Feierstunde in Bad Bodendorf
Stolpersteine für das Ehepaar Gottschalk sind verlegt
Bad Bodendorf. Die Stolpersteine für das jüdische Ehepaar Gottschalk in Bad Bodendorf in der Hauptstraße sind verlegt. Im Katholischen Pfarrheim gedachte der Ortsbeirat mit einer Feierstunde dieses Ereignisses.
Bernhard und Rosalie Gottschalk hatten bis zum Verkauf ihres Hauses 1939 in der Hauptstraße 88 in Bad Bodendorf gelebt. Sie wurden im Juli 1942 von Koblenz-Lützel aus zunächst nach Theresienstadt und im September in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Josef Erhardt, Archivar des Heimat- und Bürgervereins Bad Bodendorf hatte akribisch recherchiert. Er berichtete zum jüdischen Leben in Bad Bodendorfs seit 1533. Besonders herausgearbeitet hatte er natürlich das Leben und das Schicksal der Familie Gottschalk in Bad Bodendorf. Dazu lieferte er zum Teil bedrückende Zeitdokumente und Zeugenaussagen.
Die Begrüßung zur Feierstunde hatte in Bad Bodendorfs stellvertretend Ortsvorsteher Alexander Albrecht übernommen. Aber auch Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron war zum dritten Abschnitt der Verlegung der Stolpersteine im Stadtgebiet gekommen.
Die musikalische Umrahmung überneahmen Georg Brinkmann (Klarinette) aus Bonn und Thomas J. Portugall (Klavier). Darüber hinaus nahmen Pfarrerin Kerstin Laubmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Remagen-Sinzig und Pastor Frank Werner von der Katholischen Pfarreiengemeinschaft an der Veranstaltung teil. Zum Hintergrund: Stolpersteine sind Gedenksteine, die an Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Steine mit den Messingtafeln, die Auskunft über Namen, Alter und Schicksal der Opfer geben, werden in das Gehwegpflaster vor den ehemaligen Wohnorten eingelassen und bringen Passanten buchstäblich „zum Stolpern“. Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig rief das Projekt 1993 ins Leben. Die beiden Bad Bodendorfer Steine wurden durch Mitarbeitende des Bauhofs Sinzig in den Tagen vor der Feierstunde verlegt. Sie sind Teil der zweiten Verlegeaktion in Sinzig, nachdem 2022 bereits erste Steine an insgesamt vier Orten im Stadtgebiet eingebracht worden sind. BL
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