenn ich König von Deutschland wär“ gedichtet, dass er dann den ganzen Tag Vivaldi hören würde. Recht hatte er. Denn mit dem Koncert in C-Dur für Flautino und Streicher von Antonio Vivaldi wurde das Konzert durch die Sinfonietta der Rheinbacher Musikschule eröffnet. Begeistert gefeiert wurde dabei Janik Nagel auf der Blockflöte, der ein sehr eindrucks- und gefühlsvolles Spiel zeigte und manches Vorurteil gegenüber der Blockflöte sicherlich abbauen konnte. Gemeinsam spielte man dann mit den belgischen Musikern die Sinfonie Nr. 44 von Joseph Haydn und im Anschluss ging es zunächst klassisch weiter mit „Ein Tanz von Rüpeln“ aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dem schlossen sich zahlreiche Filmmusiken an, so aus „Indiana Jones“ oder „Forrest Gump“. Das Publikum war begeistert von der Qualität der Musiker und geizte nicht mit Applaus. Einziger Schönheitsfehler des Konzerts, zu dem der Eintritt frei war, war dem Umstand, dass rund ein Drittel der Stühle leer blieb. Aufgrund der Qualität und des Engagements der vielfach noch sehr jungen Musiker hätten sie es verdient gehabt, vor einem vollen Haus zu spielen. STF
