Allgemeine Berichte | 08.03.2016

Unkel in das Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ aufgenommen

Startsignal für positive Weiterentwicklung

Mitte der Woche überreichte Staatssekretär Randolf Stich im Ratssaal den Bescheid über die Aufnahme

Hocherfreut nahmen Gerhard Hausen und Karsten Fehr in Anwesenheit von Rainer Kaul den Aufnahmebescheid von Randolf Stich entgegen. DL

Unkel. Hohen Besuch konnten Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und der Unkeler Verbandsbürgermeister Karsten Fehr Mitte voriger Woche im Ratssaal der Stadt begrüßen.

Aus Mainz angereist war Staatssekretär Randolf Stich, um zusammen mit Referatsleiter Walter Greuloch den Bescheid über die Aufnahme der Kulturstadt am Rhein in das Bund-Länder-Förderprogramm „Historische Stadtbereiche – Städtebaulicher Denkmalschutz“ zu übergeben. Anlass genug für Gerhard Hausen zu einer kleinen Feierstunde einzuladen, zu welcher er neben Mandatsträgern und Bürgern, die sich für die städtebauliche Weiterentwicklung von Unkel engagieren, auch Landrat Rainer Kaul begrüßen konnte.

„Die städtebauliche Weiterentwicklung von Unkel ist eines der wichtigsten kommunalpolitischen Themen der nahen Zukunft. Es gilt die Wohn- und Umweltqualität unserer Stadt zu verbessern, den historischen Bereich zu stabilisieren und letztendlich Unkel für unser Bürger und Gäste nachhaltig zu sichern“, hob der Stadtchef in seiner Begrüßungsrede hervor. In den 60-er Jahren seien Teile des historischen Stadtkerns in einem sehr schlechten baulichen Zustand gewesen und vom Verfall bedroht, erinnerte er. Gründe für die gravierenden städtebaulichen Mängel seien vor allem die gestiegene Verkehrsbelastung, die unzureichenden Grundstückzuschnitte und Freiraumangel gewesen. Mit Hilfe des Landes habe man dann von 1988 bis 1996 Maßnahmen zur Stadtkernsanierung durchführen können. „Nach dem Abschluss dieser Sanierungsmaßnahmen ist nun das Ziel, den öffentlichen Raum in der Altstadt gestalterisch aufzuwerten. Mit Hilfe des neuen Förderprogramms durch das Innenministerium sollen nun erhaltenswerte Gebäude, historische Bereiche und sonstige baulichen Ablagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung gesichert werden“, erkläret Gerhard Hausen. Den Bewilligungsbescheid sehe er auch als Anerkennung für das bereits Erreichte, damit die Stadt zusammen mit den ehrenamtlichen Bürgern den eingeschlagenen Weg zur Aufwertung der historischen Innenstadt fortsetzen könne, betonte er.

„Die Übergabe des Bescheides des Innenministers Roger Lewentz über die Aufnahme der Stadt Unkel in dieses Förderprogramm durch Staatssekretär Stich ist für die Entwicklung der Stadt und damit auch für die gesamte VG Unkel von herausragender Bedeutung. Das ist ein Startsignal, durch das die positive Weiterentwicklung neuen Schwung erhält", so Karsten Fehr. Immerhin kann Unkel innerhalb der nächsten zwölf Jahren für entsprechende Sanierungsmaßnahmen 5,5 Millionen Euro Fördermittel abrufen. Neben der Stadt profitieren auch Privatleute davon, deren privaten Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen bis zu 30 Prozent, maximal aber mit 25.000 bis 30.000 Euro bezuschusst werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweiligen Gebäude umfassend saniert werden.

„Die von der Stadt Unkel dem Innenministerium vorgelegten Bewerbungsunterlagen haben gezeigt, dass Unkel mit seinem historischen Stadtkern genau in das Profil dieses Förderprogramm passt“, erklärte Fehr. So biete die historische Struktur der Innenstadt einerseits städtebauliche Herausforderungen im Hinblick auf zeitgemäße Wohn- und Lebensstandards, andererseits aber auch Potenziale eines einzigartigen und attraktiven Charmes, da der Stadtkern durch herausragende und repräsentative historische Bausubstanz geprägt werde. „Zahlreiche Bauwerke weisen auf Grund ihrer Historie und aktuellen Prägung des historischen Stadtbildes eine teilweise weit über die Stadtgrenze hinausreichende städtebauliche und funktionale Bedeutung auf“, so der Verbandsbürgermeister, der Unkel das Potenzial zusprach, städtebauliches Aushängeschild im nördlichen Landesteil von Rheinland-Pfalz zu werden. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Stadt während einer intensiven Bürgerbeteiligung zusammen mit den Grundstückseigentümern, Gewerbetreibenden und Einwohnern gemeinsame Projekte erarbeiten wird, die den Entwicklungszielen entsprechen und durch die die ohnehin traditionsreiche Geschichte von Unkel um ein weiteres erfolgreiches Kapitel noch reicher werden wird“, schloss Karsten Fehr seine Rede, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass mit der amtlichen Aufnahme in das Förderprogramm nun die eigentliche Arbeit beginne.

So werden die Unkeler in den nächsten Wochen zu einer Bürgermoderation eingeladen, deren Ergebnisse von einem Planungsbüro zu einem Handlungskonzept, dem sogenannte „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) zusammengefasst werden. Für diese Arbeit sind zunächst 150.000 Euro des Fördergeldes reserviert. Wiederfinden werden sich im ISEK, so der 1. Beigeordnete Wolfgang Plöger, als anvisierte Projekte unter anderem die Umgestaltung des Fritz-Henkel-Parks sowie des Bahnhof-Vorplatzes und der behindertengerechte Ausbau der Rheinpromenade.

„Welche Stadt wenn nicht Unkel mit den tollen Straßenzügen und den großartigen kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen von ‚Kunst in Höfen‘ bis zum ‚design-Markt‘ passt in dieses Förderprogramm“, schwärmte Rainer Kaul, der den Bewilligungsbescheid auch als tolles Signal bezeichnete. „Wesentlicher Bestandteil des Förderprogramms ist die Einbeziehung der Bürger. Der Landesregierung liege daran, historische Stadtkerne langfristig als Wohn- und Geschäftsorte zu sichern, indem ein Umfeld geschaffen wird, in dem man sich wohlfühlt. Und da sind eben die Menschen vor Ort gefragt, die am besten wissen, wie die Stadt aussehen soll, in der sie auch morgen noch gerne leben wollen“, hob Randolf Stich hervor, um dann Gerhard Hausen und Karsten Fehr den Bewilligungsbescheid zu überreichen.

Hocherfreut nahmen Gerhard Hausen und Karsten Fehr in Anwesenheit von Rainer Kaul den Aufnahmebescheid von Randolf Stich entgegen. Foto: DL

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