Allgemeine Berichte | 10.03.2026

Viel Humor im „Kreaforum“: Lesebühne sammelt Spenden für Kindertheater

„Stuss mit Lustig“ begeistert Publikum in Morenhoven

Die drei „Stusser“ mit ihrem Pianisten havarierten in einem Seitenarm des Römerkanals in der „Krea Morenhoven“. Foto: privat

Morenhoven. Beim Auftritt der Lesebühne „Stuss mit Lustig“ im Morenhovener „Kreaforum“ gab es zahlreiche heitere Momente. Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete am Ende mehr als 300 Euro für ein Kindertheaterstück in der ehemaligen Dorfschule.

Julius Esser (Euskirchen), Johannes Engel (Erftstadt) und Gerd Engel (Rheinbach) bilden gewissermaßen die vereinseigene Lesebühne von „Rheinbach liest e.V.“. Auf Einladung von Klaus und Elisabeth Grewe gastierten sie bereits zum dritten Mal im „Kreaforum“. Im Gepäck hatten sie humorvolle Texte und Lieder aus eigener Feder sowie den unverzichtbaren Pianisten Dirk Plücker.

Julius Esser las unter anderem von einem kölsch-seligen Altweibertag („Meine Mutter hört am Telefon stets auf die Nachkommastelle genau, wie viel Promille ich habe.“) und setzte sich engagiert für die Weitergabe der rheinischen Mundart an die nächste Generation ein („Dä Jong därf Platt kalle!“). In einem weiteren Text beschrieb er seine besondere Beziehung zu Baumarktprodukten („In der Original-Engelbert-Strauss-Hose wäre das Regal jetzt schon aufgebaut.“).

Johannes Engel, Realschullehrer in Köln-Chorweiler, streifte teilweise reimend durch die Welt der Mathematik, entdeckte Skurriles und erläuterte unter anderem subtraktionsbedingte Eigenarten der mathematikbetreibenden Spezies. In diesem Zusammenhang erfuhr das Publikum, warum Minus mal Minus nicht immer Plus ergibt. An anderer Stelle stellte Engel mit hintergründigem Humor fest: „Die moderne Algebra ist schon hunderte Jahre alt, aber X wird immer noch gesucht.“

Der Rheinbacher Gerd Engel entwickelte aus seinem Hemdenkauf die Handlung für eine seichte Fernsehliebeskomödie. Außerdem besang er – begleitet von Dirk Plücker am Piano – die als „Comeback-Jeans“ beworbene Hose eines Mode-Versandhändlers sowie in einem weiteren Lied die vergeblich versuchte männliche Attraktivitätssteigerung durch exzessives Staubsaugen. Anschließend widmete er sich mit angeblicher KI-Unterstützung der Aufgabe, ein identitätsstiftendes Heimatlied für Swisttal zu schreiben. In der Zugabe brachte der Grundschullehrer schließlich alle Swisttaler Ortschaften in der Melodie der FC-Stadionhymne unter – überall werde nämlich Klaus Grewe verehrt. In Rheinbach sei man sogar geradezu beleidigt, dass er nicht auf ihrem Stadtgebiet wohne. Auch wenn das Lied in bester Stuss-Manier satirisch überzeichnet war, stimmten die rund 50 Besucherinnen und Besucher nicht nur lachend, sondern auch spürbar warmherzig in den Kehrvers ein. Dieser bestand schlicht aus dem Namen des überaus verdienten Vermessungsingenieurs, Archäologen und Kulturförderers.

„Wir können verstehen, warum die Größen des Deutschen Kabaretts gerne in Morenhoven auftreten“, stellte Julius Esser fest, der als Bühnendichter bereits viel herumgereist ist. „Von Klaus und Elisabeth Grewe und dem vielköpfigen „Krea“-Team wird man als Künstler so herzlich-familiär und wertschätzend empfangen, dass man gerne wiederkommt.“ Auch die gemeinsame gemütliche Suppenspeisung nach dem Auftritt für Künstler und Team direkt vor Ort sei „wirklich einzigartig“.

Am Ende der Benefizveranstaltung in Kooperation mit „Rheinbach liest e.V.“ kamen mehr als 300 Euro zusammen. Der Erlös war für das Figurentheaterstück „Die zweite Prinzessin“ der Bonner Puppenspielbühne „Papperlapupp“ am Folgetag bestimmt. Die Kinder hatten dort freien Eintritt.BA

Die drei „Stusser“ mit ihrem Pianisten havarierten in einem Seitenarm des Römerkanals in der „Krea Morenhoven“. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Image Anzeige
Expertenrat
China Wellness Massage
Wertstoffhof / Eis-Aktion
Stellenausschreibung - Weiterbildungskoordinator*in im MBA-Fernstudienprogramm - FB WiSo
Empfohlene Artikel
Das Höhenfeuerwerk zu Rhein in Flammen in Koblenz wird am Samstagabend bei der diesjährigen Auflage wie geplant stattfinden.
177

Koblenz. Koblenz bereitet sich auf das dreitägige Fest „Rhein in Flammen“ vor, das vom 7. bis 9. August stattfinden soll. Das Highlight wird eine rund zwölfminütige Drohnenshow am Samstagabend sein, die nahtlos in ein Höhenfeuerwerk über der Festung Ehrenbreitstein übergeht. Trotz der aktuellen Trockenheit haben die Behörden in den vergangenen Tagen intensiv diskutiert, ob das Feuerwerk wie geplant stattfinden kann.

Weiterlesen

Traditioneller Kirmes-Auftakt war der Fassanstich.  Foto: privat
34

Gönnersdorf. Ein Gast der Gönnersdorfer Kirmes brachte es am Sonntag auf den Punkt: „Die Kirmes zu feiern, ist hier etwas ganz Besonderes. Und das nicht einfach ‚nur so‘, sondern gleich vier Tage lang!“ Dass dem so ist, ist insbesondere ein Verdienst der Stadtsoldaten Gönnersdorf. Die sind zwar eigentlich ein Karnevalsverein, widmen sich aber auch dem Erhalt und der Pflege Gönnersdorfer Traditionen, wozu ganz besonders auch die Durchführung und Organisation der klassischen Dorfkirmes gehört.

Weiterlesen

Feuerwerk beim Fest der 1000 Lichter in Andernach.
213

Zwei Tage lang wurde in den Andernacher Rheinanlagen wieder kräftig gefeiert. Das 57. „Fest der 1000 Lichter“ zog wieder tausende Besucherinnen und Besucher an. Wir haben die schönten Bilder im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
2503

Gewaltsame Auseinandersetzungen und ein Todesfall halten die Polizei in Koblenz in Atem

01.08.: Dramatische Nacht in Koblenz: 29-Jähriger stürzt in die Mosel und stirbt

Koblenz. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 2026 kam es in der Altstadt von Koblenz zu mehreren Vorfällen, die derzeit von der Polizei untersucht werden. Zwischen 3 und 5 Uhr morgens ereigneten sich am Florinsmarkt, in der Burgstraße und am Peter-Altmeier-Ufer mindestens drei körperliche Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Personen oder Gruppen. Bei einer dieser Auseinandersetzungen...

Weiterlesen