Dauerregen konnte der Stadthauserstürmung in Polch nichts anhaben
Strategie war schnell über den Haufen geworfen
Polch. „Wir werden uns niemals ergeben, es wird euch nicht gelingen“: Der Polcher Stadtbürgermeister Gerd Klasen hatte sich, unterstützt von einigen Stadtratskollegen, eine sicherlich überraschende Verteidigungsstrategie zurechtgelegt. „Gemeinsam sind wir stark“, lautete das Motto. Zahlreiche Böllerwürfe und ein paar Konfetti-Kanonen später hatten die Polcher Karnevalisten um den Verein Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld 1888, die Viedeler Möhnen und die Polcher Stadtsoldaten im Dauerregen die Stadthaustreppen erstürmt. Klasen, Stadtbürgermeister und Akademie-Präsident in Personalunion, musste die weiße Flagge hissen.
Bierkönig Carsten I. vom goldenen Zapfhahn aus Müllers Scheune hatte gemeinsam mit Weinkönigin Nana I., die edle Traube vom Viedeler Hochgewächs, die Macht im Trommelwirbel übernommen. Klasen durfte den Stadtschlüssel herausrücken. Anschließend wurden die elf Närrischen Paragrafen verlesen, in denen es beispielsweise heißt: „Die Polizeigewalt der Stadt Polch geht ab sofort auf den Verein Akademie über“, „Wer sich dem Erlass der Akademie widersetzt, wird bis Aschermittwoch in das akademische Verlies gesperrt“ oder „Steuerschulden sind bis Aschermittwoch in Alkohol zu ertränken“.
Trotz des Dauerregens hatten sich viele Polcher Bürger auf dem Marktplatz versammelt. Anschließend zog das närrische Volk dann weiter nach Viedel, um dort im beheizten Festzelt gemeinsam zu feiern.
Auch der karnevalistische Nachwuchs half bei der Stadthauserstürmung kräftig mit.
Die elf Närrischen Paragrafen werden verlesen.
Stadtbürgermeister Gerd Klasen hisst die weiße Fahne.
Bierkönig Carsten I. hat den ersten Böller schon in der Hand.
