Allgemeine Berichte | 25.02.2026, 12:30 Uhr

Spatenstich für das Kalte Nahwärmenetz Liers

Start für nachhaltige Wärmeversorgung im Ort

Spatenstich für die Kalte Dorfwärme in Hönningen-Liers (v.l.): Paul Nghahan (Engerie- und Klimaschutzagentur Hessen), Kreisbeigeordneter Horst Gies, Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann, Staatssekretär Michael Hauer, Ministerialdirektorin und ständige Vertreterin des Chefs der Staatskanzlei Vanessa Fischer, Projektleiter Reiner Pürling, Projektleiterin, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr Dominik Gieler
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Hönningen-Liers. Am Montag, 23. Februar erfolgte der symbolische Spatenstich für das kalte Nahwärmenetz in der Ortsgemeinde Hönningen im Ortsteil Liers. Mit dabei waren unter anderem Vanessa Fischer, Ministerialdirektorin aus der Staatskanzlei, und der rheinland-pfälzische Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung, den Projektbeteiligten sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern feierten sie diesen Meilenstein für eine zukunftsgerichtete Wärmeversorgung.

Ein starkes Zeichen für die Zukunft

Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann betonte in seinem Grußwort die Bedeutung dieses Tages: „Mit dem ersten Spatenstich setzen wir ein sichtbares Zeichen für die Zukunft – für eine nachhaltige, unabhängige und verantwortungsvolle Energieversorgung. Was heute beginnt, ist weit mehr als ein Bauprojekt. Es ist ein Bekenntnis zu Klimaschutz, Innovation und regionaler Zusammenarbeit.“ Jürgen Schwarzmann hob hervor, dass das Projekt nicht nur technische Infrastruktur schafft, sondern echte Lebensqualität: „Wir investieren in eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen. Liers übernimmt damit eine Vorreiterrolle und zeigt, was möglich ist, wenn eine Gemeinschaft zusammensteht und ein gemeinsames Ziel verfolgt.“

Innovative Wärmeversorgung ohne fossile Energieträger

Das Dorfwärmenetz in Liers setzt auf die Nutzung von Erdwärme. Sonden und ein geschlossenes Rohrleitungssystem transportieren die Wärme zu den angeschlossenen Gebäuden, wo Sole-Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser sorgen. Das System arbeitet ohne fossile Energieträger, ist besonders energieeffizient und ermöglicht zusätzlich eine passive Kühlung der Gebäude im Sommer. Damit ist das Nahwärmenetz ein zentraler Baustein für den nachhaltigen flutbedingten Wiederaufbau in Liers. „Das Nahwärmenetz zeigt, wie die Wärmeversorgung der Zukunft aussieht: Klimaschutz durch die Verringerung von Emissionen wird hier mit Klimawandelanpassung durch die Möglichkeit zur Kühlung angeschlossener Gebäude verbunden“, sagte Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer beim Besuch in Liers. „Viele der Kommunen im Ahrtal haben sich beim Wiederaufbau für kommunale Nahwärmenetze – oft in Bürgerhand – entschieden. Damit wird das Ahrtal zum Vorreiter und Kompetenzzentrum für Nahwärme, von dessen Erfahrungen auch andere Kommunen profitieren“, so Staatssekretär Hauer. Zugleich dankte er der Energie- und Klimaschutzagentur und allen Verantwortlichen vor Ort herzlich für ihr großes Engagement.

Bereits 2023 erfolgten eine 200 Meter tiefe Erkundungsbohrung und geothermische Tests, die hervorragende Untergrundbedingungen bestätigten. In der ersten Ausbaustufe können rund zwei Drittel der Ortsstraßen versorgt werden, 33 Gebäude erhalten einen Anschluss. Für weitere 40 Gebäude besteht eine spätere Anschlussmöglichkeit.

Engagierte Gemeinschaft – starker Wiederaufbau

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist das große ehrenamtliche Engagement vor Ort. Seit 2022 arbeitet ein Team aus freiwilligen Unterstützerinnen und Unterstützern gemeinsam mit der Ortsgemeinde und Fachplanerinnen und -planern an der Umsetzung. Dominik Gieler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, würdigte dieses Engagement ausdrücklich: „Ein Projekt wie dieses entsteht nicht von allein. Mein Dank gilt dem ehrenamtlichen Projektteam, den Ingenieurinnen und Ingenieuren, den Unternehmen, den politischen Gremien und nicht zuletzt den mutigen Anschlussnehmerinnen und Anschlussnehmern, die diesen innovativen Weg mitgehen.“

Vanessa Fischer, ständige Vertreterin des Chefs der Staatskanzlei, erklärte: „Die Menschen in Liers werden durch das Nahwärmenetz zukünftig bezahlbar, unabhängig, zuverlässig und hochwassersicher mit Wärme versorgt. Liers ist ein praktisches Erfolgsbeispiel für den erfolgreichen Wiederaufbau im Ahrtal mit aktiver Bürgerbeteiligung. Ich hoffe, dass viele weitere Kommunen dem Beispiel von Liers folgen werden.“

Finanzierung und weiterer Ablauf

Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 2,4 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben mit über zwei Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI). Der verbleibende Betrag wird über ein Kommunaldarlehen finanziert. Nach der Refinanzierung soll eine Bürgerenergiegenossenschaft den Betrieb übernehmen, sodass Wertschöpfung und Versorgung vollständig lokal bleiben.

Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2026 geplant. Bürgermeister Dominik Gieler wünschte allen Beteiligten einen erfolgreichen und unfallfreien Bauverlauf und fügte hinzu: „Dieser erste Spatenstich ist ein Aufbruch – hin zu mehr Energieunabhängigkeit, stabilen Versorgungskosten und aktivem Klimaschutz direkt vor unserer Haustür.“

Spatenstich für die Kalte Dorfwärme in Hönningen-Liers (v.l.): Paul Nghahan (Engerie- und Klimaschutzagentur Hessen), Kreisbeigeordneter Horst Gies, Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann, Staatssekretär Michael Hauer, Ministerialdirektorin und ständige Vertreterin des Chefs der Staatskanzlei Vanessa Fischer, Projektleiter Reiner Pürling, Projektleiterin, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr Dominik Gieler Foto: Wolfgang Dreschers

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