29. Auflage von Lahneck Live war ein voller Erfolg
Super Musikprogramm in toller Location
Kunstvoll geschmückte Rheinwiesen und ein umfangreiches Programm zogen bei strahlendem Sonnenschein viele begeisterte Zuschauer an
Lahnstein. Zwei Bühnen, Sommerwetter, Festwiesen direkt am Rhein in Oberlahnstein und ein gut gemischtes, großes Künstler-Sortiment waren dieses Jahr wieder ein kräftiger Magnet für das Lahnsteiner Kultur- und Musikfestival „Lahneck Live“. Zum 29. Mal organisierten die nimmermüden Festivalmacher der 1988 gegründeten „Lahnsteiner Musikszene e.V.“ mit ihrem Vorsitzenden Walter Nouvortne ein Wochenende, das wie Picknick im Park gepaart mit Live-Musikdarbietungen jeder Couleur anmutete. Ob Soul, Rock, Pop oder Folk – jedes Genre fand seine Liebhaber. Natürlich waren es vor allem die „fetten Beats und treibenden Rhythmen“, wie es die Festivalmacher formulierten, die das Publikum in den Bann zog. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Künstler schon erfolgreich auf der Bühne oder gar „Echo nominiert“ waren, wie die deutsch-ghanaische Soulsängerin „Y´akoto“, oder ob sie eher zu den (noch) kleinen und stillen Bühnenstars gehörten. Den Zuhörern, deren Alter von „Tennie bis Oldie“ einzustufen war, war es offensichtlich nur wichtig, gut unterhalten zu werden. Den Auftakt dazu machten am Festival-Freitag fünf Bands, die in der Vorrunde für den 24. Rockbuster-Newcomer-Contest des Landes Rheinland-Pfalz (ein von der Landesarbeitsgruppe Rock & Pop durchgeführter Musikwettbewerb für junge Bands) für die Region Koblenz ihr Können unter Beweis stellten. Als Gewinner ging daraus hervor die vierköpfige Indie-Funk-Rock-Band „Sonny Boy Slim“. Die Koblenzer dürfen damit direkt in das Finale am 20. Oktober im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein einziehen. Zweitplatzierter „T-No“, ebenfalls aus Koblenz, zieht mit Hiphop erst einmal in die Zwischenrunde ein. Wie bei diesem Programmpunkt ist das Bemühen der Ausrichter erkennbar, regionale Künstler, Vereine und Schulen in das Fest einzubinden. Neben den Trash-Drummern der Kreismusikschule Rhein-Lahn und der Showtanzgruppe der Traditionsgarde Rot-Weiß Lahnstein war es in diesem Jahr vor allem das Koblenzer Jugendtheater, das übrigens schon beim ersten Kulturfest 1989 dabei war, das auf enorme Resonanz stieß. Die Darsteller ließen auf der Parkbühne musikalische Appetithappen aus der von Frank Eller inszenierten Musicalproduktion „Surfin Summer“ mit Hits aus den 1960-er Jahren erklingen. In beeindruckenden Darbietungen glänzten die Jugendlichen mit Witz, Charme und Showtalent. Gelungene Bewegungsabläufe, schauspielerische Einlagen und etliche Hammer-Stimmen begeisterten das Publikum, das sich sogar eine Zugabe erklatschte, was bei anderen Konzerten wegen des straffen Zeitplans oftmals nicht gewährt werden konnte. Wie beispielsweise bei der Gruppe „Momentaufnahme“, die am Samstag den Tag auf der Rhein-Bühne eröffnete und mit deutschsprachiger Rock- und Popmusik ihre Fans aufs Beste unterhielt.
