Allgemeine Berichte | 07.09.2023

Ausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen

„#StolenMemory“

Die Ausstellung ist in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Vorplatz der Basilika St. Kastor zu sehen.  Foto: privat

Koblenz. Die Arolsen Archives eröffnen in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Schulverwaltungsamt am 20.09.2023 in Koblenz die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Fokus stehen persönliche Gegenstände von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch möglich ist, diese sogenannten Effekten an die Familien der Opfer zurückzugeben.

Die Ausstellung ist in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Vorplatz der Basilika St. Kastor zu sehen.

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlingen bei ihrer Ankunft in Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft handelte es sich um Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Seit dem Start der Kampagne im Jahr 2016 konnten bereits über 700 Familien gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt die Geschichten von zehn NS-Verfolgten.

Das Ziel der Ausstellung ist es, Aufmerksamkeit zu erregen und Unterstützung zu mobilisieren. Unter der Überschrift „Gefunden“ wird gezeigt, welche persönlichen Gegenstände bereits zurückgegeben wurden. Die Ausstellung berichtet über den Verfolgungsweg der ehemaligen Besitzer und die Rückgaben an ihre Familien heute. Besucher können über QR-Codes Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.

Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Die Botschaft lautet: Jeder kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und deren Familien gehen. Das Archiv bewahrt immer noch gestohlene Erinnerungsstücke von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.

Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, betont den emotionalen Wert dieser Effekten. Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Familien, da ihnen alles genommen wurde. Die Rückgabe der Effekten ist für die Angehörigen oft sehr überraschend, da einige von ihnen wenig oder nichts über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Verwandten wissen.

Die Ausstellung findet in Koblenz statt und wird durch die Partnerschaft für Demokratie Koblenz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz gefördert.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke in Form von kurzen, animierten Filmen und ergänzenden Webstories über individuelle Schicksale. Diese Materialien sind speziell für Jugendliche entwickelt worden und wurden im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website stehen auch umfangreiche pädagogische Materialien zum kostenlosen Download zur Verfügung, die von Schulen und Bildungseinrichtungen an allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden können.

Wo: Vorplatz der Basilika St. Kastor, Kastorhof 4, 56068 Koblenz.

Wann: 20.09.2023 bis 03.10.2023, Eröffnung am 20.09.2023 um 18:00 Uhr.

Öffnungszeiten: Täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr. BA

Die Ausstellung ist in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Vorplatz der Basilika St. Kastor zu sehen. Foto: privat

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