Dorferneuerung in Stebach
Stebach will neue Wege beschreiten
Im Rahmen einer Dorfmoderation sammelt die Gemeinde Stebach Ideen und Anregungen
Stebach. Am 8. Juli hatte der Gemeinderat Stebach ab 18 Uhr zu einer Auftaktveranstaltung zum Thema Dorferneuerung in Stebach eingeladen. Viele Bürger aller Altersklassen waren der Einladung gefolgt, was zeigt, dass die Einwohner sich sehr für ihren Heimatort interessieren.
Ortsbürgermeister Karl-Heinz Klein begrüßte neben den Einwohnern die Vertreterin der Verbandsgemeinde Dierdorf Bettina Liedl, Frau Röder-Rasbach von der Kreisverwaltung und die Vertreter der Presse.
In 2015 erfolgte im Gemeinderat der Gemeinde Stebach die Beschlussfassung für das Konzept der Dorferneuerung und in direkter Folge auch die Beantragung der Fördermittel. Dieses Jahr wurden die Fördermittel bewilligt und der Gemeinderat beauftragte das Planungsbüro RU-PLAN Redlin+Renz mit der Durchführung des Projektes.
In einem einführenden Vortrag stellte die Mitarbeiterin des Planungsbüros zunächst die Problematik vor, erklärte danach etwas zur Dorfentwicklung und Dorfmoderation und brachte einige Best Practice-Beispiele aus bereits abgewickelten Projekten.
Die Problematik ist in Stebach wie in vielen anderen Gemeinden natürlich auch das Wegbrechen traditioneller Familienstrukturen, die Vereinsamung älterer alleinstehender Menschen, der Rückzug öffentlicher und privater Dienstleister (Ärzte und Geschäfte) und durch die erhöhte Notwendigkeit der Mobilität die Reduzierung des Wohnortes auf ein „Schlafdorf“. Um all diesen Dingen entgegen zu wirken, sollen im Rahmen der Dorfentwicklung neue Wege beschritten werden.
Die gesamte Dorfentwicklung besteht aus dem Prozess der Dorferneuerung und der Dorfmoderation, die sich insgesamt über einen Zeitraum von circa einem Jahr hinziehen wird. Die Bedürfnisse aller Lebensbereiche stehen bei der Planung im Mittelpunkt. Der Ortskern soll lebendig gestaltet werden, gleichzeitig sollen Mobilität und Nahversorgung gesichert werden und während des ganzen Prozesses werden natürlich auch die Dorfgemeinschaft und das Bewusstsein gestärkt. Die Dorfmoderation steht unter dem Motto: „Wer sich bewegt, bewegt das Ganze.“ Vom Planungsbüro wird dabei die Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit durchgeführt, die Bedürfnisse der Menschen stehen im Mittelpunkt und werden durch Analyse und Befragung ermittelt. Besonders wichtig ist hier auch die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. Kernthemen sind Feste und Veranstaltungen, die Initiative zur Grundversorgung, Nachbarschaftshilfe und natürlich auch die Ortsbildverschönerung und Befassung mit den Leerständen. Am Ende des Prozesses steht dann das Dorferneuerungskonzept.
Seit 2003 ist ein stetiger Rückgang der Bevölkerung zu beobachten, wobei der Anteil der über 65-Jährigen steigt und der Anteil der unter 20-Jährigen fällt.
Gegen Ende des Vortrages wurden einige Beispiele für Best Practice aus anderen Orten vorgestellt, um den Einwohnern einige Gedankenanstöße für den zweiten Teil der Veranstaltung zu geben, in dem Vorschläge und Ideen gesammelt wurden, aus denen im nächsten Schritt ein erster Entwurf für das Dorferneuerungskonzept erstellt wird. Dieses Dorferneuerungskonzept ist die Voraussetzung für die Förderung von öffentlichen und privaten Maßnahmen. Der gesamte Zuschuss für die Gemeinde Stebach wird sich auf ungefähr 12.000 Euro belaufen, wobei natürlich auch Eigenleistung gefördert werden kann und soll.
Beim nächsten Termin, der Dorfwerkstatt am 28. September 2016 ab 18 Uhr sollen für verschiedene Aktivitäten Arbeitsgruppen und -kreise gebildet werden, die sich dann schwerpunktmäßig mit einem Teilbereich des Konzepts auseinandersetzen.
Vorschläge und Ideen wurden gesammelt, aus denen im nächsten Schritt ein erster Entwurf für das Dorferneuerungskonzept erstellt wird.