Der Samstag gehörte den Frauen
Ansonsten standen am Bühnen-Samstag vor allem weibliche Künstler in der ersten Reihe. Dazu gehörten „DIVVA“, „Lilli Rubin“, „Wendy I’m Home“ und „Y’Akoto“ sowie im kabarettistischen Bereich „Wanninger & Badey“. Sängerin Fariba Veysi gab den Ton an bei dem Trio, das auf der Parkbühne mit traditionellen iranischen Instrumenten und folkloristischen Liedern sowie orientalisch gefärbten Abwandlungen klassischer Musik, wie Beethovens 9. Sinfonie, die Zuhörer in die Welt von Tausendundeiner Nacht versetzte. Mit viel Herz präsentierte sich die Koblenzer Gruppe „DIVVA“ auf der Rheinbühne. Sängerin und Frontfrau Corinna interpretierte die deutschsprachigen Texte künstlerisch-kreativ und mitreißend. Die Band verstand es aufs Beste, das Publikum einzubeziehen. Selbst die kleinsten Festivalgäste waren derart angetan, dass sie geradezu am Bühnenrand klebten. Als musikalischer Edelstein stellte sich die Mainzer Band „Lilli Rubin“ mit Deutsch-Pop dem Lahnsteiner Publikum vor. Auch hier war es die Sängerin, Lucie Fischer, die elektrisierte, faszinierte und mit Geschichten zu den Liedern berührte. Zuhören und zusehen waren gleichermaßen ein Genuss. Neben Lilli Rubin stand auch die zweite Rockbuster-Siegerband des Vorjahres, „Wendy I’m Home“, mit ihrer „First Lady“ Mary-Anne Bröllochs auf der Bühne. Ein wenig Gothic, ein wenig Punk, viel Rock und viel selbstbewusster Charme machten den Auftritt zu einem Feuerwerk der guten Laune, zu dem sich immer mehr Besucher in Feierstimmung tanzten.
Die langjährige Tradition, bei Lahneck Live neben der Musik auch dem Genre Comedy und Kabarett eine Bühne zu bieten, wurde in diesem Jahr mit Biggi Wanninger und Andrea Badey fortgeführt, die beide neben Witz und schauspielerischem Talent auch Musik im Blut haben und ihre Komik bissig und brillant vertonen. Eine weitere Tradition des Festivals ist es, den Sonntagnachmittag in den Rheinanlagen mit (Welt-)Musik, Kinderliedern, Spiel und Spaß auf den Geschmack von Kindern und Jugendlichen auszurichten. Im Angebot waren u.a. Bogenschießen, Baumklettern und ein Bücherbasar sowie Darbietungen der Musical-Academy in Lahnstein, des neuen Gesang-Ensembles „Six Libs“ und eines Clown-Duos.
Ein Ambiente zum Genießen
Gäste, die nicht unmittelbar dem Bühnengeschehen folgten, genossen das reichhaltige Speisen- und Getränkeangebot und das Ambiente der kunstvoll geschmückten Rheinwiesen. Die Dekoration ist eines der Markenzeichen des Festivals. In jedem Baum und Strauch war allerlei Getier zu entdecken. Bunte Schlangen, Fische, Drachen, Fledermäuse und Blüten – hergestellt in liebevoll-kreativer Handarbeit durch Renate Blümlein, die dem etwa zwanzigköpfigen Organisations-Team angehört. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf der beachtliche Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer der Lahnsteiner Musikszene, sowie der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und weiterer, für die Sicherheit der Besucher sorgenden Teams.
Walter Nouvortnes Festival-Resümée: „Lahneck Live entwickelt sich immer mehr zu einem Treffpunkt der ganzen Stadt“. Deshalb sei es den Organisatoren wichtig, die Veranstaltung eintrittsfrei zu halten. Ohne Kooperationspartner, Sponsoren und andere Unterstützer wäre das nicht möglich. Der Erfolg der stets sehr gut besuchten Veranstaltung gibt ihnen Recht, an der Grundidee festzuhalten, ein qualitativ wertvolles Kulturfest für alle, sparten- und generationsübergreifend auf die Beine zu stellen. BSB
(v. li.) Dieter Schwan, Jasmin Tresch und Michael Nass vom Organisationsteam beantworteten gerne die Fragen der Gäste. Foto: BSB
Die Band DIVVA aus Koblenz verstand es aufs Beste, das Publikum mit einzubeziehen.Foto: BSB
Die Band RAZZ sorgte am Freitagabend für eine tolle Stimmung.Foto: MX
Die Gruppe Sonny Boy Slim qualifizierte sich mit ihrer Darbietung für das Rockbuster-Finale.Foto: Lahneck Live
