Vorschulkinder aus Heimerzheim besuchten Schloss in Brühl
Staunende Kinderaugen
Die kleinen Besucher erfuhren viel Interessantes aus der damaligen Zeit
Heimerzheim/Brühl. Die Vorschulkinder der Kindertagesstätte aus Heimerzheim besuchten vor Kurzem Schloss Augustusburg in Brühl, das vor über 300 Jahren von Kurfürst Clemens- August bewohnt wurde. Es war aus einer Burg, der Augustusburg, entstanden. Beim Anblick des Schlosses waren die Kinder schon hellauf begeistert. Als es aber in die Räume des Schlosses ging, hörte man immer wieder begeistertes Erstaunen. Die Wände der Räume waren zum Teil mit Seidenstoffen, Ledertapeten oder besonderen Fliesen ausgestattet. Große Bilder zeigten Clemens August als Kind in Kleidern. Die Kinder erfuhren, dass zu dieser Zeit auch die Jungen Kleider trugen und etwa mit sieben Jahren, wenn sie mit auf die Jagd durften, ihre ersten Hosen bekamen. Die Kinder hörten, dass es für die Diener Flure gab, in denen sie durchs Haus gehen konnten, ohne gesehen zu werden.
Im Speisesaal konnten die Kinder wertvolles Porzellan bestaunen, speziell für Clemens August hergestellt. Die Teller und Schüsseln wiesen wunderschöne Blumenmuster auf, aber auch Käfer und Insekten. Der Kurfürst machte sich einen Spaß daraus, die weiblichen Gäste zu erschrecken. Wenn die Damen ihre Teller leer gegessen hatten, zeigten sich auf ihnen gemalte Raupen, Würmer und Insekten, die sehr echt aussahen. Wenn die Damen glaubten einen echten Wurm auf ihrem Teller zu haben und dann laut schrien, amüsierte sich der ganze Hofstaat.
Der Augenschmaus
Bei großen Festen lud Clemens August Gäste ein, die auf der Galerie im Speisesaal standen und den vornehmen Leuten beim Essen zuschauen durften. Zu essen gab es nichts für diese Gäste, aber sie freuten sich, alles beobachten zu können. Zu der Zeit entstand der Begriff „Augenschmaus“.
Fasziniert hörten die Kinder auch, dass die Menschen in dieser Zeit sich nur selten gewaschen haben. Sie glaubten, dass im Wasser Bakterien seien, die beim Waschen in die Haut eindringen würden. Die Schlussfolgerung war, das Wasser zu meiden, denn die Menschen fürchteten dadurch krank zu werden.
Interessant fanden die Kinder auch die Läusefallen, die man sich in die Perücken steckte, um die blutsaugenden Plagegeister zu fangen. Die Menschen versahen ein Holzkästchen mit kleinen Löchern und füllten den Hohlraum im Kästchen mit Blut. Die Läuse wurden dadurch angelockt, krochen durch die Löcher ins Innere. Wenn sie satt waren, hatte sich ihr Körperumfang so vergrößert, dass es ihnen nicht mehr gelang aus der Falle heraus zu kriechen. Diese und viele anderen Geschichten begeisterten die Kinder sehr. Sie waren sehr aufmerksam und gingen respektvoll durch die Räume, fassten nichts an und hielten sich genau an die Besichtigungsregeln.
Zum Abschluss machten bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen alle noch einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark.
