Veranstaltung der Maifelder Gleichstellungsbeauftragten
Stressigen Situationen positiv begegnen
Münstermaifeld. Stress ist nur ein winziges Wort, kann mitunter aber verheerende Folgen haben. Laut Dudendefinition handelt es sich um „eine erhöhte Beanspruchung, Belastung physischer und psychischer Art“. Tatsächlich ist Stress die Bereitstellung von Energie zur Bewältigung einer Situation. „An sich also etwas durchaus Positives“, machte Referentin Sabine Papirny-Baumgarten in einer Veranstaltung der Maifelder Gleichstellungsbeauftragten Angelika Saewe klar. „Für unsere Urahnen gar überlebenswichtig.“ Was sorgt dafür, dass bestimmte, an sich neutrale Situationen zum Stressor, zum Auslöser von Stress, werden?
Dafür nannte die Stressmanagement-Trainerin aus Gönnersdorf verschiedene Beispiele: Wir stehen mit unserem Auto im Stau - und drohen zu spät zum Termin zu kommen. Der Kollege ist krank und wir müssen seine Arbeit mit übernehmen. Wir kommen müde nach Hause und in der Küche empfängt uns schmutziges Geschirr… Schon der antike Philosoph Epiktet erkannte vor 2000 Jahren: „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.“
Gelassen bleiben hilft
Wenn wir also gelassen bleiben, den Stau als Zwangspause sehen, Arbeit, die wir nicht schaffen, und das schmutzige Geschirr in der Küche liegen lassen, kommen wir vermutlich weniger in Bedrängnis. „Stress beginnt im Kopf. Perfektionismus ist der schnellste Weg in den Burnout“, das hat Papirny-Baumgarten selbst erlebt in ihrem vorherigen Beruf als kaufmännische Angestellte.
Wie kann Stress mit all seinen negativen Folgen auf die Gesundheit verhindert werden? Das absolute Erfolgsrezept gibt es nicht, auch das machte die Referentin den knapp 30 Zuhörerinnen und Zuhörern im Ratssaal klar, aber man kann einen „Wegweiser“ nutzen: Was sind persönliche Stressoren? Was kann getan werden, um diese Belastungen zu verhindern? Welche Eigenschaften helfen dabei? Vielleicht Gelassenheit, Humor, Flexibilität, Optimismus, Akzeptanz, Selbstbewusstsein, Toleranz. Wer seine Gedanken anschaut, kann seine Erwartungshaltung hinterfragen, seinen Blickwinkel ändern oder als Herausforderung betrachten, was wie eine Bedrohung wirkt. Dabei kann zum Beispiel eine kurze Atemübung, ein Spaziergang helfen, um in die Entspannung zu kommen.
„Tun, Eigenschaften, Gedanken, Entspannung - das ist die TEGE-WG, diese konkrete Strategie hilft uns in stressigen Situationen“, betonte die Referentin, forderte alle aber auch auf, ins „Dreamland“ zu reisen, Visionen und Träume zu entwickeln: „Wer einen guten Grund hat, Motivation und Willenskraft, kommt ans Ziel“. Dabei ist der Plan B bedeutend: Es kann immer etwas anders kommen, mit eigenen oder fremden Widerständen ist zu rechnen. Und bei allem gilt üben, üben – auch Stressbewältigung will gelernt sein, mit kleinen konkreten Schritten. „Führen Sie ein Erfolgstagebuch, tragen Sie auch Ich-Zeit in den Terminkalender ein“, appellierte Papirny-Baumgarten und betonte: „Nie wieder Stress ist unrealistisch und nicht das Ziel.“
Nach einer offenen Fragezeit gab es noch eine kurze Entspannungsübung: eine Minute nur Ein- und ausatmen – die magischen Atemzüge helfen, das negative Gedankenkarussell zu unterbrechen.
Pressemitteilung
Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld
