Zeder im Schaugarten gefällt
Stamm wird zum Zuhause für Vögel und Insekten
Wachtberg. Ein wenig traurig war es schon: Keine zwei Stunden dauerte es, und von der stattlichen Zeder im naturnahen Schaugarten stand nur noch der „nackte“ Stamm. Fast vierzig Jahre Baumleben waren beendet.
Anfang der 80-er Jahre auf den Rasen hinter dem Rathaus gepflanzt, passte die aus dem asiatischen Hochland stammende Atlas-Zeder gut zwanzig Jahre später streng genommen nicht in den neu angelegten Schaugarten: Ausschließlich heimische Pflanzen und Gehölze sollen dort als Anregung zur natürlichen Gartengestaltung gezeigt werden. Doch die Zeder durfte bleiben. Bei einer Abstimmung im Vorfeld der Schaugarteneinrichtung votierte eine Mehrheit der Wachtberger Bürger für das Kiefern-Gehölz mit den bläulichen Nadeln.
Mitte Dezember jetzt ihre Fällung: Obwohl altersmäßig noch ein „Kleinkind“ - Zedern können bis zu tausend Jahre alt werden - attestierte ein Baumfachmann Astbruchgefahr - meist das Todesurteil für auf öffentlichem Boden stehende Bäume.
Einige Meter des Zedernstammes bleiben. Wuchsfreudig hochrankendes Efeu wird bald Vögel und Insekten anziehen: Sie finden darin Versteck- und Nistmöglichkeiten, späte Insektennahrung an den frühherbstlichen, nektarreichen Efeu-Blüten, aus denen sich zum Jahresende schwarz-bläuliche Beeren, beliebtes Winterfutter für Vögel, entwickeln. Der obere Teil des Zedernstammes wurde als Totholzelement mithilfe eines Krans punktgenau im schattigen Schaugartenbeet platziert. Wie in einem Urwald darf er dort langsam zerfallen und Käfern und Kleinstlebewesen Lebensraum und Nahrung bieten.
Übrigens: Die Auswahl an geeigneten heimischen Bäumen für den Garten ist groß. Außer Ahorn-, Buchen- und Eichenarten, Vogelkirsche und Walnuss gibt es viele andere Gehölze. Informationen sind in der Broschüre „Der naturnahe Schaugarten in Wachtberg“ zu finden, erhältlich im Rathaus Berkum.
AK naturnaher Schaugarten
