Allgemeine Berichte | 11.09.2025, 11:53 Uhr

Verbandsgemeinde Montabaur

Straßenbeleuchtung wird flächendeckend auf LED umgestellt

Die Straßenbeleuchtung in der VG Montabaur wird flächendeckend auf sparsame LEDs umgerüstet. Die neuen Modelle präsentierten (v.l.) Klimaschutzmanager Max Weber, Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich, Sandra König als Sprecherin der Ortsbürgermeister sowie die beiden Projektleiter Rafael Platzek und Kay Bröhl vom Team Straßenbau.  Foto: VG Montabaur / Christina Weiß
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VG Montabaur. 7.500 Straßenlampen, 50% Stromersparnis oder mehr, 24 Ortsgemeinden und die Stadt Montabaur gemeinsam, 3 Förderprogamme – und das alles in einem Projekt. Diese Eckdaten umreißen ein komplexes Infrastruktur- und Energiesparprojekt, das ab Oktober flächendeckend in der Verbandsgemeinde (VG) Montabaur umgesetzt wird. Alle Straßenlampen werden einheitlich auf LED-Leuchten umgerüstet und mit einer adaptiven Steuerung versehen.

Das spart die Hälfte der Stromkosten in den Mitgliedsgemeinden und damit die Hälfte der CO2-Emmissionen für das Klima. Sämtliche Leuchten werden künftig von der Verwaltung in Montabaur aus gesteuert und überwacht. Dafür werden auch die insgesamt 169 Verteilerkästen mit neuer Technik ausgerüstet. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 4 Mio. Euro, davon werden rund 3,45 Mio. aus Förderprogrammen von Bund und Land gefördert; 550.000 Euro gibt die VG Montabaur dazu.

Straßenbeleuchtung bislang

Straßenbeleuchtung ist die Aufgabe der Ortsgemeinden. Bislang gibt es in den 24 Ortsgemeinden und der Stadt Montabaur 21 verschiedene Leuchtentypen und ebenso viele verschiedene Leuchtmittel. Die Beleuchtung wird zentral für das gesamte Kreisgebiet gesteuert – es gibt nur die Optionen „Licht an“ oder „Licht aus“. Die Wartung erfolgt jedoch dezentral in den jeweiligen Orten. Der Stromverbrauch für die rund 7.500 Laternen liegt bei jährlich 1,6 Mio. Kilowattstunden. Die Straßenbeleuchtung ist der größte kommunale Stromverbraucher in der VG Montabaur.

Neue Straßenbeleuchtung

Künftig wird es VG-weit nur noch drei verschiedene Leuchtentypen geben: Technische Leuchten machen mit 6.500 Stück den Löwenanteil aus, dazu gibt es noch dekorative und historische Modelle, die in besonderen Ortslagen zum Einsatz kommen, außerdem vereinzelt Sonderausführungen in der Stadt. Sie alle werden mit sparsamen LED-Leuchtmitteln ausgestattet, die nur halb so viel Strom brauchen wie herkömmliche Laternen. Für die Gemeinden bedeutet das eine Reduzierung des Verbrauchs um 800.000 Kilowattstunden pro Jahr, dadurch werden mindestens 290 Tonnen CO2-Emmissionen eingespart. Auch die Lichtverschmutzung wird deutlich reduziert, da die neuen Leuchten nur noch an unten strahlen und einen definierten Bereich ausleuchten. Es wird ein insektenfreundliches, warmweißes Licht mit einer Farbtemperatur von 3.000 Kelvin verwendet.

Adaptive Steuerung

Die neuen Leuchten sind alle mit adaptiver Steuerung ausgestattet. Das bedeutet: Die Lichtstärke passt sich mithilfe von Sensoren automatisch an die jeweilige Situation an. Es werden also nur die Straßen und Wege hell beleuchtet, die gerade genutzt werden. Dabei ist die Steuerung so programmiert, dass jeweils ein ganzer Straßenzug angeschaltet wird, um sogenannte Lauflichter zu vermeiden.

Wenn niemand mehr vorbeigeht oder – fährt, dimmt sich die Leuchte nach einigen Minuten automatisch auf etwa 10% ihrer Leistung herunter. Über das neue System werden dann alle Leuchten mit der Verwaltung in Montabaur verbunden sein, so dass sie von dort aus zentral überwacht werden können. Um das zu ermöglichen, werden die insgesamt 169 Verteilerkästen im VG-Gebiet mit neuer Technik ausgerüstet. Durch die adaptive Steuerung wird zusätzlich Strom eingespart, das tatsächliche Volumen lässt sich aber erst beziffern, wenn das System eingespielt ist.

Ablauf der Umrüstung

Die Montagearbeiten sollen in der zweiten Oktoberhälfte beginnen und bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein. Es werden vier Bautrupps unterwegs sein. Die Arbeiten werden vom Team Straßenbau in der VG-Verwaltung koordiniert, insbesondere von Rafael Platzek und Kay Bröhl. Die Anwohner werden gebeten, Laternenmasten, die auf oder neben ihren Grundstücken stehen, von Bewuchs freizuschneiden. Auch Anbauten und Umbauungen wie Zäune, Mauern oder Sichtschutzwände sind zu entfernen.

Kosten und Förderung

Das Projekt war bereits im Juni 2023 im VG-Rat vorgestellt und beschlossen worden. Es ist Teil des Klimaschutzkonzepts. Die VG hatte sich verpflichtet, das Projekt für die Ortsgemeinden durchzuführen und zu finanzieren und dafür Fördermittel einzuwerben. Klimaschutzmanager Max Weber sowie die beiden Projektleiter Platzek und Bröhl haben fast zwei Jahre hartnäckig mit den Fördergebern verhandelt, um schließlich drei Förderprogramme gleichzeitig nutzen zu können. Bei einem Gesamtvolumen von 4 Mio. Euro erhält die VG Montabaur rund 3,45 Mio. Euro Zuschüsse.

Im Einzelnen sind das 1,9 Mio. Euro Zuschuss aus der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ des Bundes (NKI); knapp 1,2 Mio. Euro aus dem „Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation“ des Landes Rheinland-Pfalz (KIPKI) sowie 363.000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur“ (ZEIS). Den Restbetrag von rund 550.000 Euro steuert die VG aus ihrem Haushalt bei (siehe auch Infokasten).

Projektstart

Nach dem langen Hin und Her rund um die Fördermittel war Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich sichtlich stolz und erleichtert, als er den VG-Gremien endlich die Umsetzung des Projektes verkünden konnte. „Wir geben 550.00 Euro aus unserem-Haushalt frei und machen damit eine Investition von 4 Mio. Euro möglich. Unsere Ortsgemeinden können den Erfolg direkt an ihrer Stromrechnung ablesen und die CO2-Bilanz bessert sich umgehend“, berichtete er den Ausschüssen. „Gemeinden, Rat und Verwaltung haben an einem Strick gezogen – nur so haben wir das gemeinsam hinbekommen.“

Pressemitteilung der VG Montabaur

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