Verleihung des Johanna-Loewenherz-Preises in der Abtei Rommersdorf in Neuwied

Starke Frauen – starke Leistung!

Fiona Isabelle Schäfer und Lisa Laß leben Gleichberechtigung und Engagement

Alljährlich werden im Kreis Neuwied Frauen mit dem Johanna-Loewenherz-Preis ausgezeichnet. Dieser geht zurück auf eine engagierte Bürgerin aus Rheinbrohl. Jüdin, alleinerziehend, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin – alles Attribute, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts jedes für sich schon ein Makel war, der ins Gefängnis oder in den Tod führen konnte. Als Johanna-Loewenherz 1937 starb, sollte ihr Vermögen in eine Stiftung umgewandelt werden, um ein Erholungsheim für Frauen, die besonderes geleistet haben, zu schaffen. Leider konnte der Kreis Neuwied das Erbe erst in den 1980er Jahren antreten, seitdem wird dieser Preis verliehen an Frauen, die sich besonders verdient gemacht haben und machen.

18.09.2022 - 13:26

Neuwied. Jährlich zum 12. März wird der Johanna-Loewenherz-Preis vergeben an Frauen, die im Leben mit ihrem besonderen Engagement Vorbilder sind. In diesem Jahr waren dies Fiona Isabelle Schäfer und Lisa Laß. Beide sind Mitglieder der „Blaulichtfamilie“. Fiona Isabelle Schäfer ist Rettungsassistentin und Leiterin der Rettungswache Linz, engagiert sich zudem ehrenamtlich bei Deutschen Roten Kreuz und Feuerwehr in Neustadt. Zudem absolviert sie eine Ausbildung zur Höhenretterin. Lisa Laß engagiert sich neben ihrer beruflichen Ausbildung zur Ergotherapeutin als Jugendbetreuerin und Helfersprecherin beim Technischen Hilfswerk. Sie vermittelt zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern. Zudem engagiert sie sich im techniklastigen und auch körperlich anstrengenden Bereich der Hilfsorganisation.

„Johanna Loewenherz war eine streitbare Frau, eine Jüdin, eine Sozialdemokratin und eine Person, die Zeit ihres Lebens für die Rechte der Frauen kämpfte“, begrüßte Landrat Achim Hallerbach die Gäste und Preisträgerinnen. „Lisa Laß und Fiona Isabelle Schäfer sind Vorbilder, sie übernehmen Verantwortung über das normale Maß hinaus, junge Frauen, so ganz im Sinne unserer Stiftungsgeberin. Gerade die letzten Jahre mit Corona-Pandemie und Ahrhochwasser haben uns gezeigt, wie wichtig die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für uns alle sind.“ Und: „Im Jahr 1987 wurden in Rheinland-Pfalz die ersten 30 Frauen bei der Polizei eingestellt, der Frauenanteil bei den Berufsfeuerwehren wird heute mit unter zwei Prozent angegeben, beim THW spricht man von 12 Prozent“, so der Landrat. Auch wenn die Anwesenheit von Frauen in den freiwilligen Wehren längst ganz selbstverständlich sei, sei festzuhalten: Frauen sind in diesem Bereich immer noch deutlich unterrepräsentiert. Daher könne man das Engagement der beiden jungen Frauen gar nicht genug loben.

„Unsere Preisträgerinnen sind, selbst für die heutige Zeit, etwas untypisch für junge Frauen unterwegs“, betont die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und Stiftungsvorsitzende Doris Eyl-Müller. „Noch vor wenigen Jahren waren Feuerwehr und THW nichts für Frauen: zu schwach und zu sensibel für die innere Gefahrenabwehr. Fiona Isabelle Schäfer und Lisa Laß strafen dieses Vorurteil der Lüge und beeinflussen vielleicht auch ein wenig jenen Teil der Organisationskultur, die typisch für Männer ist, und sie belegen, dass die Annahme, diese Ehrenämter seien nichts für Frauen, ein Vorurteil ist.“

Für Doris Eyl-Müller war es die letzte Preisverleihung in ihrem Amt als Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Neuwied, das sie 28 Jahre lang innehatte. Sie wird bald in den Ruhestand gehen und wurde von Landrat Achim Hallerbach in seiner abschließenden Rede gewürdigt als „ebenso streitbare und engagierte Frau in einem Amt, das sich für die Gleichstellung von Männern und Frauen einsetzt.“

Umrahmt wurde die Preisverleihung vom Klaviertrio „Dolicé“, das die Gänge der Abtei stimmungsvoll und virtuos mit klassischer Musik füllten. -HE-

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K. Schmitt:
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