Allgemeine Berichte | 19.11.2020, 12:54 Uhr

Koblenz beteiligt sich am rheinland-pfälzischen Förderprojekt

Start des Modellprojektes „Jugendberufsagentur Plus“

Koblenz. Die Koblenzer Jugendberufsagentur hilft jungen Menschen beim Berufseinstieg und individuellen Anliegen. Nun ist Koblenz eine von bisher drei Modellregionen, die sich neben Mainz-Bingen und Pirmasens, am Förderkonzept „Jugendberufsagentur Plus“ beteiligt. Im Rahmen des Förderkonzepts unterstützt die dazu gehörige Koordinationsstelle die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und das Jugendamt dabei, optimale Hilfe aus einer Hand anzubieten. So können die jungen Menschen bestmöglich unterstützt in ihre berufliche Zukunft starten.

Als Schnittstelle zwischen den Institutionen und Schulen sowie weiteren Akteuren vor Ort stellt die Koordinatorin Mareile Wilbert, die bei der Stadt Koblenz angestellt ist, den Informationsaustausch sicher und bündelt die relevanten Aktivitäten. Neben der Netzwerkarbeit gehört auch die Projektarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Tätigkeiten. Wilbert möchte junge Menschen bei der Weiterentwicklung des Projektes integrieren und sieht dieses als Langzeitaufgabe.

Bürgermeisterin Ulrike Mohrs freut sich über die Beteiligung der Stadt Koblenz am Modellprojekt: „Das Projekt ist wichtig. Wir wollen junge Menschen nach dem Ende ihrer Schulzeit begleiten, bis sie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben. Jede und jeder Einzelne liegt mir am Herzen“, sagt Mohrs.

Gefördert wird das Modellprojekt der „Jugendberufsagentur Plus“ durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz. Beratend begleitet wird die Jugendberufsagentur durch das ISM, Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.

„Die große Herausforderung vor Ort besteht darin, die Arbeit aller Institutionen aufeinander abzustimmen und so eine gemeinsame Fallbearbeitung im Sinne der jungen Menschen zu ermöglichen. Diese Schnittstelle ist im Arbeitsalltag regelmäßig ein Problem, denn keiner der beteiligten Rechtskreise hat hierfür die notwendigen Kapazitäten. Genau diese Lücke möchten wir mit der Koordinierungsstelle schließen. Entscheidend für den Erfolg ist aber, dass wir nicht nur eine Stelle fördern, sondern dass sie wie hier in Koblenz eingebettet ist in ein schlüssiges Gesamtkonzept, um so die Arbeit der Jugendberufsagentur insgesamt voranzubringen“, so Arbeitsstaatssekretär Dr. Alexander Wilhelm.

Hilfe aus einer Hand auch in Krisenzeiten

Die Tore der Jugendberufsagentur sind selbst in Zeiten der Pandemie geöffnet: Die zentrale Anlaufstelle steht per Terminvergabe für junge Menschen zur Verfügung. Junge Menschen erhalten dort kompetente Beratung und Informationen rund um die Berufs- und Studienwahl zu vereinbarten Zeiten. Ebenso werden drohende Ausbildungsabbrüche oder persönliche Probleme und Themen vertraulich behandelt.

„Für die jungen Menschen ist diese ‚Hilfe aus einer Hand‘ in diesem Jahr, aber auch in der Zukunft, im Hinblick auf den Ausbildungsmarkt besonders wichtig. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich leider auch bei dieser Kundengruppe der 15- bis unter 27- Jährigen in einem deutlich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr“, sagt Thomas Becker, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein wichtiger Schritt für junge Menschen. Gerade hier brauchen sie die erforderliche Unterstützung. Dies war bereits vor Corona so und ist jetzt um ein Vielfaches notwendiger. Es gilt, dass alle Akteure dies im Sinne der Jugendlichen meistern und den jungen Frauen und Männern eine echte Alternative aufzeigen“, so Daniel Lips, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Aufsuchende Arbeit als weiterer Teil der Jugendberufsagentur Plus Um den jungen Menschen auch bei schwierigen persönlichen Problemen helfen zu können, sind Fachleute aus der Jugendhilfe des Jugendamtes in der Jugendberufsagentur vertreten. Manfred Stein, Geschäftsführer des Jobcenters Koblenz unterstreicht, dass darüber hinaus, gerade solche Jugendliche durch die JBA unterstützt werden, die von den Regelstrukturen nicht (mehr) erreicht werden und teilweise abgekoppelt sind. Hierzu hat das Jobcenter ein aufsuchendes Angebot für diese Jugendliche ins Leben gerufen.

Hieraus leiten sich gleichzeitig Ziel und Aufgabe der Jugendberufsagentur ab, die nur im engen Schulterschluss mit Koblenzer Unternehmen, Schulen, Familien, externen Netzwerkpartnern und den jungen Menschen erfolgreich sein kann. Die Vernetzung, aller staatlichen Partner in der Koblenzer Jugendberufsagentur bietet hierfür ein ausgezeichnetes Fundament, sind sich die Beteiligten einig.

Seit 2017 sind alle wichtigen Ansprechpartner der Jugendberufsagentur unter einem Dach im Jobcenter. Geplant ist für nächstes Jahr ein Umzug in die Innenstadt. In diesem neuen Haus, welches außerhalb der bereits existierenden staatlichen Stellen liegen wird, werden künftig auch Veranstaltungen zur Berufsorientierung durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit Schulen, dem „Jobfux“ (Projekt zur Berufsorientierung an der Goethe Realschule Plus) und der Schulsozialarbeit wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.

Kontakt: Information und Beratung für junge Menschen unter 27 Jahren: Jugendberufsagentur Koblenz (derzeit noch) im Jobcenter Koblenz, Am Berg 1, 56070 Koblenz Internet: www.jugendberufsagentur-koblenz.de Mail: info@jugendberufsagentur-koblenz.de

Hintergrundinformationen

Um die Aktivitäten der wichtigsten Akteure im Land zu bündeln, ist im Februar 2020 unter Federführung des rheinland-pfälzischen Arbeitsministeriums die Vereinbarung „Mehr Hilfen aus einer Hand“ unterzeichnet worden. Daran beteiligt sind neben dem Arbeits-, Bildungs-, Jugend- und Wirtschaftsministerium auch die Bundesagentur für Arbeit, der Landkreistag, der Städtetag sowie die Transferagentur „Kommunales Bildungsmanagement“. Kernelement der Vereinbarung ist ein gemeinsames Verständnis davon, was eine JBA als solche ausmacht und welches ihre Erfolgsfaktoren vor Ort sind. Darüber hinaus haben sich die Partner darauf verständigt, welche Beiträge sie beim Ausbau der JBA in Rheinland-Pfalz jeweils leisten. Ein Baustein davon ist das neue Förderkonzept „Jugendberufsagentur Plus“. Koblenz wurde im Sommer 2020 als eine von drei Modellregionen ausgewählt, um diese Zusammenarbeit praktisch umzusetzen.

Die Koblenzer Jugendberufsagentur gibt es bereits seit dem Jahr 2013, die im Rahmen der Projektarbeit „Integrierte Förderstrukturen für benachteiligte junge Menschen in Rheinland-Pfalz“ zum Thema Übergang Schule-Beruf entstand. Die Koblenzer Jugendberufsagentur steht unter dem übergeordneten Ziel, dass niemand verloren gehen darf beim Berufseinstieg. Wichtig: Die Jugendberufsagentur Koblenz ist keine neue Institution. Alle Partner agieren in ihrer Verantwortlichkeit eigenständig weiter, wie bisher auch.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

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